Alfa Romeo peppt seine Giulia und den Stelvio auf

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Von Klaus H. Frank

Alfa Romeo peppt seine Limousine Giulia und den SUV Stelvio auf, nimmt damit aber den Alfisti nicht die Sorge um die Marke generell und lässt sie mit etwas Wehmut auf deren Entwicklung blicken. Denn es könnte besser laufen für die hoch-emotionalen Automobile: Die Verkaufszahlen dümpeln so dahin – und eine Besserung scheint bis zum Erschienen des Tonale im nächsten Jahr nicht in Sicht. Nicht mal 1300 Exemplare der Giulia konnten die Italiener im vergangenen Jahr hierzulande verkaufen – das sind gerade mal vier Exemplare pro Tag. Hier ein etwas hinkender Vergleich, aber dennoch: Bei Volkswagen in Wolfsburg laufen pro Tag knapp 2000 Golf vom Band.

Die Hoffnung jedoch stirbt zuletzt – und sie keimt neu auf, dank des Wieder-Einstiegs von Alfa in die Formel 1 nach 34 Jahren mit der finnischen Motorsport-Legende Kimi Raikkönen und dem italienischen Nachwuchstalent aus der Ferrari Academy, Antonio Giovinazzi. Die Italiener firmieren hier in der Top-Liga des Motorsports als „Alfa Romeo Racing“, was aber mehr oder weniger nur ein Titel-Sponsoring ist, denn am ursprünglichen Sauber-Team aus dem schweizerischen Hinwil hat sich eigentlich nichts geändert.

Werfen wir einen Blick auf den Stelvio und die Giulia, eine der schönsten Limousinen auf dem Markt und ausgezeichnet mit diversen Design-Preisen. Optisch ist die Giulia die Gleiche geblieben, unter der Haube jedoch gibt‘s etwas mehr Leistung. Die beiden Einstiegsvarianten des 2,2-Liter-Turbodiesels leisten sowohl in der Giulia als auch im SUV Stelvio zehn PS mehr  – also 160 PS beziehungsweise 190 PS. Die Topversion des Selbstzünders stellt weiterhin 210 PS zur Verfügung. Nichts geändert für Giulia und Stelvio hat sich bei den Benzinern. Das Zweiliter-Triebwerk leistet 200 oder 280 PS. Alle Motoren sind jetzt serienmäßig mit einem Achtgang-Automatikgetriebe kombiniert und  nach der strengen Abgas-Norm Euro 6d-Temp zertifiziert.

Der Top V6 im Quadrifoglio (ausschließlich mit Heckantrieb) bietet eine Leistung von 510 PS. Dieses gemeinsam mit Ferrari entwickelte 2,9-Liter-V6-Bi-Turbo-Triebwerk (0-100 in 3,9 Sekunden, Spitze 307 km/h bei der Giulia, beim Stelvio 308 km/h und 283 km/h) verspricht Besonderes, wird es doch auch in den Sondermodellen Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio NRING und Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio NRING eingesetzt – quasi eine Hommage an die großen Erfolge, die Alfa Romeo auf der Rennstrecke in der Eifel feierte. Doch nicht nur das: Die Sondermodelle sollen auch an zwei Rundenrekorde erinnern, die Alfa Romeo auf der weltweit anspruchsvollsten Teststrecke für Serienfahrzeuge aufgestellt hat. Eine serienmäßige Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio erreichte in der „grünen Hölle“ des Nürburgrings mit 7.32 Minuten eine neue Bestmarke für die Kategorie viertüriger Limousinen. Ein ebenfalls serienmäßiger Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio umrundete die Nordschleife in 7.51,7 Minuten – schneller als dies je ein SUV zuvor geschafft hat. Nur jeweils 108 Exemplare der 510 PS leistenden Topversionen werden weltweit verkauft und die Preise hierfür sind genauso ein Hammer wie die Modelle selbst: der Alfa Romeo Giulia Quadrifoglio NRING kostet 122 570 Euro, der Alfa Romeo Stelvio Quadrifoglio NRING 128 520 Euro.

Abgesehen von den Modifikationen der Triebwerke sind die Ausstattungen für beide Alfas erweitert worden – neu bei der Giulia sind die Versionen Lusso, B-Tech und Veloce Ti, beim Stelvio sind es Lusso und B-Tech. Der Stelvio in der Basis-Version liegt bei 41 000 Euro. Die Basis-Giulia kostet ab 37 000 Euro und fährt nun mit einem Infotainmentsystem mit 6,5-Zoll-Monitor, Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Regen- und Lichtsensor, 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Parksensoren und elektrisch anklappbaren Außenspiegeln. In der Ausstattung Business gibt’s unter anderem ein Navigationssystem und elektrisch verstellbare Sitze. Bei der Version Lusso sehen wir Lederpolster, Rückfahrkamera und Echtholz. Die Variante B-Tech gilt als sportliche Version mit Bi-Xenon-Scheinwerfern und schwarz glänzenden Exterieur-Details. Ganz oben finden sich bei den Top-Triebwerken die Ausstattungslinien Veloce Ti (Giulia) und Ti (Stelvio) mit Allradantrieb, Leder-Alcantara-Sportsitzen und regelbaren Dämpfern.

Bei den beiden Top-Varianten „Quadrifoglio“ für Giulia und Stelvio wird’s dann (abgesehen von den NRING Versionen) richtig teuer: Die Giulia kostet hier 79 000 Euro, der Stelvio 89 000 Euro. Zu diesem Preisen gibt’s jedoch eine Top-Ausstattung. Beispiel Giulia: Zur Serienausstattung gehören das aktive Sperrdifferenzial an der Hinterachse mit Alfa Active Torque Vectoring, Alfa Active Aero Splitter aus Kohlefaser sowie die intelligente zentrale Steuereinheit Alfa Chassis Domain Control, die alle elektronisch adaptierbaren Komponenten von Fahrwerk, Antriebsstrang und Motor miteinander vernetzt. Außerdem gibt’s unter anderem eine Brembo-Bremsanlage mit perforierten Bremsscheiben und 6-Kolben-Bremssättel vorne, die Totwinkel-Warnung (Blind Spot Monitoring), Diffusor hinten, Dach und Motorhaube aus Kohlefaser, einen vollständig verkleideten Unterboden und eine Sport-Abgasanlage mit vier Endrohren. (autour24/khf)

Technische Daten Alfa Romeo Giulia 2.2 Diesel: L x B x H (Meter): 4,65 x 1,86 x 1,44, Radstand 2,82. R4-Turbodiesel, 2143 ccm, Leistung: 140 kW / 190 PS bei 3500 U/min, Max. Drehmoment: 450 Nm bei 1750 U/min. Höchstgeschwindigkeit: 230 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,1 Sek. Heckantrieb. Verbrauch (Durchschnitt nach EU-Norm): 5,0 Liter. Effizienzklasse: B. CO2-Emissionen: 131 g/km (Euro 6d-Temp). Leergewicht / Zuladung: min. 1540 kg / max. 530 kg. Kofferraumvolumen: 480 Liter. Tankvolumen: 58 Liter. Max. Anhängelast: 1600 kg. Basispreis: 42 000 Euro.

 

 

 

 

 

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