Huckepack: Mama-Taxi auf zwei Rädern

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Die neue Straßenverkehrsordnung räumt dem Fahrrad im Verkehrsmix einen größeren Raum ein. Zu den neuen Regeln zählt dabei auch, dass mindestens 16 Jahre alte Radfahrer „Mitfahrer oberhalb des Kinderalters (sieben Jahre) befördern dürfen, wenn ihr Rad auch zur Personenbeförderung gebaut und eingerichtet ist“. Das Mama-Taxi rollt jetzt also nicht mehr unbedingt als SUV vor die Schule, sondern als Compact Utility E-Bike auf zwei Rädern.

Offensichtlich hat sich die Novellierung der deutschen Straßenverkehrsordnung schnell weltweit herumgesprochen. Zu den ersten Unternehmen, die dieses neue Segment erkannt haben, gehört Tern aus Taiwan, das jetzt seine ursprünglich als Lastenrad entwickelte Baureihe GSD für den Transport von Kindern und Erwachsenen auf den Markt rollt. Bis zu zwei Junioren finden auf den Sitzpolstern des Clubhouse-Gepäckträger-Aufsatzes ausreichend Platz. Vor dem Kontakt mit den Speichen schützen die serienmäßigen Packtaschen, und die Füße ruhen auf Trittbrettern. Eine zusätzliche gegen Aufpreis lieferbare Lenkstange als Haltemöglichkeit liefert Sicherheit für die Passagiere.

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Das GSD ist für ein Gesamtgewicht von 200 Kilogramm zugelassen, so dass auf dem vorderen Gepäckträger noch einmal 20 Kilo gepackt werden können. Für erwachsene Beifahrer kommt demnächst der „Captains Chair“ mit Rücken- und Armlehne auf den Markt. Anstelle der zusätzlichen Sitzmöglichkeit können auch Standard-Euroboxen (600 x 400 mm) sicher transportiert werden.

Das mit einer Länge von 1,80 Meter vergleichsweise kompakte Lastenrad, lässt sich dank seiner ausgeklügelten Falttechnik in einem Van oder Kombi transportieren. Innerhalb von drei Sekunden, so versprechen es die Tern-Entwickler, lässt sich das 27 Kilogramm wiegende Rad zusammenfalten. „Wir haben die Kategorie Compact Utility E-Bike geschaffen, damit man als Stadtbewohner die Vorzüge eines Lastenrads ohne Einschränkungen nutzen kann“, erklärt Tern-Pressesprecherin Angela Kajita die Entwicklung des GSD. Dank der kleinen Laufräder (20 Zoll) und der zentralen Position von Motor und Akku liegt der Schwerpunkt sehr tief, und der lange Radstand ermöglicht zudem eine laufruhige Fahrt. Im Vergleich zu den wesentlich längeren Lastenrädern mit vorne platzierter Ladefläche lässt sich das GSD deutlich angenehmer beherrschen.

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Das GSD wurde als Lastenträger entwickelt, und daher wurden alle Bauteile auf das zulässige Gesamtgewicht ausgelegt. In die beiden serienmäßigen Ladetaschen passen insgesamt 62 Liter Gepäck. Als Antrieb wählten die Techniker in Taiwan einen Mittelmotor vom Marktführer Bosch. Beim Basismodell GSD S10 liefert der Performance-Line-Antrieb ein Drehmoment von 63 Newtonmetern. Die Kraftübertragung übernimmt die bewährte Deore Zehnfach-Kettenschaltung von Shimano. Beim Topmodell GSD S00 liefert die „Performance Line CX“ von Bosch satte 75 Newtonmeter. Als Getriebe steht die stufenlose Schaltung Enviolo CA zur Verfügung, die das Fahren mit schweren Lasten besonders angenehm machen soll.

Dank des Dual-Battery-Systems von Bosch lässt sich nach Tern-Angaben eine Reichweite von bis zu 250 Kilometern erzielen. Allerdings ist der serienmäßige 500-Wh-Akku für den Alltag vollkommen ausreichend. Verzögert wird das Rad von Vier-Kolben-Scheibenbremsen von Magura. Das Mama-Taxi-Rad kostet mindestens 4299 Euro. Das stärkere GSD S00 steht für 4999 Euro bei den Händlern. (ampnet/ww)

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