Audi A6 Avant – ein Luxuskombi auf Top-Niveau

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Von Klaus H. Frank

Nein, wir zitieren nicht den alten Werbespruch, denn mittlerweile gibt’s auch noch andere schöne Kombis. Wir konzentrieren uns beim Audi A6 Avant mehr auf dessen innere Qualitäten, wenngleich sein Design nach wie vor ein Traum ist, schöner als je zuvor, denn er wirkt schlanker und dynamischer, was vor allem der stärker abfallenden Dachlinie und dem schrägeren Heck, ähnlich einem Shooting Brake, geschuldet ist. Zu den inneren Werten gehört jedoch nicht allein die innovative Technik des A6 mit seiner wahren Heerschar von Assistenten, sondern auch die Alltagstauglichkeit, die sich in erster Linie – wie das halt bei einem Kombi so ist – auf die Praktikabilität des Laderaums bezieht.

Groß ist er, der Kofferraum, schluckt im Normalzustand, also wenn das Heckrollo geschlossen ist, genau 415 Liter. Wird bis zum Dach hochgeladen, denn passen 595 Liter oder – für trinkfreudige Zeitgenossen in Bierkästen umgerechnet – zwölf an der Zahl sollen hineinpassen. Natürlich darf es auch Limo oder Mineralwasser sein – die handelsübliche Größe sollten sie halt haben. Werden die Rücksitzlehnen komplett umgeklappt, dann können 765 Liter untergebracht werden, ohne dass der Blick durch den Rückspiegel verstellt ist. Wem für die Sicht nach hinten die äußeren Rückspiegel ausreichen und wer bis zum Dach hochladen will, der darf sich über ein Stauvolumen von 1680 Liter freuen. Die Zuladung beträgt 540 Kilogramm.

Auch für ein Nickerchen in der Mittagspause kann das nicht ganz perfekt ebene Gepäckabteil des Avant herhalten, denn dank 1,99 Metern Ladelänge und 1,05 Metern Breite zwischen den Radhäusern kann sich jeder normal gewachsene Mensch gemütlich einrichten – ein bisschen Polsterung ist auf dem doch recht harten Unterboden allerdings empfehlenswert. Gepäckraumklappe und Heckrollo bewegen sich elektrisch, die Heckklappe lässt sich – wenn nach einer Shoppingtour die Hände voll sind – mit einem Kick unter den Stoßfänger öffnen. An Bord ist auch ein in den Ladeboden integriertes Schienensystem mit vier Verzurrösen, Spannband und zwei Befestigungshaken. Der A6 Avant ist also der perfekte „Luxuslaster“.

Abgesehen vom enormen Ladevolumen sind die Raumverhältnisse im A6 Avant ganz generell sehr üppig dimensioniert – ist er doch bei den Außenmaßen ein bisschen gewachsen. Die exakten Maße im Vergleich zum Vorgänger: 4,94 Meter Länge (+12 mm), 1,89 Meter Breite (+24 mm), 1,47 Meter Höhe (+6 mm) und 2,92 Meter Radstand (+12 mm).  Vorne sitzen sogar kleinere Basketballer (bis knapp zwei Meter) ganz bequem, für die Sitze in der zweiten Reihe sollten sie aber nicht größer als 1,90 gewachsen sein, sonst wird’s knapp über dem frisch gestylten Haarschopf. Die Ellbogenfreiheit zum Nebenmann ist gut, genau wie die Distanz der Knie zur Rückenlehne des Vordermanns – ein sehr kommodes Auto, dieser A6 Avant.

Da wir uns nicht zur Kategorie Anfänger zählen, ist für uns das Zurechtfinden auf dem futuristischen, digitalen Cockpit kein Problem, sind doch ohnehin praktisch alle Hebel und Tasten verschwunden. Auch der alte MMI-Dreh-Drücksteller ist passé, dafür informiert nun das MMI touch response (2200 Euro) mit zwei Bildschirmen über alle für den Fahrer relevanten Daten. Ganz toll finden wir hier das haptische und akustische Feedback, das beim Druck auf die schwarzen Tasten in Glasoptik (300 Euro) dezente Klick-Töne imitiert. So werden Fehleingaben durch versehentliche Berührung verhindert. Nahezu alles lässt sich über das 8,6-Zoll-Touchscreen regeln, zum Beispiel die Sitzeinstellung oder die Klimaanlage. Außerdem dient das Touch-Display als Schreibfläche für die Eingabe von Buchstaben per Hand – sehr praktisch für die Navigation. Zudem ist ein 10,1 Zoll großes Touchscreen (Serie nur 8,8 Zoll) als Hauptanzeige fürs Infotainment zuständig. Begeisternd finden wir immer wieder das 12,3 Zoll große Virtual Cockpit mit seiner gestochen scharfen Darstellung für die Navigation – ganz großes Kino ist das. Außerdem blendet das Head-up-Display (1400 Euro) wichtige Infos (Navi, Tempo, Verkehrsschilder) in die Windschutzscheibe ein, so dass der Blick nicht von der Fahrbahn abgewendet werden muss. Trotz der vielen Funktionen überfordert das System den Fahrer nicht: Menüs und Untermenüs sind selbsterklärend. Und wer nicht auf den Touchscreens tippen will, sagt dem Auto via Sprachsteuerung einfach, was es tun soll. Zum Beispiel: „Fahre mich zur Messe in Frankfurt“.

