Niesmann+Bischoff macht Reisemobile unabhängiger vom Stromnetz

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Niesmann+Bischoff setzen alle Baureihen unter Hochspannung. Mit einem Lithium-Energiepaket kommt eine elektrische Leistung von 300 Ah an Bord, was für mehrere Tage energetischer Autarkie sorgt. Außerdem bekommen die Arto und Flair-Modelle jeweils einen neuen Grundriss, der zwar einen Sitzplatz während der Fahrt kostet, aber deutlich mehr Platz im Wohnbereich schafft.

Die Marke wandelt seit je her auf Pfaden zwischen der gehobenen Mittelklasse und dem Luxus-Segment. Drei Reisemobil-Baureihen, der teilintegrierte Smove (ab 81 000 Euro), der Arto (ab 99 700 Euro) und das größte Modell Flair (ab 167 300 Euro) gehören seit Jahren zu den Stammgästen auf den Stell- und Campingplätzen. Mit Längen bis 8,8 Meter, Tandemachsen unter dem Heck und zahlreichen Optionen auf noch mehr Komfort kommen aus Polch an der Mosel solide Reisebegleiter im XL-Format.

Mit dem Lithium-Paket sollen sie jetzt noch unabhängiger von den Versorgungseinrichtung dort werden. Statt der üblichen Gel-Batterien setzt Niemsann+Bischoff auf Lithiumionen-Akkus, die nicht nur eine wesentlich höhere Kapazität haben, sondern auch 50 Prozent an Gewicht einsparen. Drei Batterien mit jeweils 100 Ah, die über einen Wechselrichter mit drei kW Leistung geladen werden, schaffen beinah schon haushaltähnliche Verhältnisse. Längere Lebensdauer ist inklusive. Statt der etwa 400 versprochenen Ladezyklen bei herkömmlichen Batterien sind die Lithium-Akkus für rund 5000 Ladevorgänge gut.

Bei Laune gehalten werden sie nicht nur während der Fahrt vom Generator des Basisfahrzeugs, sondern auch von Solarpanelen, die in neuer Schichtbauweise direkt auf dem Dach aufgebracht sind und weitaus weniger Windgeräusche verursachen. Sie lassen sich modular erweitern, was eben das Dach des jeweiligen Reisemobil so hergibt. Ganz billig ist der Autarkiegewinn nicht, für Flair und Arto fallen für das Paket 8990 Euro an, bei Smove, der mit zwei 100 Ah-Akkus bestückt werden kann, sind 6640 Euro fällig. Die gesamte Ladeinfrastruktur lässt sich per App steuern und überwachen.

Der Arto startet bei 99 720 Euro und nutzt den Fiat Ducato mit einem Alko AMC-Tiefrahmenchassis als Basis. Der neue Grundriss 82 E kostet 116 790 Euro und basiert auf dem bisherigen 77 E, der als längster Arto mit Einzelachsen anrollt. Ein zusätzlicher Kleiderschrank und der deutlich größere Waschraum sind die signifikanten Details der Innenraumarchitektur. Die Länge ist hierfür um 40 Zentimeter auf 8,34 Meter gewachsen. Beim Arto bietet Niesmann+Bischoff außerdem sieben Grundrisse mit Lounge-Sitzgruppen und ohne Winkelküche an. Der Verzicht auf den vierten gurtbewehrten Sitzplatz und die Ausformung der Küche macht den Weg zwischen Wohnraum und dem Bad oder Schlafzimmer frei. Gerade ältere Camper hätten diese Lösung als komfortspendend gefordert. Dass dann nur ein Enkel mit auf Reisen gehen kann, nehmen sie in Kauf.

Neu ist außerdem der 32 Zoll große Flachbildschirm im Arto, der platzsparend an der Seitenwand des Kühlschrank verstaut werden kann. Hierzu wird der Monitor des Smart-TV in die Vertikale gedreht und in seinem Staufach befestigt. Der Fiat Ducato bringt neben den abgasoptimierten Motoren vielzählige Assistenzsysteme mit, die ihn wieder konkurrenzfähig machen. Vor allem die Wandlerautomatik von ZF ist ein entscheidendes Argument für seine Anschaffung. Das Getriebe sorgt für 16 Prozent Verbrauchssenkung und ist nach den Jahren mit dem unkomfortablen, automatisierten Schaltgetriebe, das als einzige Alternative zur manuellen Schaltung im Ducato zur Wahl stand, eine längst überfällige Verbesserung.

Niesmann+Bischoff hat sich der Sicherheit verschrieben. Seit 2018 werden die Reisemobile nach aufwändigen Crash-Versuchen serienmäßig mit Airbags für Fahrer- und Beifahrer ausgerüstet. Außerdem bewegt eine spezielle Mechanik die Pedaliere im Falle eines Unfalls aus der Gefahrenzone. Dies gilt auch für die größte Baureihe der Marke, den Flair. Der Hersteller bezeichnet ihn gerne als den automotivsten Liner der Branche, ein ebenso funktional wie harmonisch gestaltetes Armaturenbrett setzt diesen Anspruch wirksam in Szene. Das Lenkrad des Basisfahrzeugs Iveco Daily lässt sich in zwei Wegen verstellen, das Infotainmentsystem kann DAB plus und ist mit einer speziellen Software für Reisemobile ausgerüstet. Die elektrische Feststellbremse spart Raum im Fahrerhaus, wodurch auch der Fahrersitz leichter drehbar ist. Auch eine Traktions- und Bergabfahrhilfe bietet der Daily, die komplette Ausstattung mit der Assistentenriege kostet 5990 Euro.

Die Zahl der Modelle hat sich beim Flair von neun auf zehn Grundrisse vergrößert neu ist der 920 LW auf Basis des LS, hier jedoch mit einem Raumbad ausgerüstet. An Bord ist der klappbare Smart-TV-Flachbildschirm, hier jedoch im 42-Zoll-Format. Zwei Auszüge unter dem XL-Waschtisch bieten jede Menge Stauraum, der Spiegelschrank könnte im Grand Hotel kaum größer sein. Ein zusätzlicher Kleiderschrank schließlich erfüllt den Platzbedarf all jener, die länger aus Reise sind und den Flair eher als erstes denn als zweites Zuhause nutzen. (ampnet/mk)

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