Stufe eins gezündet: Subaru startet Elektrifizierung im Forester

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Von Klaus H. Frank

Subaru folgt dem Trend der Zeit – und wird elektrisch. Vorerst zwar nur auf einem sehr niedrigen Niveau mit einem Mildhybrid, aber immerhin. Der weltgrößte Hersteller von allradgetriebenen Pkw schickt seinen nagelneuen Forester nun ausschließlich als e-Boxer ins Rennen und ergänzt dessen Zweiliter-Vierzylinder mit einem Elektromotor. Der längs eingebaute Verbrenner wurde aufwändig optimiert, leistet 150 PS und stellt sein maximales Drehmoment von 194 Newtonmetern bei 4000 Umdrehungen zur Verfügung. Der 17 PS starke Elektromotor (66 Nm) ist direkt im stufenlosen Lineartronic-Getriebe integriert und soll zum einen den Verbrauch um etwa zehn Prozent (0,7 Liter) senken, zum anderen die Performance vor allem beim Start sowie Beschleunigen unterstützen und, wie Subaru sagt, den Fahrspaß erhöhen. Außerdem ist der e-Boxer in der Lage, den Forester etwa 1,6 Kilometer (bei maximalem Tempo 40 km/h) rein elektrisch anzutreiben. Das ist außergewöhnlich, denn ein klassischer Mildhybrid ist eigentlich nicht in der Lage, ein Fahrzeug rein elektrisch zu befördern. Strom-Speicher ist eine 13,5 kWh große Lithium-Ionen-Batterie unter dem Kofferraumboden, die ausschließlich über Rekuperation gespeist wird.

Dass der Forester nun einen leicht anschiebenden elektrischen Heinzelmann in seiner Lineartronic sitzen hat, merkt der Fahrer im Alltagsbetrieb eigentlich nicht.  Vermutlich nur im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell dürften Unterschiede feststellbar sein. Was uns nach wie vor negativ auffällt, ist ganz generell die Lineartronic, ein stufenloses CVT-Getriebe, das sieben Schaltstufen simuliert. Dessen „Gummibandeffekt“ ist nunmehr zwar abgemildert, aber immer noch vorhanden. Wer nicht allzu hektisch mit dem Gasfuß hantiert, wird mit diesem  Getriebe durchaus zufrieden sein. Wer aber das Gaspedal gern mal spontan bis zum Bodenblech durchdrückt, der lernt das typische CVT-Problem kennen: der Motor heult auf, aber die Beschleunigung hinkt hinterher. Da hilft nur eines: Zu den Schaltwippen am Lenkrad greifen und selbst schalten.  Optisch hat der Subaru Forester sein etwas antiquiertes äußeres Design nicht wesentlich modernisiert. Jedoch ist ihm nicht abzusprechen, dass er etwas dynamischer daherkommt. Die bewährten SUV-Elemente, wie erhöhte Bodenfreiheit, Unterfahrschutz, markante Frontpartie und muskulös ausgestellte Radkästen sind dem Geländegänger erhalten geblieben. In den Abmessungen ist er um 1,5 Zentimeter auf 4,63 Meter in der Länge gewachsen und um zwei Zentimeter auf 1,82 Meter in der Breite. Die Höhe ist mit 1,73 Meter minimal niedriger. Dank des um drei Zentimeter verlängerten Radstands sind die Innenraummaße noch mal üppiger ausgefallen. Die Passagiere sitzen außerordentlich kommod und auch im Kofferraum herrscht ordentlich Platz: 509 Liter passen rein – und wird die Rückbank umgeklappt, dann können 1779 Liter verstaut werden.

Im Innenraum sind wir erstaunt über die hohe Wertigkeit der Materialien – das grenzt an Premium-Qualität. Natürlich findet sich auch ein bisschen Hartplastik, wie etwa im unteren Bereich der Türen – aber das ist kaum erwähnenswert. Ansonsten ist das Innenraum-Ambiente wirklich tadellos. Wenngleich uns das Lenkrad mit Tasten etwas überfrachtet scheint, sind alle anderen Bedienelemente aufgeräumt, gut erreichbar und intuitiv bedienbar. Ein außergewöhnliches Highlight ist das neue Fahrer-Erkennungssystem (Driver Monitoring System): Es umfasst neben  einen Müdigkeits- und Aufmerksamkeitswarner vor allem ein Gesichts-Erkennungssystem, so wie wir es von diversen Smartphones kennen. Der jeweilige Fahrer speichert seine Gesichtszüge über die Cockpit-Kamera ab und erspart sich das beim Fahrerwechsel lästige neue Einstellen von Sitz und Außenspiegeln, denn das geschieht dann ganz automatisch, wenn das System den Fahrer identifiziert hat. Bis zu fünf Fahrerprofile lassen sich hinterlegen.

Etwas verwirrend erscheinen auf den ersten Blick gleich drei verschiedene Displays, über die diverse Infos abgerufen werden können. Zwischen dem analogen Tacho und Drehzahlmesser sitzt ein kleines 4,2-Zoll-Infodisplay, in dem zum Beispiel der Kraftstoffverbrauch ablesbar ist. Zentral liegt ein großes 8-Zoll-Display, auf dem in erster Linie das Navi abgelesen wird und darüber findet sich ein  6,3 Zoll großes Multifunktionsdisplay, das unter anderem den Energiefluss des e-Boxer Antriebssystems anzeigt. Ganz generell ist die Konnektivität sehr gut – via Apple CarPlay und Android Auto lässt sich auch das Smartphone vollständig ins Fahrzeug einbinden.

Bei einem „Ausflug in die Botanik“ durfte der Forester seine Geländetauglichkeit beweisen, was ihm denn auch hervorragend gelang. Die aktive Drehmomentverteilung und das X-Mode Allradmanagement-System sichern beste Traktion auf jedem Untergrund. Die Bergabfahrhilfe, mit der das Fahrzeug quasi von allein den Berg  hinabklettert, sowie die erhöhte Bodenfreiheit und der Unterfahrschutz machen Geländefahrten auch für Ungeübte relativ einfach.

Sehr stolz ist Subaru auf die hohe Sicherheit im Forester (er wurde als sicherstes Fahrzeug seiner Klasse ausgezeichnet) und stuft das Thema, wie Deutschlandchef Volker Dannath erklärt, sogar höher ein, als die Elektrifizierung. So besitzt der Forester unter anderem ein Antikollisionssystem, einen Abstandstempomaten, einen aktiven Spurhalteassistenten, Totwinkelwarner,  Querverkehrsassistent und mehr. Highlight ist das kamerabasierte System „Eyesight“, das auf rein optischer Basis (kein Radar, keine Mikrowellen) arbeitet. Rechts und links vom Innenspiegel sind zwei Kameraobjektive platziert, die ein Stereo-Bild erzeugen und dank hoher Detailgenauigkeit das System befähigen, sehr effizient vor Gefahren zu warnen. Durch die Platzierung der Kamera im Fahrzeuginneren, besteht außerdem keine Gefahr, dass die Linsen durch Schneematsch etc. verschmutzen und damit funktionsunfähig werden.

Der neue Subaru Forester ist zu Preisen ab 34.990 Euro in vier Ausstattungslinien und acht Lackierungen erhältlich. Die Markteinführung des neuen Forester e-Boxer geschieht am 7. März. Ende des Jahres soll dann ein gemeinsam mit Toyota entwickeltes Elektrofahrzeug kommen. (autour24/khf)

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