Jaguar XE SV Project 8: Ohne Spoiler geht’s auch

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Er hält seit anderthalb Jahren den Rundenrekord für viertürige Serienlimousinen auf der Nordschleife des Nürburgrings: Der Jaguar XE SV Project 8 unterbot im November 2017 den vorherigen Rekord um elf Sekunden. Auch auf zwei weiteren Rennstrecken ist das Auto eine Bestzeit gefahren. 182 000 Euro lassen sich Käufer die 600 PS (441 kW) starke und 322 km/h schnelle Limousine kosten. Der mächtige hintere Spoiler aus Kohlefaser ist allerdings dem einen oder anderen Enthusiasten im Alltag eine Spur zu mächtig. Den Ruf nach ein wenig mehr Understatement hat Jaguar erhört.

Der XE SV Project 8 ist künftig auch mit dem so genannten Touring Pack zu haben. Dass der Wegfall des Heckflügels mit der Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit auf 300 km/h einhergeht, dürften die Kunden verschmerzen, denn alles andere bleibt nahezu erhalten. Die breitere Karosserie schmücken nach wie vor ein markanter und hier etwas kleinerer Front- und Hecksplitter sowie breite Seitenschweller, die im Einstiegsbereich der hinteren Türen den mahnenden Schriftzug „No Step“ tragen.

Und geblieben sind vor allem die 600 PS aus fünf Litern und per Kompressor aufgeladenem V8. So sprintet dann auch die „zivilere“ Version des Rekordhalters in ebenfalls 3,7 Sekunden von null auf 100 km/h. In den Genuss kommen weltweit allerdings lediglich 15 Käufer, deren Fahrzeug in Handarbeit gebaut wird, und die sich beim Touring zwischen den vier Farben Valencia Orange, Velocity Blue, Corris Grey Satin und British Racing Green entscheiden können. Auf Wunsch lässt Jaguar auch sämtliche Schriftzüge bei dem exklusiven Viersitzer weg. Das Understatement hat seinen Preis: Trotz fehlendem Heckflügel wird an den 182 000 Euro XE SV Project 8 nicht gerüttelt.

SV — das steht für Special Vehicle. Dahinter steckt die Special Vehicle Operations (SVO) von Jaguar und Land Rover, die sich immer stärker etabliert. Die 2014 gegründete Abteilung startete mit dem auf 250 Exemplare limitierten F-Type Project 7, der rasch ausverkauft war, und schob mit dem Ranger Rover Sport SV das erste Performance-SUV von Land Rover nach. Mittlerweile hat SVO sieben Modelle im Programm, die in einer eigenen Fabrik in Coventry gebaut werden, und sich zu einer Art Submarke entwickelt. Auch der Rennwagen I-Pace e-Trophy ist Teil der SV-Familie.

Neben ihrer regulären Fahrzeugpalette kümmert sich die Special Vehicle Operations auch um Individualisierungswünsche, Spezialanfertigungen und Filmautos, etwa für James-Bond-Filme. So können Kunden bei der Individualisierung beispielsweise auf über 100 Farben für die Lackierung zurückgreifen.

Die dritte Abteilung innerhalb der SVO-Abteilung ist Jaguar Land Rover Classic Works. Hier werden, ebenfalls in einer eigenen Fabrik nahe des Land-Rover-Stammwerks Solihull, nicht nur historische Modelle der beiden Marken gewartet und gepflegt oder restauriert, sondern sogar anhand der Originalunterlagen komplett nachgebaut.

So entstanden beispielsweise neun Jaguar XKSS, deren damalige Vollendung vor 62 Jahren ein Brand in der Fabrik verhinderte. Für rund 1,26 Millionen Euro gingen die nagelneuen Oldtimer dann an Sammler. Dazu kommen 25 Exemplare der ebenfalls unvollendeten D-Type-Serie. Zum „Reborn“-Programm gehörten mittlerweile auch zehn Range Rover der ersten Serie aus den Siebzigern. (ampnet/jri)

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