Der zähe Kampf um die Zukunft der DTM

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Das Ringen um die Zukunft der DTM bleibt kompliziert, der Kampf um ein Bestehen der Plattform zieht sich, es ist zäh und langwierig. Eine Lösung? Scheint noch nicht in Sicht. Auch am dritten Rennwochenende auf dem Lausitzring blieb die Richtung weiterhin unklar. Kann die DTM als Plattform weiterbestehen und wenn ja, wie? Problem: In dieser Phase befinden sich die Beteiligten schon länger.

Der Status Quo: Audi ist ausgestiegen, inzwischen offiziell auch BMW. Das Class-1-Reglement ist also gescheitert, die aktuellen Autos sind nach der laufenden Saison Motorsport-Geschichte. Beide Hersteller sind aber noch Mitglieder der DTM-Plattform über den ITR e.V. (Internationale Tourenwagen Rennen). Die Gespräche: Laut DTM-Chef Gerhard Berger vernünftig und konstruktiv. Eine Einigkeit gibt es aber trotzdem seit Wochen nicht. Auch in dieser Woche sollen die Gespräche fortgesetzt werden.

Die große Frage: Wollen Audi und BMW, ohne weiterhin werksseitig engagiert zu sein, die Marke DTM auf der Plattform der ITR fortführen, um die Historie zu sichern und am Leben zu erhalten? Oder soll sie eingestampft werden? Dritte Möglichkeit: Eine Fortführung ohne die beiden Hersteller als Mitglieder. DTM-Chef Gerhard Berger: „Ich glaube, dass die DTM es wert ist, sich dafür einzusetzen. Für die Fans, Mitarbeiter und die vielen Jahre harter Arbeit. Wenn die beiden Hersteller der Meinung sind, dass die Plattform nicht fortgeführt werden soll, dann sollten sie als Mitglieder auch in der Lage sein zu sagen, dass sie weg muss. Das liegt in den Händen von Audi und BMW.“

Sportlich bleibt ein GT3-Format die Option, um die es geht. Berger: „Ich glaube, dass es ein tolles Produkt werden kann, wenn man es richtig gestaltet, wenn man es richtig aufbaut, im richtigen Format und Umfeld.“ Hier ziert sich BMW, da die Münchner im GT3-Sport vor allem den Kundensport beheimatet sehen, also eine Serie zum Beispiel wie das ADAC GT Masters. Audi würde ein Fortführungsszenario unterstützen.

Einwände, dass es mit dem GT Masters ein ähnliches Format bereits gibt und ob man in Deutschland Platz für zwei solcher Serien habe, wischte Berger zur Seite. Es gebe unterschiedliche Geschäftsmodelle und Bedürfnisse, so der 60-Jährige: „Einen Teil davon deckt der ADAC mit seiner Plattform sehr gut ab. Die DTM wird aber nicht in Richtung Kundensport zielen. Das Format und die DNA der DTM ist komplett etwas anderes.“ Profi-Rennsport nämlich, betonte Berger.

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Es entsteht unweigerlich der Eindruck, dass man sich bei den Diskussionen um die Zukunft im Kreis dreht, nicht weiterkommt und sich verrennt. Immerhin ist es Mitte August, Motorsport-Programme und Einsätze werden jetzt geplant und nicht in Wochen oder Monaten. Die Uhr tickt also. Auf die Nachfrage, ob man im September mit einem Ergebnis rechnen könne, sagte Gass: „Davon muss ich ausgehen, sonst wird es zu spät, etwas auf die Beine zu stellen. Wenn wir die Chance haben wollen, etwas aufzubauen, braucht es eine Entscheidung“, stellte er klar.

Denn die Herausforderung für die Teams, die irgendwann anfangen müssen, eine Saison zu planen, ist größer, wenn professionelle Fahrer keine potenten Sponsoren im Rücken haben und so das Projekt mitfinanzieren. Je weniger Zeit, je weniger Vorlauf, desto komplizierter das Ganze. „Wir wollen eine Serie für professionelle Fahrer, und das muss finanziert werden. Bei Kundenteams geht es darum, wie sie das stemmen können und trotzdem auf Profis setzen können. Aus ökonomischer Sicht ist es keine einfache Mission, die Finanzierung hinzubekommen“, so Gass.

Die Kritik an einem GT3-Reglement auf dieser Plattform kontert Gass. ADAC-Sportpräsident Hermann Tomczyk hatte die Idee einer Fortführung der DTM unter GT3-Regularien kritisiert, auch der frühere Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug findet diesen Weg „nicht zielführend“.

Gass betont, wie schwierig die aktuelle Situation im deutschen Motorsport ist und vor allem dann wird, wenn eine Plattform wie die DTM verschwinden würde. Gass: „Ein anderes Reglement mit professionellen Fahrern ist eine gute Idee. Denn was wir nicht vergessen dürfen: Sollten wir keine DTM mehr haben, würde das bedeuten, dass wir keinen professionellen Motorsport mehr in Deutschland haben.“ Nicht nur deshalb ist Eile geboten. (Andreas Reiners / mid)

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