Toyota Supra: Fahrspaß pur

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Von Heinrich Rohne

Gleich 17 Jahre mussten die Supra-Fans warten, bis Toyota endlich wieder einen Nachfolger des 2002 eingestellten Sportwagens präsentiert. Und für den neuen Supra vertraut Toyota diesmal auf einen Partner. Auf BMW – ein Deal, den noch der damalige BMW-Entwicklungsvorstand und heutige VW-Chef Herbert Diess eingefädelt hat. Die Kinder dieser Partnerschaft sind der BMW Z4 als Cabrio-Roadster und der Toyota Supra als Coupe mit festem Dach.

Das bauliche Grundkonzept ist beim Z4 und dem Supra im Prinzip gleich: die kompakte Karosserie mit lang gestreckter Motorhaube, ein zweisitziger Innenraum sowie ein kurzer Achsabstand mit großen Rädern und breiter Spur. Doch während das bei BMW optisch eher belanglos wirkt, überzeugt der Toyota mit selbstbewusster Sportlichkeit.

Vorne beeindrucken zwei große Lufteinlässe, charakteristische Scheinwerfer mit Sechs-Linsen-LED nah an der Fahrzeugnase und breite Kotflügel. Das Design-Element des „Double-Bubble“-Dach zitiert nicht nur die Sportwagen-Historie, sondern senkt mit seinen zwei Auswölbungen auch den Luftwiderstand und erweitert die Kopffreiheit von Fahrer und Beifahrer.

In der Seitenansicht spannt sich die niedrige Motorhaube in einer dynamischen Linie bis zum Heck. Schwarze Säulen betonen das kompakte Bild der nach hinten geneigten Fahrgastzelle zusätzlich. Und im Heckbereich wirkt ein bogenförmiger Spoiler dem Auftrieb entgegen, während der Stoßfänger trapezförmig nach unten zeigt. Mit diesem Design macht der Supra klar: Hier fahre ich – kraftvoll und fest verzahnt mit der Fahrbahn.

Tatsächlich hält der Toyota Supra, was sein Aussehen verspricht – auch und vor allem durch seinen Motor. Der 3-Liter-Reihensechszylinder aus dem BMW-Regal setzt mit einer Leistung von 340 PS und einem Drehmoment von 500 Newtonmeter auch in diesem Segment Maßstäbe. Das Aggregat geht so kraftvoll, geschmeidig und drehfreudig ans Werk, dass es eine Freude ist.

Dass Toyota für den sportorientierten Supra kein manuelles Getriebe anbietet, ist kein Manko: Die Acht-Gang-Automatik von ZF überzeugt durch sehr schnelle Wechsel der Schaltstufen und eine kurze Übersetzung in den unteren Gängen. Das Schaltverhalten kann mit Hilfe der Fahrmodi „Normal“ und „Sport“ angepasst werden, die zusätzlich den Sound, das Ansprechverhalten sowie die Dämpfer-, Lenkungs- und Differenzialeinstellungen verändern. Denn in Europa kommt der Supra auch mit einem aktiven Differenzial, das sowohl beim Beschleunigen als auch beim Abbremsen die Kräfte blitzschnell zwischen den Antriebsrädern verteilt – von null bis 100 Prozent.

Der Supra fährt sich alles andere als langweilig. Denn die Ingenieure von Toyota haben das Fahrwerk so abgestimmt, dass er mit der perfekten Gewichtsverteilung von 50:50 zwischen Vorder- und Hinterachse in flott angaloppierten Kurven zum Übersteuern neigt und so eindrucksvoll demonstriert, dass er zu den reinrassigen Hecktrieblern mit Frontmotor zählt. Fahrer, die im Kurvenausgang gern mit dem „Gasfuß lenken“, dürfen sich freuen.

So eigenständig und exaltiert sich der Toyota von außen zeigt, so bodenständig präsentiert sich der Innenraum. Und das ist auch gut so: Das komplette Paket wurde aus der bewährten BMW-Schmiede geholt. Wäre da nicht das Lenkrad mit dem Toyota-Emblem, dann hätten die Insassen kaum einen Hinweis, dass sie nicht im neuen Z4 sitzen. Sogar der BMW-iDrive-Knopf auf der Mittelkonsole wurde nicht vergessen.

Das Raumgefühl auf den gut ausgeformten Sitzen ist großzügig. Und überraschend: Sogar das Ein- und Aussteigen – der Schrecken älterer Sportwagen-Besitzer – gelingt ohne große Verrenkungen.

Der Kofferraum fällt mit 290 Litern Volumen zwar nicht üppig aus, lässt sich aber durch seine glatte Ausformung gut nutzen. Praktisch auch, dass das Heckabteil nach vorne offen und nur durch eine Stufe vom Passagierraum getrennt ist. So lassen sich kleinere Gegenstände leicht von vorne im Gepäckraum verstauen.

62.900 Euro verlangt Toyota für die gut ausgestattete fünfte Generation des Supra und liegt damit sogar unter dem Preis für einen vergleichbaren BMW Z4, der im Gegensatz zum Toyota auch keine drei Jahre Garantie bietet. 2.000 Euro extra würden für das Premium-Paket mit Head-up-Display und JBL-Soundsystem fällig. Die auf 90 Fahrzeuge limitierte Erstserie A90 Edition für 67.250 Euro ist leider schon ausverkauft – deren Lackierung „Storm Matte Grey“ übrigens nur Handwäsche verträgt. (autour24/hr)

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