So sparsam sind Plug-in-Hybride

Der Plug-in-Antrieb des Kia XCeed ist sogar mit leerem Akku sparsamer als der reine Benziner. © Rudolf Huber / mid

Selbsternannte Spezialisten behaupten zwar gerne das Gegenteil. Aber akribische Tests der Zeitschrift „Auto Straßenverkehr“ brachte es an den Tag: Plug-in-Hybride sind trotz ihres Mehrgewichtes durch Elektromotor und Akku sparsamer als ihre Schwestermodelle mit herkömmlichem Antrieb.

Das Fachmagazin hat fünf Plug-in-Hybride und deren Schwestermodelle ohne Elektroantrieb im Stadtverkehr, auf Landstraßen und Autobahnen gefahren und die Verbräuche verglichen. Dabei war der Akku der Plug-in-Hybride beim Teststart jeweils leer.

Die Überraschung: Keines der fünf Hybridmodelle verbrauchte mehr als das Schwestermodell mit reinem Verbrennerantrieb. Am größten war der Unterschied bei Kia: Der XCeed Hybrid verbrauchte nur 5,0 Liter Super, der reine Benziner schluckte 6,2 Liter auf 100 Kilometer. Auch der VW Passat ist als Hybrid bei leerem Akku klar sparsamer als der reine Benziner. Der Plug-in verbrauchte im Test 5,6 Liter Benzin, der reine Verbrenner 6,2 Liter. Gleichstand herrscht beim Verbrauch mit 5,0 Litern Diesel bei der E-Klasse von Mercedes, beim BMW Dreier (6,0 Liter) und dem Q5 von Audi (9,8 Liter) unterscheiden sich die Verbräuche um gerade mal 0,1 l – jeweils zugunsten der Plug-in-Hybride.

„Diese Ergebnisse widersprechen aber der gängigen Meinung, dass Plug-in-Hybride nur dann sparsamer sind, wenn ihr Akku an der Steckdose geladen wird“, so die Tester. Zwar seien Plug-in-Hybride bis zu 300 Kilo schwerer als reine Verbrenner. Weil aber auch ein leerer Akku beim Bremsen oder Bergabfahren Energie speichere, könne er diese nutzen und den Verbrennungsmotor beim Anfahren und Beschleunigen unterstützen und dadurch den Verbrauch senken.

Selbst auf der Autobahn bei konstantem Tempo spielt das Mehrgewicht keine große Rolle. Ab etwa 80 km/h wird der Luftwiderstand zum wichtigsten Gegenspieler des Antriebs, nicht das Gewicht. (mid)

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