Gutes Design ist nichts für Angeber

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Das Gegenteil von Angeberei ist Understatement. Man zeigt nicht mehr, sondern weniger als man hat. Die Wahl des Autos gibt schon etwas Aufschluss über den Käufer – vor allem im Premium-Segment. Deutsche, italienische und englische Fabrikate der gehobenen Preislage sind im Prestige-Zirkus nicht gerade Leisetreter. Wer Understatement sucht, wird wohl eher im hohen Norden fündig.

Volvo ist vielleicht die Premium-Marke mit dem höchsten Understatement-Faktor. Volvos – vor allem die größeren Exemplare – sind natürlich keineswegs billig, erreichbar nur für Käufer mit überdurchschnittlich großem Portemonnaie. Und hochwertig wirken die Modelle ja. Aber für Angeber gehen sie nicht ins Rennen. Das mag viele Gründe haben. Der wichtigste liegt im diskreten Design der schwedischen Automobile.

Und so ein Fahrzeugdesign fällt nicht einfach vom Himmel. In der Vergangenheit hat die schwedische Marke große Summen in die Entwicklung gesteckt. Und wenn ein Hersteller das tut, muss er auch einen ganz klaren Fahrplan fürs Design haben. „Das Ziel für die aktuelle Fahrzeugpalette war klar: Volvo als echten Premium-Automobilhersteller zu etablieren“, sagt Owen Ready, Chef Strategie und Markendesign bei Volvo. Begonnen habe man mit den Grundlagen der Proportionen, die durch die spezifischen SPA- und CMA-Plattformen ermöglicht wurden.

Das hatte ganz klare Vorteile. „Wenn Sie die Grundbausteine an den optimalen Stellen haben, müssen Sie keine ausgefallenen Styling-Tricks spielen“, erklärt Ready. Stattdessen bemühe man sich ständig, so viel Aufwand und so viele sinnlose Details, Oberflächenveränderungen und -falten wie möglich zu beseitigen, um ein Gefühl von Eleganz, Stärke und Ruhe zu vermitteln. „Volvos müssen nicht schreien – sie haben ein klares Selbstvertrauen.“

Starke Akzente müssen natürlich dennoch sein. Dazu gehören die Scheinwerfer mit den T-förmigen Tagfahrlichtern, die den Spitznamen „Thors Hammer“ tragen. „Sie zeigen wirklich, wie kraftvoll gerade Linien in einer Welt voller visuellem Lärm sein können“, sagt der Design-Chef. Auf der Rückseite sind die vertikalen Lampen ein sofort erkennbares Merkmal von Volvo, das ständig weiterentwickelt wird. „Wir haben das große Glück, dass wir keine bestimmte Kühlergrillform als Schlüsselkennung haben.“ Man könne sehen, dass dies für andere ein Problem wird, wenn sie sich in Richtung Elektroautos bewegen. „Stattdessen haben wir den absolut einzigartigen Schrägstrich auf der Vorderseite unserer Autos, was eine sehr kraftvolle Aussage ist.“

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Der im Vergleich zu früheren Modell-Generationen aufgewertete Innenraum der Fahrzeuge spielt auch eine große Rolle im Gesamtpaket. „Während das Außendesign des Autos sofort Anziehungskraft erzeugt, baut der Innenraum eine dauerhafte Beziehung auf“, erklärt Owen Ready. Um dies zu erreichen sei man bestrebt, Innenräume zu schaffen, die nicht nur gut aussehen, sondern auch im Alltag hervorragend funktionieren. „Wir müssen die Balance zwischen der Schaffung eines Luxusgefühls mit der hervorragenden Ergonomie und der praktischen Anwendbarkeit finden, für die Volvo bekannt ist“, sagt der Designer. Der Betrachter sieht einem Volvo geradezu an, dass Design nicht Selbstzweck ist, sondern mit der Funktionalität eine harmonische Beziehung führt. (Lars Wallerang / mid)

 

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