2019: Zwei ganz große Männer der Autobranche gestorben

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Zwei der ganz großen Männer, die die Autobranche über Jahrzehnte geprägt haben, sind im Jahr 2019 verstorben: Lee Iacocca und Ferdinand Piech. Iacocca hat als Sohn italienischer Einwanderer 1946 als Praktikant bei Ford begonnen und sich bis zum Präsidenten des Unternehmens hochgearbeitet. Zu seinen bekanntesten Erfolgen zählt der berühmte Ford Mustang, zudem war er am Dreifachsieg des Ford GT40 im 24-Stunden-Rennen von Le Mans 1966 beteiligt. Über die Jahre hinweg entwickelte er ein sehr gutes Verhältnis zu Henry Ford II. Diesem jedoch wurde Iacocca zu mächtig, weshalb er ihn 1978 trotz seiner Verdienste und hoher Gewinne entließ. Im Alter von 54 Jahren wechselte Iacocca daraufhin an die Spitze des damals in der Krise steckenden Konkurrenten Chrysler und sanierte das Unternehmen innerhalb von fünf Jahren, unter anderem mit Hilfe eines Staatskredits, Massenentlassungen, und der Einführung eines Baukastensystems, bei dem auf gleichen Plattformen verschiedenen Autos gebaut wurden. Ford hatte diese Idee zuvor abgelehnt. Iacocca starb am 2. Juli im Alter von 94 Jahren.

Das Baukastensystem aufgegriffen und zur Perfektion entwickelt hat Ferdinand Piech als VW-Chef. Piech begann seine Karriere 1963 als Enkel von Ferdinand Porsche in der gleichnamigen Sportwagenfirma, wo er sich einen Namen als Ingenieur machte und unter anderem den erfolgreichen Rennwagen Porsche 917 entwickelte. Als Anfang der 1970er Jahre alle Familienmitglieder Porsche verlassen mussten, wechselte er zu Audi und machte die biedere Firma mit Innovationen wie dem permanenten Allradantrieb Quattro, dem TDI-Motor und der Alukarosserie zum technologischen Vorreiter und zum ernsthaften Konkurrenten von BMW und Mercedes.

An der Spitze des VW-Konzerns sanierte er ab 1993 die Kernmarke, installierte die Plattform-Strategie, die Modelle vom Skoda Octavia bis zum Audi TT auf der gleichen Plattform ermöglichte und schuf gemeinsam mit Personaldirektor Peter Hartz die Viertagewoche, wodurch er Massenentlassungen verhindern konnte. Mit dem Ende seiner Amtszeitwechselte er 2002 direkt an die Spitze des Aufsichtsrats und erweiterte den Konzern gemeinsam mit seinem Schützling Martin Winterkorn, bis er vom Motorrad bis zum Lkw alles anbieten konnte. Nach der Übernahmeschlacht zwischen Porsche und VW, an der Piech maßgeblich beteiligt war, waren die beiden von seinem Großvater maßgeblich beeinflussten Marken VW und Porsche in einem Konzern vereint. Über seine Beteiligung an der Porsche Holding gehörte Piech zudem ein Teil des Unternehmens.

Seine Macht schien grenzenlos, sein Wissen über Details wurde bewundert, sein Führungsstil gefürchtet. Mehr als einmal beendete er die Karriere von führenden Managern mit einem kurzen Satz. Sein Versuch, auch Winterkorn zu stürzen, scheiterte jedoch im Frühjahr 2015 nach einem wochenlangen Machtkampf. Piech trat von allen Ämtern zurück und verkaufte später auch seine Anteile am VW-Konzern. Am 25. August starb er im Alter von 82 Jahren. Unabhängig von seinem Nachnamen: Als Ingenieur wie als Unternehmer war er der wahre Erbe seines Großvaters Ferdinand Porsche. (autour24)

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