Eura Mobil mobelt seine Reisemobile auf

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Eura Mobil feiert 60. Geburtstag. Was 1959 mit Caravans der Marke Blessing begann, ist heute ein Teil der französischen Trigano-Gruppe, einem familiengeführten Unternehmen, das es mit insgesamt 9000 Mitarbeitern auf immerhin 2,3 Milliarden Euro Umsatz gebracht hat. Fast 42 800 Campingmobile haben die verschiedenen Marken im vergangenen Geschäftsjahr verkauft, Eura Mobil war daran mit immerhin 1800 Fahrzeugen beteiligt. Das Jubiläum nutzt das im rheinhessischen Sprendlingen beheimatete Unternehmen für eine umfassende Erneuerung der Modellpalette.

In allen Fahrzeugklassen gibt es frische Ideen und neue Grundrisse. Basis-Baureihe ist der Activa One, ein Alkovenmobil in kompakter Form, vier der fünf Varianten sind kürzer als 6,5 Meter. Als fahrbarer Untersatz dient einmal mehr der Fiat Ducato, jetzt mit neuen und saubereren Motoren ausgestattet. Einstiegsmodell ist der 550 MS für 53 990 Euro, der mit einem Waschraum und separater Dusche im Heck den Platz bestmöglich zu nutzen versucht. Sehr frisch und freundlich ist die neue Innenausstattung mit dem Namen Beach Home, die maritime Formen und Farben als Gestaltungsmerkmale nutzt. Blau und Weiß dominieren, besonders charmant sind die Verkleidungen der Sitztruhen gelungen, sie erinnern mit einem Korbgeflecht an die Strandkörbe an Nord- und Ostsee.

In der teilintegrierten Profilia-Serie bietet sich der neue, rund sieben Meter lange T 720 QF für 64 490 Euro als besonders geräumiges Reisemobil für zwei Camper an. Im Heck schläft es sich in einem freistehenden Queensbett mit gut 1,5 Meter Breite vortrefflich, die Wagenmitte wird von einem Raumbad belegt, das ein Duschabteil auf der rechten und Waschbecken samt Kassettentoilette auf der linken Seite bietet. Dank der Doppelfunktionstür kann der gesamte Bereich abgeteilt werden, so dass reichlich Platz für das Ankleiden entsteht. Sitzgruppe und Seitenküche finden sich vorn. Wer mit gelegentlichem Besuch rechnet, kann für 1000 Euro mehr ein Hubbett ordern, dass zwei weitere Schlafplätze an Bord bringt.

Ein ähnliches Raumkonzept findet sich im Integra Line 760 HS, das gleichzeitig die Wiedergeburt der Hecksitzgruppe markiert. Zwar leidet die Raumnutzung der Heckgarage unter dieser Aufteilung, da die Sitztruhen weit in den Stauraum ragen, doch verspricht das Sitz-U gemütliche Runden beim Dinieren oder Klönen. Sollte sich die rechte Stimmung nicht einstellen wollen, lässt sich das mit dem Gas-Kaminfeuer von Truma regeln, dass serienmäßig im großen Integra an Bord ist. Es ist seitlich unter dem 32 Zoll großen Flachbildschirm installiert. Geschlafen wird nach dem Umbau im Heck oder, mit weniger Aufwand, im Hubbett über den Fahrersesseln das zwei längs angeordnete Liegeflächen aufweist.

Ein Glanzlicht setzt die neue Kücheneinrichtung im Flaggschiff von Eura Mobil. Ihre Oberflächen sind nun in zwei Ebenen angeordnet, die Anrichte ist um fünf Zentimeter höher als das Kochfeld positioniert. Dieses ist mehr als großzügig gestaltet und mit pflegeleichten Gasbrennern ausgerüstet, die Abdeckung aus Rauchglas ist zweigeteilt, nebenan fährt der Wasserhahn leise aus seiner Versenkung, wenn die als Tablett einsetzbare Abdeckplatte abgenommen wird. Die Kunststoffspüle ist rechteckig geformt und bietet wesentlich mehr Platz als die üblichen Rundwaschbecken. Rollauszüge mit anständigen Formaten erlauben den sicheren Transport von Flaschen, Stauraum gibt es ohnehin im Überfluss. Knapp 102 000 Euro kostet das Spitzenmodell der Integra-Line-Baureihe.

