Mallorca: Schönheiten zwischen Traumstränden

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Von Kurt Sohnemann

Palma de Mallorca. Manchmal überholt die Realität das Meinungsbild, das über viele Jahre in den Köpfen von einer Region geschmiedet wurde. So funktioniert Mallorca auch ganz ohne Sangria-Eimer in den Händen trunksüchtiger Menschen an den Stränden ebenso wie beispielsweise eine Fußball-Bundesliga ohne den Hamburger SV. Im Laufe der vergangenen Jahre haben die Besucher der Baleareninsel mehr und mehr Notiz von den Schönheiten Mallorcas aufgesogen. Entsprechend höher ist die Rate der Gäste geworden, die sich nicht ausschließlich wie halbe Hähnchen am Spieß in der Sonne drehen wollen oder nur die Partymeilen im Programm haben. Selbstverständlich sind diese Prioritäten nicht gänzlich verschwunden, aber Kulinarik, Traumstrände, Tauchgänge, Wandermöglichkeiten oder auch Yoga auf abgelegenen Finkas sind weiter in den Mittelpunkt gerückt.

Es gibt viele Gründe, Malloca zu lieben

Ob Mandelblüte oder das ganzjährig wohlige Klima, es gibt viele Gründe, Mallorca zu mögen. Zwischen dem Meeresspiegel an den Häfen von Palma und Andratx, Pollenca oder den vielen anderen Traumbuchten bis hoch zum Puig-Major de Son Torrella im Tramuntana-Gebirge lassen sich für Fahrradfahrer gut ausgebaute Spuren für unterschiedliche Ansprüche finden. Die hohe Qualität der Weine, die aus den Kellern der über 70 Winzer von der Insel auf die Tische gestellt werden, hat Mallorca-Reisende ebenso überzeugt, wie die zahlreichen guten Küchen in den unterschiedlichen Orten.

Wer Wert auf Qualität legt, wird nicht in die Lokale gehen, für die Koberer Beute unter den durchziehenden Touristenschwärmen machen. Sie gehen gezielt in Lokale, die sich auf mallorquinische Spezialitäten oder Sterneküche verlegt haben. Das Spektrum reicht in der Qualität und Menge von günstigen Tapas, die mit Liebe von Einheimischen produziert werden, bis zu Seezungen oder dem Klassiker, das Spanferkel. „Wir haben mittlerweile ein sehr vielseitiges Angebot für unsere Gäste aufgebaut“, sagt Sven Rasch. Er lebt seit 17 Jahren auf der Insel und betreibt mit dem Hotel Cort eine urgemütliche Herberge direkt im Zentrum von Palma, unweit der Kathedrale. Mit seinem Restaurant „Raw & Grill“ überzeugt er mit mallorquinisch-mediterranen Spezialitäten. Durch dieses Konzept ist er eine Bereicherung der Szene geworden, die sich in Palma mit beneidenswerter Dichte an die Gourmets wendet. Unweit vom Plaza de Cort verwöhnt der britische Sternekoch Fosh seine Gäste. Zudem ist die größte Markthalle von Palma per Fuß schnell zu erreichen. Auch dort werden frische Zutaten an Ort und Stelle von erfahrenen Küchenteams zu Leckereien verarbeitet und angeboten. Eine weitere, ebenso illustre Markthalle, finden die Gäste übrigens im Stadtteil Santa Catalina.

800 Jahre alter Olivenbaum am Placa de Cort

Am Placa de Cort befindet sich in malerischer Kulisse das Rathaus der Stadt Palma de Mallorca und ein 800-jähriger Olivenbaum, der unter Denkmalschutz steht. Wer schon einmal mitten in der Altstadt von Palma stöbert, wird so markante Punkte wie die Kathedrale nicht auslassen. Das mächtige Gotteshaus ist Bischofssitz und auf den Mauern einer Moschee errichtet. Das erklärt die Ausrichtung gen Mekka. Jacob II. begann im Jahre 1306 mit dem Bau, der in seiner Zeitdauer und Dimension an den Berliner Flughafen BER erinnert. Erst 1601 wurde die Kathedrale geweiht. An und in ihr haben sich viele Künstler mehr oder weniger geschickt verewigt. Positive Einflüsse hinterließ beispielsweise Gaudi, der auch in der Innenstadt unübersehbar seine Spuren hinterlassen hat.

Ein Schauspiel erleben die Besucher der Kathedrale immer am 2. Februar und am 11. November eines jeden Jahres, wenn die weltgrößten Rosettenfenster einer Kathedrale das Tageslicht durch die 11,85 Meter Durchmesser lassen, wobei sie sich gegenseitig optimal projizieren. Einzigartig aber auch der siebeneckige Baldachin mit den 35 Lampen aus Kürbis, die 1914 nach einer Idee von Gaudi eine besondere künstlerische Note in das Hauptschiff bringen.

Platanen und Jugenstilhäuser säumen die Ramblas

Die von Platanen und zumeist im Jugendstil erbauten Häuser gesäumten Ramblas oder der Passeig del Born spiegeln die architektonische Schönheit der 500.000 Einwohner zählenden Inselmetropole großzügig wider. Insbesondere von November bis Ende Januar, wenn diese Fußgängerzonen weihnachtlich beleuchtet werden, bieten sie den Betrachtern ein bewundernswertes Bild. Dann ist die Stadt überwiegend den Mallorquinern und Gästen mit Geschmack für das Außergewöhnliche überlassen. Die an Schließfächer erinnernden Strandhotels sind im Winter geschlossen, und das Leben spielt sich gänzlich jenseits von El Arenal und Calla Ratjada ab. Mit viel Geschmack und Hingabe zelebrieren die Spanier aber auch die Beleuchtungen kleiner Gassen, die dann eine heimelige und gemütliche Aussage bekommen.

Einige Anziehungspunkte haben aber dennoch ganzjährig Konjunktur. Da der Gesundheitsboom auch die Yoga-Szene berührt, hat die Österreicherin Sonja Miko die Finca Son Manera in Montuiri errichtet. Abseits des kleinen und beschaulichen Ortes gastieren die bis zu 50 Yoga-Interessierten dort in völliger Stille und Konzentration auf die Übungen, die von kontinuierlich wechselnden Lehrern angeboten werden. Zweimal täglich werden Yoga-Kurse unterschiedlichster Ausrichtungen gegeben, wobei die Gäste aber auch alternative Programme in Anspruch nehmen können, die nichts mit dem Wellness-Part zu tun haben. Das komplett deutschsprachige Team und Programm wird seit 2018 auf der Finca angeboten und steht repräsentativ für die flexible Ausrichtung der Angebote Mallorcas für die Gäste.

Allgemeine Infos: Das Naturschutzgebiet wie auch die touristisch ausgerichteten Anlaufpunkte wie Cap Formentor bieten ganzjährig ihre Faszination, so dass es für Mallorca keine ausgesprochene Zeitempfehlung geben kann. Flüge werden von allen deutschen Flughäfen durch unterschiedliche Linien angeboten. www.spain.info/de, https://www.tourismus.de/europa/spanien/balearen/mallorca/

Kathedrale: www.catedraldemallorca.org, Hotel: www.hotelcort.com, Yoga: www.sonmanera.com

 

Kommentar verfassen