Goldenes Oktoberwetter lockte zur Motorworld Classics Berlin

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Mehr als 31.000 Fach- und Publikumsbesucher strömten vom 4. bis zum 7. Oktober zu der Motorworld Classics Berlin 2018 und nutzten die Chance, in den historischen Messehallen unterm Funkturm in eine vielfältige Welt klassischer Mobilität einzutauchen. Damit verzeichnet die Messe bei den Besucherzahlen erneut ein Plus gegenüber dem Vorjahr. Wahre Publikumsmagneten waren außergewöhnliche Exponate und auch die erstmals zur Eröffnung veranstaltete „Lange Nacht der Oldtimer“ erwies sich als das richtige Format, betonte Marc Baumüller als Geschäftsführer der Motorworld Classics Berlin.

Nationale und internationale Automobilhersteller mit historischen Wurzeln, Top-Händler, Technikspezialisten für Automobilraritäten, Zubehör- und Accessoire-Anbieter, zahlreiche engagierte Clubs der Szene und private Verkäufer konnten ihre Produkte und Dienstleistungen zur Schau und zum Verkauf stellen. Mit Ex-Profi-Boxer Axel Schulz wurde ein echtes Schwergewicht willkommen geheißen. Im Gespräch mit Projektleiter und Szenekenner Ulf Schulz berichtete er über sein karitatives Engagement für die Laureus Sport for Good Foundation.

Heidi Hetzer, die bereits einmal um die Welt gefahren ist, stellte während der Oldtimer-Messe ihr neues Buch „Ungebremst leben“ vor. Ein Highlight der diesjährigen Messe war auch die Podiumsdiskussion „Oldtimer und Zukunft“, bei der acht Experten verschiedener Generationen Aussichten, Potenzial und zukünftige Möglichkeiten des Oldtimer-Marktes erörterten.

Im Wartburg W311 Camping von 1957 fuhren Jörg Tissat und Frank Lucas heuer 15.000 Kilometer durch die USA eine Charity Challenge der besonderen Art. Anlass für das Abenteuer „von der Ostküste an die Westküste und wieder zurück“ waren gleich zwei Jubiläen: Vor 120 Jahren verließ der erste Wartburg Motorwagen die Hallen in Eisenach und 60 Jahre ist es her, dass der erste Wartburg in die USA exportiert wurde. Jetzt soll der nach dem amerikanischen Händler Willard „Willy“ Witkin benannte Zweitakter zu Gunsten verschiedener Kinderhilfsprojekte versteigert werden. Vorher berichteten sie aber noch auf der Motorworld Classics von ihrer abenteuerlichen Tour im MotorTalk „Die 3 mit Willy“.

Der Peel P50, das kleinste Auto der Welt, hat nur Platz für einen Erwachsenen und eine Einkaufstasche. Er wurde konzipiert, um dem britischen Wetter ein Schnippchen zu schlagen und seinen Fahrer trockenen Fußes von A nach B zu bringen. Das auf der Motorworld Classics Berlin gezeigte Fahrzeug trägt die Produktionsnummer 1 und ist damit vermutlich der erste Peel P50 der Welt. Ausgestellt wurde er vom PS.SPEICHER in Einbeck. Dort steht er normalerweise in der aktuellen Sonderausstellung „KLEIN ABER MEIN“.

Zum 40. Geburtstag des BMW M1 wurde das 1979 vom US-amerikanischen Popart-Künstler Andy Warhol in weniger als einer Stunde „im Stile eines abstrakten Impressionisten mit Feldern von Regenbogenfarben“ gestaltet BMW Art Car auf der Motorworld Classics präsentiert. Der 470 PS starke BMW M1 in Rennversion wurde sogar in Le Mans eingesetzt und fuhr dort auf den sechsten Rang. Das rollende Kunstwerk stellte der langjährige BMW-Pressesprecher Uwe Mahla als 73jähriger Autor und Zeitzeuge am Messe-Eröffnungsabend vor. Damit folgte es dem 2017 gezeigten BMW 507 von Elvis Presley.

Erstmals war auch die Gesellschaft für Technische Überwachung GTÜ als Deutschlands größte amtlich anerkannte Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger auf dem Classique-Gemeinschaftsstand in Berlin dabei. Sie präsentierte das neue Dienstleistungsportfolio Oldtimerbegutachtung/-bewertung und die vielfältigen Dienstleistungen für die Oldtimerszene. Außerdem zeigte die GTÜ unter dem Motto „Wir schauen durch den Lack“ einen innovativen Thermografie-Scanner für die Fahrzeuguntersuchung. Diese Technologie eröffnet neue Möglichkeiten bei der Fahrzeugbewertung.

Ihre zentrale Klassik-Abteilung in Stuttgart sowie die GTÜ-Classic-Experten vor Ort besitzen die dafür notwendige Expertise, greifen auf fundiertes Wissen und eine umfangreiche, qualifizierte Datenbank zurück. Darin sammelt die GTÜ-Classic Daten zu Automobilen, Motorrädern und Nutzfahrzeugen. Zudem erfasst man Publikationen und Literatur zu den einzelnen Marken. Auktionswerte und Marktpreise ergänzen die Datenbank um weitere wichtige Zahlen

Zusätzlich präsentierten die GTÜ und die „Deutsche Museumsstraße“ ein außergewöhnliches Objekt der deutschen Automobilhistorie: einen Hanomag 1,3 aus dem Baujahr 1940 mit Ambi-Budd-Karosserie. Der Karosseriehersteller mit US-amerikanischen Wurzeln hatte Werke in Johannistal und Spandau und brachte den Bau von Ganzstahlkarosserien in den 1920er Jahren nach Deutschland. Die Hannoversche Maschinenbau AG lieferte den „Hanomag“ im Jahr 1940 an einenTextilfabrikanten in Plauen – mit einer Bereifung, die die Firmenmitarbeiter wegen der strengen Gummizuteilungen wieder mitnehmen musste. Seit 2004 befindet er sich in der Sammlung des Technikmuseums Berlin, war bisher aber noch nicht  öffentlich ausgestellt. Text und Fotos: Karl Seiler

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