Run auf E-Bikes ungebrochen – Corona-Virus bremst leicht

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Von Walther Wuttke

Das Fahrrad hat sich in den vergangenen Jahren vom Freizeitmobil zum vollwertigen Fahrzeug entwickelt, das auch in den Mobilitätskonzepten der Städte eine zunehmend tragende Rolle einnimmt. Viele Pendler lassen inzwischen immer häufiger das Auto in der Garage stehen und nutzen für den Weg zur Arbeit vor allem das E-Bike, mit dem sich Wege weitgehend mühelos und ohne Schwitzen absolvieren lassen.

Dieser Trend spiegelt sich auch in den Zahlen des Zweirad-Industrie-Verbands (ZIV) wider. Im vergangenen Jahr konnte die Industrie in Deutschland insgesamt 4,31 Millionen Räder absetzen, was sich in einen Zuwachs von 3,1 Prozent übersetzt. Der Verkauf von E-Bikes erreichte mit 1,36 Millionen Modellen einen neuen Rekordwert, und offensichtlich laufen die Räder mit elektrischer Unterstützung den konventionell mit Muskelkraft angetriebenen Varianten langsam, aber sicher den Rang ab. Der Absatz dieser Modelle ging im vergangenen Jahr um deutliche 7,8 Prozent zurück. Gleichzeitig stieg der Umsatz dank des rasant steigenden Absatzes von elektrifizierten Rädern auf insgesamt 4,23 Milliarden Euro. Der Marktanteil der Pedelecs kletterte auf 31,5 Prozent, und der Trend beschleunigt sich weiter. In den kommenden Jahren rechnet der ZIV mit Marktanteilen zwischen 40 und 50 Prozent. Schon heute machen einige Fachhändler bis zu 70 Prozent ihres Umsatzes mit E-Bikes.

Die elektrifizierten Fahrräder ließen auch den Durchschnittspreis der Räder um 30 Prozent gegenüber 2018 auf 982 Euro steigen. Die Kunden setzen, so die Beobachtung des ZIV, zunehmend auf Qualität, wenn sie die Räder nicht nur am Wochenende einsetzen, sondern sie in ihrer Alltagsmobilität einsetzen.

Ihren Erfolg verdanken die E-Bikes auch der in den vergangenen Jahren gesteigerten Modellvielfalt. Inzwischen sind so gut wie alle Segmente elektrifiziert und erreichen sogar den Bereich der Kinder- und Jugendräder. Auch die neuen Geschäftsmodelle rund um Dienstrad-Leasing und Bike-Sharing beschleunigen den Erfolg dieser Räder. Allein die Modelle aus den Segmenten Trekking und Citybikes erreichen zusammen knapp 80 Prozent Marktanteil, und auch die noch vor einigen Jahren eher verpönten E-Mountainbikes kommen auf einen Anteil von 26,5 Prozent. Lediglich die Rennradfahrer stemmen sich gegen die Entwicklung. Gerade ein halbes Prozent konnten sich zum Kauf einer Rennmaschine mit elektrischem Rückenwind entschließen.

Die angenehmen Zahlen werden allerdings inzwischen durch den Corona-Virus leicht getrübt. Viele Teile – von Rahmen bis zu Komponenten – werden in China und anderen asiatischen Ländern, aber auch in Italien gefertigt. Der Verband hat bei seinen Mitgliedern nachgefragt, und mehr als 80 Prozent der Befragten befürchten Auswirkungen und verlängerte Lieferzeiten. Allerdings unterscheidet sich die Situation von Hersteller zu Hersteller. Viele Marken hatten sich bereits mit Teilen eingedeckt, als die Produktion in Asien noch auf vollen Touren lief, und die Räder stehen jetzt im Handel. Interessenten sollten daher bei ihrer Kaufentscheidung nicht warten, bis sich die Witterung von ihrer fahrradfreundlichen Seite zeigt, sondern jetzt beim Fachhändler vorbeischauen, denn noch sind die Läden gut gefüllt. (ampnet/ww)

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