Toyota Collection feiert die Kleinwagen Publica, Starlet und Yaris

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Für das Jubiläum „60 Jahre Toyota Kleinwagen“ ist es zwar noch zu früh, die Toyota Collection ließ aber beim monatlichen Thementag Anfang November schon einmal den agilen Yaris und seine legendären Vorgänger Starlet und Publica hochleben: „Manchmal sind es die Kleinen, die ein großes Kapitel Automobil-Geschichte schreiben“.

Mit dem Publica – sein Name ist aus dem englischen Public Car abgeleitet – präsentierte Toyota 1960 den ersten Kleinwagen als japanisches Volksauto. Kein winziges Kei-Car also, sondern familientaugliche Limousinen und Kombis, die ein 0,7-Liter-Zweizylinder-Boxermotor mit 21 kW / 29 PS antrieb. In Japan rundeten sogar 1963 ein Cabriolet und 1964 ein Pick-up das Angebot ab. Ab Ende der 1960er Jahre kamen die geschlossen Karosserievarianten auch auf die europäischen Märkte und in Deutschland startete der Publica schließlich im Jahr 1974 erfolgreich unter der Bezeichnung Toyota 1000.

Ab 1978 folgte der Toyota Starlet. Das Urmodell P6 wurde bis 1980 mit Rundscheinwerfern und danach mit rechteckigen Frontleuchten geliefert. In drei Motorvarianten mit Leistungen von 33 kW / 45 PS bis 48 kW / 65 PS hatte er noch Antrieb über eine starre Hinterachse. Für Furore sorgte der Kleinwagen als Zuverlässigkeitschampion in Qualitätsrankings und als Publikumsliebling bei Rallye- und Rundstreckenrennen.

Der Starlet P7 war ab 1984 dann ein neu konstruiertes Modell mit Quermotor und Frontantrieb – in Europa aber immer noch mit Register- oder Gleichstromvergaser und 40 kW / 54 PS oder 55 kW / 75 PS. Die Basis-Leistung bot auch ein 1,5-Liter-Vorkammerdiesel. In den USA gab es aber bereits Benzineinspritzung und für den japanischen Markt dazu bei der Turbo-S-Variante einen Lader.

Von 1989 bis 1996 wurde der Starlet P8 in Europa als erstes Modell mit der elektronisch geregelten Einspritzung EFI geliefert – anfangs auch als Fünftürer und ab 1990 in Deutschland nur noch mit drei Türen und 1,3-Liter-Benziner. Neben den europäischen Ausführungen wie dem XLi, der Sonderedition Jeans, dem Open Air mit Faltdach und der sportlichen Variante Si gab es für den japanischen Markt noch eine Turbo GT-Variante mit 1,4-Liter-Einspritzmotor.

Den Starlet P9 gab es schließlich ab 1996 nur für drei Jahre. Neben den europäischen Ausführungen wie dem „J“ als Einstiegsmodell oder den Sondereditionen „Carat“ und „Moonlight“ gab es speziell für Rechtslenker-Märkte wie Japan, Neuseeland, Australien und Großbritannien auch zwei sportliche Varianten: Glanza S und Glanza V hatten einen 1,3-Liter-Benziner mit 62 kW / 85 PS oder einen 1,3-Liter-Turbo-Benziner mit 100 kW / 136 PS Leistung.

Als erster in Europa designter und gebauter Toyota Kleinwagen zeigt seit 1999 der Yaris urbanen Lifestyle in schönster Form. Sein Name ist ein von einer deutschen Agentur geschaffenes Kunstwort ohne konkrete Bedeutung – in Japan wird der Yaris seit 1998 als Toyota Vitz vertrieben und mit Stufenheck heißt er Toyota Platz. In den USA und Kanada lief die erste Generation bis 2003 nicht sonderlich erfolgreich als Stufenheckmodell oder Coupé unter der Bezeichnung Toyota Echo und in China wird der Yaris P1 seit 2002 als Xiali Vizi angeboten.

In Deutschland erhielten der Yaris und seine Minivan-Variante Yaris Verso 2003 ein Facelift. Neben drei Benzinern mit Leistungen von 48 kW / 65 PS bis 77 kW / 105 PS gab es für vier Jahre auch einen Diesel mit 55 kW / 75 PS. Die Sportversion Yaris TS mit 98 kW / 133 PS folgte 2007 und seit 2011 wird die dritte Yaris-Generation auch als weltweit erster Kleinwagen mit Hybridantrieb angeboten.

Diese spannende Entwicklungsgeschichte der kleinen Toyota Stars verdeutlichten nicht zuletzt verschiedene Toyota Communities, die in und vor der Ausstellungshalle ihre seltenen und sehenswerten Klassiker zeigten. Highlights waren mehrere bei den Markenpokalrennen Yaris Cup und Starlet Cup eingesetzte Fahrzeuge. Aber auch ein 156 kW/212 PS starker Toyota Yaris GRMN – das Kürzel steht für Gazoo Racing Meister of Nürburgring – machte als schnellster Serien-Yaris mit Straßenzulassung klar, dass der europaweit auf 400 Einheiten limitiert Kompaktsportler seit dem Toyota-Comeback in der FIA Rallye-Weltmeisterschaft 2017 als Yaris WRC eine Favoritenrolle besetzt. (Text und Fotos: Karl Seiler)

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