Opel Mokka X – kleiner Abenteurer setzt zum Endspurt an

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Von Klaus H. Frank

Dieses Jahr noch wird der Opel Mokka X komplett neu auf den Markt kommen – und übrig bleiben wird von diesem einst europaweit äußerst beliebtesten SUV leider nicht mehr als der Name. Denn nach der Opel-Übernahme durch den PSA Konzern, wird der kompakte SUV auf französischer Basis komplett neu aufgestellt. Ohne Allradantrieb, jedoch mit Elektromotor (auch Benziner und Diesel soll‘s weiter geben), wird der neue Mokka weiter um die Gunst der Opelfreunde werben.

Soweit so gut. Aber noch fährt der aktuelle Mokka gut vorne mit in der Beliebtheitsskala, die er jahrelang als europäischer Spitzenreiter bei den kompakten SUV angeführt hat. Begonnen hat die Erfolgsstory im Jahr 2012 als der Mokka (damals noch ohne X) ins Rennen geschickt wurde. Mokka und Mokka X entwickelten sich schnell zu Bestsellern, nicht nur wegen des schicken Designs und der allseits beliebten hohen Sitzposition, sondern auch aufgrund der vielen innovativen Technologien, die in den sportlichen und robusten Modellen schlummern. Besonders bemerkenswert sind die von der „Aktion Gesunder Rücken e.V.“ (AGR) zertifizierten ergonomischen Aktiv-Sitze (Serie). Die Sitze passen sich wie maßgeschneidert dem Körper an, vermeiden Rückenschmerzen, steigern Aufmerksamkeit und Wohlbefinden. Sie können heizen, kühlen oder massieren und helfen, lange Fahrtstrecken entspannt zurück zu legen. Sie verdienen ein Sonderlob.

Wirkte der Mokka in den ersten Jahren seines Daseins etwas pummelig und brav und hat mehr Frauen angesprochen, so ist er heute dank seines sportlich-muskulösen Designs durchaus ein veritables Männerauto mit maskulinem Touch. Beim direkten Blick ins Gesicht dieses knuffigen SUV (4,28 Meter lang) fallen sofort die Scheinwerfer mit einem exzellenten AFL-LED-Licht ins Auge, das schicke Tagfahrlicht trägt das Opel-typische Schwingen-Motiv. Passend dazu ist er mit LED-Heckleuchten bestückt. Mit seinem auffälligen Unterfahrschutz wirkt der kompakte Geländegänger abenteuerlustig, stämmig und gleichzeitig elegant.

Das Gepäckabteil im Mokka X ist gut dimensioniert

Schick auch der geräumige Innenraum (auch hinten sitzen die Passagiere bequem) des Opel Mokka. Gut dimensioniert ist der Kofferraum. Werden die Fondlehnen im Verhältnis 1/3 zu 2/3 umgeklappt, passen 1372 Liter in das Gepäckabteil. In der Fünfer-Sitzkonstellation sind es 356 Liter. Die Zuladung liegt bei 392 bis 434 Kilogramm. Die Anhängelast beträgt bis zu 1,5 Tonnen.

Das Interieur wirkt sehr hochwertig, hat fast Premium-Charakter. Das Cockpit ist klar und horizontal gegliedert, kein Knöpfe- und Schalter-Wirrwarr, wie wir es aus der vordigitalen Zeit kennen.  Intuitive Bedienung ist angesagt. Das 8-Zoll-Farbtouchscreen ist sauber eingebettet in die Armaturentafel und die zentrale Instrumentenanzeige ist gut ablesbar.

Interessant ist ein Blick auf die serienmäßigen ALF-LED-Scheinwerfer (30 Prozent heller als Halogen). Sie passen den Leuchtstrahl mit neun unterschiedlichen Lichtfunktionen automatisch an die jeweilige Fahrsituation an und besitzen sogar einen speziellen „Tourist“-Modus für Reisen in Länder mit Linksverkehr. Da das LED-Lichtsystem keine beweglichen Teile besitzt, reagiert es schnell und präzise auf die jeweilige Fahr- und Umgebungssituation. Ein wahrer Segen in der heutigen Zeit und kaum mehr wegzudenken sind Systeme wie der Fernlichtassistent, ebenso der Verkehrsschildassistent, Spurhalteassistent und auch der Abstandswarner. Er ermittelt via Frontkamera kontinuierlich die Entfernung zum vorausfahrenden Fahrzeug, und der Frontkollisionswarner (700 Euro) alarmiert den Fahrer, wenn der Abstand zum Vordermann rapide abnimmt. Dann werden rote LEDs in die Windschutzscheibe eingeblendet und ein Warnton fordert den Fahrer auf, kräftig auf die Bremse zu treten.

Der Mokka X steht auch im Gelände seinen Mann

Wen schon der Hauch des Abenteuers umweht, der muss auch im Gelände „seinen Mann stehen“. Auch das kann der Mokka X mit seinem optionalen adaptiven Allradsystem. Eine elektromagnetische Lamellenkupplung verteilt die Kraft je nach Fahrbahnbeschaffenheit stufenlos von 100 Prozent Frontantrieb auf bis zu jeweils 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse. Praktisch: Nach jedem Motorstart aktiviert sich kurz der 4×4-Antrieb, damit beim Losfahren die Räder nicht durchdrehen. Hilfreich nicht nur im Gelände sind ein Bergabfahr- und Berganfahr-Assistent.

Ist der Fahrer mal mit seinem Latein am Ende (Panne, Unfall, Diebstahl, Hotelsuche etc.), kein Problem: Der Mokka X hält Verbindung zum persönlichen Online- und Service-Assistenten Opel Onstar – und das 24 Stunden am Tag. Aber leider ist dieser von General Motors entwickelte tolle Service nur noch dieses Jahr bei Opel im Programm. Komfortdienste wie LTE und WLAN sowie der Concierge-Dienst funktionieren dann ebenso wenig wie die Online-Verkehrsinfos fürs Navi. Eine Folge der Übernahme von PSA. Ersetzt wird OnStar vom neuen Konnektivitätspaket „Connect“ (300 Euro), das schon in allen neuen Fahrzeugen (Corsa, Crossland X, Grandland X, Combo Life bzw. Cargo, Zafira Life und der Vivaro) vorhanden ist. Ebenfalls an Bord ist das Intelli-Link-Infotainment-System mit Navi 900 (950 Euro), mit dem die Welt der Smartphones sowohl via Apple Car-Play als auch via Android Auto ins Fahrzeug geholt werden kann. So können alle Funktionen des Smartphones über das 8-Zoll-Display bedient werden.

Mokka X ist mit 136 PS gut motorisiert

Motorisiert ist unser Testfahrzeug mit einem 136-PS-Diesel. Schon ab 1.500 U/min ist der Mokka X gut bei der Sache und bei 2000 Umdrehungen zieht der 1,6-Liter-Turbodiesel mit 320 Nm kraftvoll an. 9,9 Sekunden braucht er für den Sprint auf 100, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 190 km/h. Der Normverbrauch von 4,3 Liter Diesel ist, wie üblich, kaum erreichbar. Aber unser Testverbrauch von 6,3 Litern ist auch nicht schlecht. Mit zartem Gasfuß lassen sich sogar Werte von rund fünf Liter erzielen.

Zufriedenheit herrscht über die Fahreigenschaften: Außerordentlich agil wirkt der Kleine, bleibt gutmütig in Kurven, schiebt lediglich leicht über die Vorderräder zum Kurvenaußenrand, sollte der Fahrer etwas zu euphorisch um die Ecke wollen. Sollte es eng werden, steht das ESP im Hintergrund bereit und bremst den Übermütigen ein.

Fazit: Ein attraktiver SUV, der auch jetzt noch wert ist, gekauft zu werden – obwohl seine Tage gezählt sind. Ein gutes Kaufargument ist der Preis. Unser Testwagen kostet ohne Sonderzubehör 30 870 Euro. Die Basis allerdings beginnt schon bei 20 495 für den 120 PS-Benziner – ein echtes Schnäppchen. (autour24/khf)

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