Ford Transit – gut gerüstet für „die letzte Meile“

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Von Klaus H. Frank

Die letzte Meile – ein immer wiederkehrender Begriff, wenn es darum geht, in smogbelasteten Innenstädten mobil zu sein. Auf der letzten Meile nämlich müssen Pakete zugestellt werden, müssen frische Früchte geliefert werden,  müssen Klempner verstopfte Rohr frei machen und  Elektriker Kurzschlüsse reparieren und, und, und. Und all dies wird in Zukunft nur funktionieren, wenn diese letzte Meile mit Fahrzeugen befahren werden kann, die keinen Verbrennungsmotor sondern einen Stromer unter der Haube haben – oder aber beides. Nahezu geräuschlos und ohne stinkende Abgase können diese elektrischen Transporter auf eben dieser „letzten Meile“ helfen, die Lebensqualität in den Innenstädten deutlich zu verbessern.

Emissionsfreie Reichweite von 56 Kilometern

Ford fühlt sich für diese Herkulesaufgabe gerüstet und hat seine Ein-Tonnen-Nutzlastklasse elektrifiziert – teilweise zumindest, mit Plug-in-Hybrid-Triebwerken. Ford, Marktführer bei den leichten Nutzfahrzeugen in Europa, schickt jetzt seinen Transit Custom PHEV und den Tourneo Custom PHEV auf die Straße, zwei Fahrzeuge, die eine emissionsfreie Reichweite von 56 Kilometern besitzen. Mit sechs Kubikmetern verfügt der Ford Transit Custom PHEV über das gleiche Laderaum-Volumen wie die Modelle mit konventionellem Verbrennungsmotor. Dank der Kombination aus Elektroantrieb und dem 1,0 Liter großen Ford EcoBoost-Turbobenziner, der als Range Extender dient, überzeugen die Plug-in-Hybrid-Versionen mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern.

Der Energiespeicher ist platzsparend in Unterflurbauweise unter dem Fahrzeugbodens angebracht. Dadurch bietet der Transit Custom PHEV eine großzügige Netto-Nutzlast von rund 1100 Kilogramm – das Laderaum-Volumen ist mit sechs Kubikmetern genauso üppig wie bei den Versionen mit konventionellem Antrieb. Ford gibt auf die Batterie eine Garantie von acht Jahren oder160.000 Kilometer.

Die Vorderräder des neuen Transit Custom Plug-in-Hybrid werden ausschließlich von einem Elektromotor angetrieben. Dieser mobilisiert eine Leistung von 92,9 kW und bezieht seine Energie aus einer flüssigkeitsgekühlten Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 13,6 kWh. Der 1,0 Liter große Ford EcoBoost-Benzinmotor dient dabei als Range Extender (Reichweiten-Verlängerer) und besitzt keine mechanische Verbindung zu den Antriebsrädern. Das heißt: Ist die Kapazität der Akkus erschöpft, produziert der Verbrenner den Strom für den Elektromotor an Bord. So kann der Transit Custom PHEV mühelos auch längere Strecken absolvieren, ohne dass hierzu ein Stopp zum Aufladen der Batterien erforderlich wäre. Im Praxisbetrieb allerdings ist diese Fahrweise etwas ungewöhnlich, denn der Verbrenner heult beim Gasgeben recht heftig auf, ohne das leistungsmäßig etwas an den Vorderrädern ankommt – Gewöhnungssache.

Der Akku des Transit Custom PHEV kann über einen Anschluss im vorderen Stoßfänger geladen werden. An einer Haushaltssteckdose mit 230 Volt Spannung und einer Stromstärke von zehn Ampere dauert dies 4,3 Stunden. Mit einem Typ-2-Ladestecker für Wechselstrom (AC) verkürzt sich diese Zeitspanne auf 2,7 Stunden. Zudem gewinnt der Transit Custom PHEV beim Bremsen mittels Rekuperation Energie zurück.

Fahrer beinflusst die Rekuperierung

Der Fahrer kann den Grad der Energierückgewinnung und der Bremsunterstützung des regenerativen Ladesystems beeinflussen. Hierzu wechselt er am Schalthebel zwischen dem „Drive-“ und dem „Low“-Modus. Im „Low“-Programm rekuperiert das System stärker, sobald der Fahrer den Fuß vom Gaspedal nimmt – dies ermöglicht eine größere Reichweite im elektrischen Fahrbetrieb. Um nachfolgende Verkehrsteilnehmer auf die stärkere Verzögerungsleistung hinzuweisen, aktiviert das Fahrzeug automatisch die Bremsleuchten.

Ein interessantes Feature, das den Nutzern des Transit Custom Plug-in-Hybrid ebenfalls wichtige Vorteile bietet, folgt im Frühjahr 2020: Ab dann sorgt ein sogenanntes Geofencing-Modul dafür, dass der PHEV-Transporter in Umweltzonen und in individuell definierbaren Bereichen automatisch in den „EV Jetzt“-Modus wechselt, also auf reinen Elektroantrieb umschaltet. Diese Funktion wird über eine App gesteuert und zeichnet verschlüsselt Daten auf, die den Einsatz des Elektroantriebs bestätigen. Vorteil: Gegenüber zuständigen Behörden dienen diese Informationen als sicherer Beweis, dass das betreffende Fahrzeug nicht versehentlich mit aktiviertem Range Extender in eine Null-Emissions-Umweltzone eingefahren ist – und beugt damit saftigen Geldbußen vor.

Mit dem neuen Tourneo Custom Plug-in-Hybrid präsentiert Ford darüber hinaus eine weitere Modellneuheit. Auch sie ist ab sofort bestellbar und geht noch in diesem Jahr an den Start. Die vielseitige Großraum-Limousine bietet acht Sitzplätze und verfügt über den gleichen Hybrid-Antriebsstrang wie der Transit Custom Plug-in-Hybrid und somit über die emissionsfreie Elektroreichweite von mehr als 50 Kilometer.

Die PHEV-Version des Tourneo Custom zeichnet sich durch ein geräumiges Gepäckabteil sowie einen überaus flexibel nutzbaren Innenraum aus. Als einziges Fahrzeug dieses Segments bietet der Tourneo Custom PHEV die Möglichkeit, die Sitze der zweiten und dritten Reihe auch im Konferenz-Format anzuordnen – dann sitzen sich die Passagiere der zweiten und dritten Reihe gegenüber. Der Tourneo Custom Plug-in-Hybrid eignet sich unter anderem als Business-Shuttle für Unternehmen, die häufig in Umweltzonen wie zum Beispiel in Innenstädten unterwegs sind. Er steht in Deutschland exklusiv in der hochwertigen Ausstattungsvariante „Titanium“ zur Verfügung.

Der „normale“ Transit ist mit Front-, Heck- oder Allradantrieb, als Kastenwagen, Kombi, Bus oder Fahrgestell zu haben und wird in drei Ausstattungen angeboten. 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbodiesel mit 105, 130, 170 und nun auch 185 PS stehen zur Wahl. Es gibt ihn in rund 450 Varianten als Kastenwagen, Pritschenwagen, Kleinbus, Langversion, hohes Dach, Einser-Kabine oder Zweier-Kabine.

Günstigster Plug-in-Hybrid kostet 47 995 Euro

In Deutschland ist der Transit in den Ausstattungsversionen „Basis“ (ab 33.855 Euro), „Trend“ (ab 36 414 Euro) und „Limited“ (ab 45 208 Euro) lieferbar. Der Einstieg in den Plug-in-Hybrid-Transit beginnt mit dem Kastenwagen ab 57 114 Euro, die achtsitzige Shuttle-Version Tourneo Custom Bus kostet 71 900 Euro und ist ausschließlich in der Topausstattung Titanium lieferbar. Als einziges Fahrzeug dieses Segments bietet der Tourneo Custom PHEV die Möglichkeit, die Sitze der zweiten und dritten Reihe auch im Konferenz-Format anzuordnen – dann sitzen sich die Passagiere der zweiten und dritten Reihe gegenüber.

Kunden können den Transit Custom Plug-in-Hybrid ab sofort bestellen. Er kostet ab 47 995 Euro (netto) und löst vor allem die Probleme jener Unternehmen, die einen Transporter vor allem für den Auslieferverkehr in innerstädtischen Umweltzonen benötigen. Damit ist die Elektro-Offensive von Ford noch nicht zu Ende, denn nächstes Jahr folgt der erste rein batterieangetriebene Transit. (autour24)

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