Insignia Country – Lust aufs Land

Deutschland ist Kombiland. Logisch, dass die begehrten Lademeister deshalb ein Muss für jeden Hersteller sind. Doch nicht alles wird akzeptiert – deutsche Autofahrer sind genäschig. Hohes Ladevolumen ist sicherlich wichtig. Doch dies allein genügt nicht. Schick muss er sein , anders muss er sein, soll möglichst Allradantrieb besitzen und damit auch die Lust aufs Land befriedigen.

Opels Insignia Country Tourer hat alles, kann alles. Sein Ladevolumen von 540 bis 1530 Litern ist sicherlich nicht die Wucht, denn der Nutzwert kollidiert hier ein bisschen mit dem Chic des sanft abfallen Dachs. Punkte sammelt der 4,91 Meter lange Tourer hingegen mit seinem rustikalen Look. Die erhöhte Bodenfreiheit, Unterfahrschutz vorne und hinten, markante Front-, Seiten- und Kotflügelverkleidungen wirken sogar ein bisschen abenteuerlich und machen optisch klar: Der Opel Country Tourer ist nicht allein für den Asphaltdschungel entwickelt – er kann tatsächlich auch Gelände.

Der elektronisch gesteuerte Allradantrieb mit Haldex-Kupplung und Sperrdifferential variiert die Momentenverteilung stufenlos von 0 bis 100 Prozent zwischen Vorder- und Hinterachse und sorgt für ordentlich Traktion auf unbefestigtem Untergrund. Doch nicht nur das: Das System verteilt blitzschnell Antriebskraft auch zwischen den einzelnen Hinterrädern, was die Spurtstabilität und die Dynamik in Kurven deutlich erhöht. Das verdient Note eins bei den Fahreigenschaften.

Unser Testfahrzeug wird vom neuen direkteinspritzenden Zweiliter-Turbo-Benziner befeuert, der leider einen etwas zwiespältigen Eindruck hinterlässt. Von den 250 Pferdchen, die den Country Tourer antreiben, scheinen einige irgendwie abhanden gekommen zu sein. Denn die 400 Newtonmeter Kraft, die sie produzieren, sind nicht so recht spürbar. Der Vierzylinder beschleunigt den 1,9 Tonnen schweren Tourer in 7,9 Sekunden auf 100 und verleiht ihm eine Höchstgeschwindigkeit von 235 km/h – das können andere besser. Den Normverbrauch gibt Opel mit 8,5 Litern an – im Test schluckt der Tourer 10,8 Liter – auch kein Spitzenwert. Opels Dieselmotoren können’s deutlich besser. Aber wollen wir nicht meckern: Zumindest in Sachen Laufkultur ist der neue SiDi-Vierzylinder Spitze und von einem sämigen Sechszylinder kaum zu unterscheiden.

Ganz toll finden wir das neue, aufgeräumte Cockpit. Opel hat sich des Schalter- und Tastenwirrwarrs entledigt und setzt nun auf ein intuitives Bedienkonzept (wie im Smartphone) mit einem acht Zoll großen Farb-Touchscreen. Gesteuert wird es direkt per Fingertipp über das Display, über Tasten am Lenkrad, via Sprachsteuerung oder mit dem Touchpad auf dem Mitteltunnel. Manchmal etwas langsam und zickig funktioniert es ganz prima.

In der Gesamtbetrachtung sagen wir „Daumen nach oben“ für den Insignia Country Tourer. Die Preise starten für den 1,6-Liter Benziner mit 170 PS bei 31 050 Euro. (autour/khf)

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