Eines darf natürlich nicht vergessen werden: Die hohe Wertigkeit der Materialien, die Qualität und Präzision der Verarbeitung und die luxuriöse Ausstattung eines Fahrzeugs aus dem Hause Audi. Kombis dieser Tage sind nicht mehr wie „in the old days“ Arbeitsmittel für Maler Meier und Klempner Müller – nein, ein Audi Avant A6 ist modernes Lifestyle-Attribut und luxuriöses Statussymbol.

Für die Qualität der Materialien und das hohe Niveau der Ausstattung stehen beispielhaft die Sitze im Audi A6 Avant: In das Gestühl und die Innenraumausstattung zu investieren, ist goldrichtig, jedoch nicht billig, wie manch andere Sonderausstattung auch. Beispiel: Individualkontursitze mit Memoryfunktion kosten 2500 Euro Aufpreis, in Leder „Valcona“ sind nochmal 1650 Euro draufzulegen, Sitzbelüftung und Massagefunktion schlagen mit 1550 Euro zu Buche – die 280 Euro für den Lendenwirbelstützen erscheinen da fast wie ein Schnäppchen. Wer den Passagierraum in einen fahrbaren Konzertsaal verwandeln will, liegt mit dem optionalen Bang & Olufsen System mit 3D-Klang richtig – der Preis: 770 Euro.

Wer auf das Heck des A6 schaut, liest dort „A6 45 TFSI quattro“. Wer nicht über die aktuelle Nomenklatur der Audi-Typen informiert ist, könnte glauben, dass unter der Haube ein 4,5 Liter-Aggregat arbeitet – mit mindestens sechs Zylindern. Falsch gedacht. Das Triebwerk des A6 45 TFSI ist ein schlichter Vierzylinder mit gerade mal zwei Litern Hubraum. Der direkteinspritzende Benziner ist aber alles andere als untermotorisiert. Seine 245 PS und das maximale Drehmoment von 370 Nm bei 1600 Touren sorgen für Fahrwerte, die sich nicht verstecken brauchen. Den Sprint auf 100 erledigt der A6 Avant in 6,2 Sekunden, die Spitze liegt bei 250 km/h. Der von Audi angegebene Verbrauch liegt bei 6,8 Litern, im Test schluckte der A6 Avant 10,8 Liter – das hohe Gewicht und der hubraumschwache Motor fordern ihren Tribut.

Für die Kraftübertragung auf die vier Antriebsräder des Audi quattro sorgt die siebenstufige S-tronic, deren Schaltvorgänge kaum wahrgenommen werden können. Der Quattro-Antrieb verteilt die Kraft im Normalbetrieb 40:60 zwischen vorne und hinten, je nach Fahrsituation können aber bis zu 70 Prozent der Antriebsmomente an die Vorder- oder auch bis zu 85 Prozent der Kraft an die Hinterachse weitergegeben werden. Beste Traktion ist also stets vorhanden. Die Fahreigenschaften des A6 Avant sind trotz der Größe und des Gewichts von knapp zwei Tonnen phantastisch. Dank vier angetriebener Räder, Dynamik-Allradlenkung (1900 Euro) und Dämpferregelung (1130 Euro) ist der A6-Fahrer stets auf der sicheren Seite.

Die Arbeit aller Assistenten zu würdigen, würde ein kleines Buch füllen. Wichtig zu wissen, dass der A6 Avant serienmäßig Notbremssystem besitzt, das ab etwa fünf Stundenkilometer aktiv ist. Fußgänger und Radfahrer können im Geschwindigkeitsbereich bis ca. 85 km/h und Fahrzeuge bis 250 km/h erkannt werden. Tempomat und Spurhalteassistent sind ebenfalls serienmäßig. Ansonsten sind alle Assistenzsysteme aufpreispflichtig. Nicht mehr vermissen wollen wir das Assistenzsystem  ACC plus, das stets konstanten Abstand zum Vorausfahrenden hält, selbsttätig bremst und auch Gas gibt. Es kann sogar bis in den Stand abbremsen und automatisch wieder anfahren. Klasse auch die Verkehrszeichenerkennung, die das angezeigte Tempolimit in den Tempomaten übernimmt und  das Tempo ganz automatisch auf die Geschwindigkeit, die das Verkehrsschild anzeigt, reduziert.

Der Audi A6 Avant wird ja gern als das Traumauto eines jeden Vertreters bezeichnet. Mag schon sein. Angesichts der Preisgestaltung (der Basispreis des A6 Avant 45 TFSI quattro S tronic liegt bei 58 950 Euro) muss ein Vertreter in der Hierarchie unter seinesgleichen sehr weit nach oben geklettert sein, um solch einen Luxuskombi fahren zu dürfen. Denn auf den nackten Basispreis kommen schließlich noch all die netten Goodies dazu, die den A6 Avant so begehrenswert machen. Bei unserem Testwagen summierte sich dies dann auf 89 535 Euro. (autour24/khf)

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen