Opel elektrifiziert die letzte Meile

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Von Walther Wuttke

Die Zukunft der urbanen Logistik ist nicht zuletzt dank des ständig wachsenden Internethandels elektrisch. Mehr als drei Milliarden Sendungen müssen inzwischen jedes Jahr in Deutschland zu den Kunden gebracht werden, und die Tendenz zeigt weiter nach oben. Dabei ist Geschwindigkeit das oberste Gebot. Die Waren sollen im Idealfall am Tag nach der Bestellung beim Kunden liegen, um danach unter Umständen als Retoure wieder zu Amazon, Zalando und Co zurückgeschickt zu werden. Wenn die Umweltbelastung in den Metropolen also verringert werden soll, ist ein Wechsel zur Elektromobilität in der urbanen Logistik unausweichlich.

Opel hat diesen Trend erkannt und elektrifiziert konsequent seine Transporter-Flotte. Im kommenden Jahr macht der Vivaro-e den Anfang und rollt in zwei Elektroversionen zu den Händlern. Je nach dem individuellen Einsatzzweck kann der Kunde zwischen zwei Batteriegrößen wählen. Mit der 50 kWh-Batterie fährt der Transporter bis zu 200 Kilometer weit, und der größere 75 kWh-Energiespeicher liefert ausreichend Strom für eine Fahrtstrecke von maximal 300 Kilometern. Beide Werte wurden nach der neuen WLTP-Messmethode ermittelt. Die Variante mit 300 Kilometern Reichweite könnte auch als Taxi eingesetzt werden.

„Besonders auf der letzten Meile in den Innenstädten werden die Elektrofahrzeuge für den Personentransport, Handwerker und Logistikunternehmer immer wichtiger werden“, erklärt Opel-Chef Michael Lohscheller. Und: „Dem Vivaro-e werden in den nächsten Jahren weitere Elektro-Varianten folgen. Im Jahr 2021 werden Combo Life, Combo Cargo und Zafira Life mit vollelektrischen Antrieben auf den Markt rollen.“

Der elektrisch angetriebene Vivaro basiert auf der PSA-Konzernplattform EMP2, die von vornherein für alle Antriebsoptionen ausgelegt ist. Wie die konventionell angetriebenen Varianten kommt auch der Vivaro-e mit drei Außenlängen 4,60 Meter, 4,95 Meter und 5,30 Meter auf den Markt. Auch die Nutzlast liegt unverändert bei bis zu 1400 Kilogramm.

Von dem seit 2001 produzierten Vivaro wurden bisher knapp eine Million Exemplare abgesetzt. Das Modell ist als Cargo, Doppelkabine für bis zu sechs Personen, Plattformgestell und Kombi bestellbar. Die Seitentüren lassen sich optional elektrisch über eine Sensorsteuerung automatisch öffnen, und dank der praktischen „FlexCargo“-Durchladefunktion unter dem Beifahrersitz lassen sich in der längsten Variante bis zu 4,02 Meter lange Gegenstände verstauen.

Im Innenraum legt der Vivaro-e den Nutzfahrzeugcharakter ab, Fahrer und Passagiere erleben Komfort-Eigenschaften, wie sie in einem Pkw üblich sind. Dazu gehören Systeme wie ein Head-up-Display, eine 180-Grad-Panorama-Rückfahrkamera, Frontkollisionswarner, Notbremsassistent und ein intelligenter Tempomat. Auch die Sitze mit Lordosenstütze und Armlehne tragen zum Komfort am Arbeitsplatz bei. Gegen Aufpreis lassen sich die Sitze zudem elektrisch einstellen.

Falls gewünscht lässt sich der Vivaro-e unter anderem auch mit einem Spurassistenten, Verkehrszeichenerkennung, einer Müdigkeitserkennung, die nach zweistündiger Fahrtdauer eine Pause empfiehlt, und einem Notbremsassistenten bestellen. Zusammen mit den Infotainment-Systemen Multimedia Radio und Multimedia Pro kommt ein großer Touchscreen an Bord. Beide Systeme sind für Apple Carplay und Android Auto geeignet.

Die Elektrifizierung der leichten Nutzfahrzeuge ist Teil der Elektro-Offensive der Rüsselsheimer. Bereits im Jahr 2021 wird die Marke acht elektrifizierte Fahrzeuge in den wichtigsten Volumensegmenten anbieten, und „bis zum Jahr 2024“, so Lohscheller, werden wir unsere gesamte Produktpalette elektrifizieren. Mit diesem Produktportfolio werden wir dann hervorragend aufgestellt sein, um die ambitionierten Emissionsziele in Europa zu erfüllen.“ Wobei das „e“ bei Opel nicht allein elektrisch bedeutet. „Das e steht bei uns auch für einfach. Wir wollen es unseren Kunden so einfach wie möglich machen, in die Elektromobilität zu wechseln.“ Deshalb beraten Opel-Spezialisten die Kunden, suchen zum Beispiel nach den optimalen Ladelösungen, analysieren die vorhandene Infrastruktur und empfehlen maßgeschneiderte Lösungen.

Entwickelt werden die neuen Antriebsoptionen im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum, dass zugleich auch als globales Kompetenzzentrum der PSA-Gruppe für die Elektromobilität und für die Brennstoffzellen-Entwicklung fungiert. Schließlich haben die Rüsselsheimer Entwickler bereits mit dem Ampera im Jahr 2012 ihr erstes elektrifiziertes Fahrzeug an den Start gebracht.

Diesen Erfahrungsschatz nutzt nun der PSA-Konzern, zu dem Opel seit zwei Jahren gehört. Auch die Brennstoffzellen-Entwicklung für die Gruppe ist im Rüsselsheimer Entwicklungszentrum angesiedelt. Lohscheller: „Wir verfügen über eine langjährige Erfahrung in der Brennstoffzellen-Entwicklung. Deshalb wurde das Team in Rüsselsheim zum globalen Kompetenzzentrum Wasserstoff und Brennstoffzelle innerhalb der PSA-Gruppe ernannt.“ Das erste Ergebnis wird in nicht allzu ferner Zukunft als Zafira Life mit Wasserstoffantrieb in einer Testserie auf die Straßen rollen. (ampnet/ww)

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