Nissan Juke: Das Spaßauto kann auch Vernunft

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Nur ganz am Anfang hat die Automobilwelt den Nissan Juke belächelt. Als Crossover im B-Segment war er vor zehn Jahren noch ein Exot. Dann kam der rasante Erfolg des Klein-SUV. Wir fuhren mit dem brandneuen Nachfolger. Auch dieser hat ein freches Design, das die Betrachter polarisiert. So sieht ein Spaß-Auto aus. Doch der Juke ist sehr funktional, sparsam, elektronisch auf der Höhe der Zeit und somit auch ein Vernunftsfahrzeug.

Der Juke ist auch erwachsener geworden – insbesondere hinsichtlich seiner Abmessungen. Er ist im Vergleich zu seinem Vorgänger länger, breiter und er hat einen größeren Kofferraum. Klein ist nur der Motor, ein Dreizylinder-Benziner mit einem Liter Hubraum und 85 kW/117 PS – ein waschechter Sparmeister unter den Verbrennern. Schnell genug für den Alltag ist er allemal, erreicht er doch eine Spitzengeschwindigkeit von 180 km/h. Mit dem Siebengang-Automatikgetriebe kommt er in gut elf Sekunden auf Tempo 100. Etwas flotter – in 10,4 Sekunden – klappt dieser Spurt mit der 1.600 Euro preisgünstigeren Version mit Sechsgang-Schaltgetriebe.

Bei der ersten Testfahrt machte der Juke mit Handschaltung etwas mehr Spaß. Beim Start aus dem Stand benötigt die Automatik nämlich recht viel Bedenkzeit. Der Schalter kommt bei Grün merklich schneller in die Gänge. Eine Alternative für den kleinen Dreizylinder gibt es im neuen Juke übrigens nicht. Möglicherweise folgt irgendwann eine elektrifizierte Variante, doch einen Zeitpunkt dafür will der Hersteller noch nicht nennen.

Bleibt Nissan bei der Motorisierung auffallend einsilbig, schlägt das japanische Unternehmen bei den elektronischen Sicherheits- und Komfort-Extras große Kapitel auf: Die neuen Infotainment-Optionen und Assistenzsysteme machen das Fahren mit dem neuen Juke sicherer, einfacher und angenehmer. Ein umfangreiches Sicherheitsnetz knüpfen Technologien wie der intelligente Notbremsassistent mit Fußgänger- und Fahrradfahrererkennung, ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent mit Verkehrszeichenerkennung sowie ein Spurhalte-, ein Querverkehrs- und ein Totwinkelassistent, den Nissan erstmals in dieser Form in das kleine Crossover-Segment bringt.

Auf dem neuesten Stand ist der Juke nun auch im Bereich Konnektivität: An Bord ist dazu die jüngste Generation des Infotainment-Systems NissanConnect. Es umfasst eine Smartphone-Integration, eine App zur Fahrzeugsteuerung sowie ab dem ersten Quartal 2020 ein drahtloses WLAN-Netz für datenhungrige Mitfahrer.

Dank der Smartphone-Einbindung per Apple CarPlay und Android Auto lassen sich die Lieblings-Apps des Handys direkt auf dem acht Zoll großen Touchscreen des Bordsystems nutzen. Alternativ zur Smartphone-Navigation kann der Fahrer auch auf den Verkehrs- und Navigationsdienst TomTom Maps & Live Traffic zugreifen. Über die Kompatibilität mit Google Assistant ist es zudem möglich, Ziele per Sprachbefehl einzugeben und an das Navigationssystem des Fahrzeugs zu senden.

Der Juke kostet als Basismodell namens Visia mindestens ab 18.990 Euro und ist schon recht ordentlich ausgestattet mit Audiosystem, Klimaanlage, Sportsitzen, LED-Scheinwerfern und Notbremsassistent. Bei Nissan weiß man, dass sich Juke-Kunden größtenteils für höhere Ausstattungslinien entscheiden. Die nächst höhere heißt Acenta (ab ab 20.990 Euro) und hat unter anderem eine Rückfahrkamera, die für die Basisvariante auch nicht gegen Aufpreis erhältlich ist.

Über dem Acenta glänzen noch die Lifestyle-Linien N-Connecta (ab 22.990 Euro) samt Ambientebeleuchtung und umfangreicher Connectivity sowie Tekna (ab 25.790 Euro) mit allen elektronischen Spielereien, die das technikaffine Herz begehrt. Wer bei der Ausstattung vor allem auf Ambiente Wert legt, könnte mit der ab 26.390 Euro angebotenen Edel-Version N-Design gut bedient sein: Hochwertige Materialien und eine umfassende Auswahl unterstreichen den Premium-Anspruch des Juke in der Topversion. Für Karosserie, Dach und Innenraum stehen verschiedene Farbthemen und -kombinationen zur Wahl, die den urbanen, hochwertigen und sportlichen Charakter des Crossovers unterstreichen.

Der neue Juke ist ein Fahrzeug für alle Fälle, vor allem den urbanen Raum – trotz der Crossover-Eigenschaften. Wer auf eine kraftvolle Motorisierung Wert legt, wird sich nur schwer mit ihm anfreunden können. Doch die smarte Generation mit Faible für Konnektivität und ein modernes Design wird große Augen machen. (Lars Wallerang / mid)

Technische Daten: Nissan Juke Visia 6MT: Länge / Breite / Höhe: 4,21 / 1,80 / 1,60 m, Leergewicht / zulässiges Gesamtgewicht: 1.182 / 1.700 kg. Kofferraumvolumen: 422 – 1.088 l. Antrieb: 3-Zylinder-Benziner, 6-Gang-Schaltung, Hubraum: 999 ccm, Leistung: 86 kW/117 PS, max. Drehmoment: 180 Nm, Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h, 0 – 100 km: 10,4 s. Normverbrauch (WLTP): 4,9 l / 100 km, CO2-Ausstoß (WLTP): 112 g/km. Abgasnorm: Euro 6d-Temp. Preis ab 18.990 Euro.

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