Wiebe Wakkers Weltreise in einem Elektro-Golf-Variant

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Wer eine Weltreise machen möchte, braucht ein dickes Portemonnaie. Oder muss sehr einfallsreich sein, so wie Wiebe Wakker. Ohne Geld in der Tasche machte sich der Student in einem auf Elektroantrieb umgebauten VW Golf Variant auf die Fahrt von den Niederlanden nach Australien. 1119 Tage und 95.000 Kilometer später war er am Ziel seiner Träume angekommen: Der Hafen von Sydney mit Blick auf die weltberühmte Oper. Von seiner besonderen Reise im Elektro-Golf berichtete Wakker nun in der Autostadt in Wolfsburg.

Im Rahmen der Ausstellung „Neue Mobilität – Neu denken“ bildete der Vortrag des Elektro-Globetrotters den Auftakt eines neuen Formats, das im Livestream übertragen wurde. Der Elektro-Golf „Blue Bandit“ von Wiebe Wakker ist auch in der Fahrzeugschau „Zeithaus“ der VW-Erelbniswelt ausgestellt – das Automobilmuseum der Autostadt ist coronabedingt im November allerdings erst einmal nicht mehr für den Publikumsverkehr geöffnet.

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Die Entscheidung zu der Reise fiel, nachdem Wiebe Wakker feststellte, sein Studium mache ihn nicht glücklich. Warum also nicht mal raus, die Welt sehen? Was als fixe Idee beim Bier in der Kneipe begann, entwickelte sich in der Folge zum festen Plan. Zudem sollte es auch kein konventionelles Auto sein, sondern ein Elektroauto. Das Projekt „Plug me in“ wurde geboren. Über Kontakte organisierte sich Wakker das Promo-Auto eines Energiekonzerns: einen hellblauen Volkswagen Golf Variant. Dieser wurde einst zum Elektroauto umgebaut und kommt mit einer Ladung 200 Kilometer weit.

Kein Geld in der Tasche und ein Auto mit 200 Kilometer Reichweite – das schreit nicht nach Weltreise. Der junge Niederländer zeigte sich davon aber unbeirrt. Mit Charme und viel Geschick auf Social Media machte er sich und seine Geschichte bekannt. Auf einer Website konnte ihm Jedermann Hilfe in Form von Essen, Strom und einer Bleibe für den Tag anbieten. Und die Angebote flatterten bald nur so herein.

Am 15. März 2016 begab sich Wiebe Wakker dann auf Welttour, zunächst durch sein Heimatland und in der Folge Belgien und Deutschland. Als es in Italien keine Beherbergungsangebote mehr in Richtung Süden gab, dafür Skandinavien lockte, ging es kurzerhand zurück in den Norden. Am Nordkap angekommen, besann sich Wakker auf sein eigentliches Ziel Südhalbkugel: Es folgten lange Reisen durch Polen, die Ukraine, die Türkei und den Iran, ehe es ihn nach Dubai in die Vereinigten Arabischen Emirate verschlug. Hier war seine Geschichte durch soziale Medien und mehrere TV-Auftritte so bekannt, dass sogar die Scheichs aufmerksam wurden und ihn zum Dinner und Feiern einluden – ein Kontrastprogramm zum Essen aus Mülleimern zu Beginn seiner Reise.

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Die Weiterfahrt durch Indien in Richtung Ost-Timor, wo die Fähre Richtung Australien ausläuft, waren gekennzeichnet durch Visa-Probleme, Autoreparaturen ohne Fachkräfte und zahlreiche Anekdoten und großer Hilfsbereitschaft der Menschen. In Australien angekommen ging es auf Rundreise durch den Kontinent. Nach drei Jahren und zwei Monaten auf Achse, erreichte Wakker schließlich seinen Sehnsuchtsort Sydney, zusammen im Konvoi mit weiteren Elektroautos, die ihn zum Zieleinlauf Geleit gaben. (ampnet/blb)

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