Eine weitere Baureihe kündigt Eura Mobil für den Caravan Salon Ende August in Düsseldorf an. Dann sollen die Integra-Mobile eine Schwesterbaureihe mit dem Namen Contura bekommen. Die rollt nicht in integrierter, sondern in teilintegrierter Form an und hat über dem Fahrerhaus das klassische, oft als Cappuccino bezeichnete Mützchen. Darin ist ein Panoramafenster eingebaut, Lichteffekte innen vergrößern den Sternenhimmel nachts. Weshalb der Hersteller die Luke als Starlight-Dome bezeichnet.

Bei Farbgebung und Grundrissen bedient sich die Baureihe aus der Integra-Serie, vier Einrichtungen sind vorgesehen, der C 710 EB mit Einzelbetten, der C 760 EB in gleicher Aufteilung, der C 760 EF mit französischem Bett und der C 760 QB mit Queensbett. Für vergrößerten Stauraum nutzt Eura die beheizten Zwischenräume des Alko-AMC-Chassis, die durch seitliche Klappen oder Kellerluken im Wohnraumboden beladen werden können. Als Basisfahrzeuge stehen beim Contura gleich zwei Modelle zur Verfügung. Entweder der Kunde bestellt den Fiat Ducato als rollenden Untersatz oder er greift etwas tiefer in die Tasche und ordert den Mercedes Sprinter. Der Aufbau ist für beide Fahrgestelle vorbereitet. Eine genaue Preisangabe macht Eura Mobil nicht, die Contura-Versionen werden nicht nennenswert günstiger sein als die Integra Line.

Bei den meisten übrigen Modellen hat Eura Mobil zahlreiche Kundenwünsche umgesetzt. So haben das Queensbett sowie die Einzelbetten in Längsrichtung jetzt eine Länge von 2,02 Meter bekommen. Im Integra 700 EB wurde außerdem die Lounge vergrößert. Wo möglich, baut der Hersteller den Slimtower-Kühlschrank von Dometic mit wenigsten 130 Liter Volumen ein. In dessen Seitenwand wird künftig der Flachbildschirm integriert, wo er platzsparend in perfekter Blickhöhe hängt.

Die unter dem Namen Forster seit 2015 von Eura Mobil angebotenen Einsteigermodelle bekommen neue Frontpartien und einen neu geformten Cappuccino, der Alkoven wurde bei den entsprechenden Modellen runder gestaltet. Rahmenfenster, Isofix-Befestigungen und mit Wohnraumpolsterstoff bezogene Fahrersitze gehören jetzt zum Serienstandard. Die Aufbautüren bekommen ein Fenster und einen Fliegenschutz, drei neue Grundrisse (FA 741 VB, FT 649 HS und FT 741 EF) bereichern das Programm. Auch bei Forster gibt es längere Betten und erstmals das Raumbad.

Die dritte Marke unter dem Eura-Dach, Karmann, geht mit weitgehend unveränderten Kastenwagen-Ausbauten aber modellgepflegtem Programm in die neue Saison. Der Davis auf der Basis des Fiat Ducato bekommt neue Rahmenfenster und ein Panoramadach, auf Wunsch gibt es ein 120-Watt-Solarpanel und mit dem Concept-Paket den 140-PS-Motor samt 90-Liter-Tank. Die Klimaanlage im Fahrheraus, elektrische Außenspiegel sowie Armlehnen vorn zählen ebenso dazu. Der Dexter, den es auch auf Basis des Ford Transit gibt, hat ein neues Interieur und das Panoramafenster erhalten, der Transit kann auch mit Allradantrieb zum Preis von rund 53 000 Euro bestellt werden. Er ist damit eines der günstigsten Allradmobile auf dem Markt. (ampnet/mk)

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