Audi A1 – auch drei Töpfe machen richtig Dampf

Der Start im Jahre 2010 war holprig für den Audi A1. Die ersten Modelle verkauften sich – auch wegen der deftigen Preise ­- recht zäh. Als dann 2012 das fünftürige Modell erschien, der Sportback (heutiger Aufpreis 850 Euro), ging’s aufwärts. 500 000 Einheiten hat Audi bis dato verkauft – nun steht das erste Facelift an. Die optischen Retuschen sind marginal, beschränken sich auf einen breiteren Singleframe-Grill, flachere keilförmige Scheinwerfer und stärker konturierte Front- und Heckstoßfänger. Der Innenraum ist mit peppigen, farbigen Dekors aufgefrischt, die Möglichkeiten der Individualisierung des sportlichen Aussendesigns sind schier grenzenlos.

Eine kleine Revolution fand unter der Haube statt. Dort arbeiten Dreizylinder-Triebwerke (als Benziner erstmals in der Audi-Geschichte), die dank ihrer Sparsamkeit das Label „Ultra“ tragen. Diese Basismotoren leisten in der Benziner-Variante (1.0 TFSI) 95 PS und als Diesel (1,4 TDI) 90 PS.  Der aufgeladene Ottomotor (kommt Juni 2015) macht ordentlich Dampf, tritt schon aus niedrigen Drehzahlen kraftvoll an (Drehmoment 160 Nm ab 1500 Touren), klingt sonor und kernig, hängt gut am Gas, erreicht Tempo 100 in 10,9 Sekunden und schafft eine Spitze von 186 km/h. Auffallend ist die vorzügliche Laufruhe (sogar ohne Ausgleichswelle), die ja bauartbedingt bei Dreizylindern nicht immer vom Feinsten ist. Der Norm-Verbrauch wird mit 4,3 Litern angegeben, nach einem kurzen Test-Loop zeigt das Display jedoch 5,7 Liter an. Noch gut, denn die kurvige und bergige Teststrecke fordert hohe Drehzahlen – und das treibt den Verbrauch schmalbrüstiger Motoren schnell in die Höhe.

Einen Preis für den A1 mit diesem Triebwerk gibt es noch nicht (knapp 17 000 Euro sind im Gespräch), wohl aber für den zweiten Dreizylinder. Der kostet 19 200 Euro und verbrennt nach Norm nur 3,5 Liter Diesel – aber auch hier zeigt das Display nach einer Testrunde knapp zwei Liter mehr an als versprochen. Unten raus erscheint der Selbstzünder etwas lahm – kein Wunder, denn das maximale Drehmoment von 250 Nm liegt erst bei 3500 Touren an. Den Sprint auf 100 erledigt er in 9,4 Sekunden, Spitze 200 km/h. Unter den sechs angebotenen Triebwerken (vier TFSI, zwei TDI) sticht der 1.8 TFSI (Preis 26 750 Euro) hervor, der mit seinen 192 PS den Supersportler der Baureihe, den S1, (231 PS) fast überflüssig macht.

Der kleinste Audi besticht durch Agilität, entpuppt sich als wahrer Kurvenräuber – auch wegen der neuen elektromechanischen Lenkung, die noch präziser arbeitet und die Servounterstützung bei zunehmender Geschwindigkeit reduziert, was den Geradeauslauf verbessert. Grundsätzlich hat Audi die Fahrwerksabstimmung des Fronttrieblers aber etwas komfortabler ausgelegt – wer selbst an den Härtegraden „drehen“ möchte, muss das Sportfahrwerk mit „drive select“ (885 Euro) dazu buchen. Damit lassen sich neben den Dämpfern dann auch Lenkung, Motorcharakteristik und die Doppelkupplung S tronic dem Belieben nach anpassen.

Fast schon obligatorisch heutzutage sind zahllose optionale Assistenzsysteme und natürlich ein dickes Infotainmentpaket. Darin verpackt sind unter anderem Google Maps Street View, Internetradio und ein WLAN-Hotspot für acht Endgeräte – genau richtig für die interessanteste A1-Zielgruppe, die Generation iPhone.(autour/khf)

A1140065A1140057A1140053A1140035A1140030A1140017A1140029 Neuer Audi A1

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here