ADAC setzt auf Drohnen: Fünfmal schneller als Taxi oder Kurier

Die ADAC-Luftrettung und der DRK-Blutspendedienst Baden-Württemberg – Hessen arbeiten künftig bei der Entwicklung einer Drohnenlogistik für den Transport von Blut, Medikamenten und Gewebe eng zusammen. Grundlage der Zusammenarbeit ist ein gemeinsames Forschungsprojekt am Universitätsklinikum in Ulm, in dessen Rahmen in den vergangenen zwei Jahren mehr als 100 Drohnenflüge zwischen der DRK-Blutbank und der Chirurgie der Uniklinik stattgefunden haben. Ergebnis: Mit der Drohne ist der Transport von Blut zum Patienten in Ulm fünf Mal schneller als auf dem herkömmlichen Weg per Kurierdienst oder Taxi möglich.

Der Probebetrieb verlief so vielversprechend, dass das Forschungsprojekt nun in den kommerziellen Regelbetrieb für Kliniken in ganz Deutschland überführt werden soll. Ziel ist ein Standardkonzept für alle unbemannten zeitkritischen Transporte im Gesundheitswesen. Unterstützt wird die Entwicklung der Transportdrohne mit dem Namen „MediCargo“ von der Brandenburger Firma Multirotor.

Bei der Drohne, mit der in Ulm seit 2020 geforscht wird, handelt es sich um einen so genannten Hexakopter mit einem Durchmesser von 1,24 Metern. Er ist rund sieben Kilogramm schwer und kann beim Abflug rund 1,5 Kilogramm als Nutzlast transportieren. Technisch übersteigt die Drohne in ihrer Leistungsklasse alle bisherigen Sicherheitsstandards. Dies umfasst ein eigenentwickeltes dreifachabgesichertes Flugsteuerungssystem von Multirotor, ein Hochpräzisions-GPS für Manöver mit Zentimetergenauigkeit, laserbasierte Höhenmesser, einen Sicherheitsfallschirm und eine Trackinganbindung an die DFS Deutsche Flugsicherung. Die Flugroute wird über spezielle Flugplanungssoftware definiert und die Drohne ist jederzeit auch manuell steuerbar. (aum)

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