Mehr Transparenz bei der Ladestrom-Abrechnung

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Elektromobilität ist ein hochrelevantes Thema – Elektro-Autos sind aber  bislang noch keine Selbstläufer. Wesentliche Punkte für eine Akzeptanzsteigerung wären neben dem weiteren Ausbau der öffentlichen Lademöglichkeiten auch eine einfachere, transparente Abrechnungen – die nun zum 1. April kommen.

Natürlich kann ein Elektroauto daheim „über Nacht“ an jeder üblichen Schuko-Steckdose mit 230 Volt geladen werden. Effizienter ist schon eine Wallbox, bei der sich an den Dreiphasen-Wechselstrom mit 400 Volt Ladeleistungen von 11 Kilowatt (kW) bis zu 22 kW bei 32A erzielen lassen. In beiden Fällen werden die Kosten für den geladenen Fahr-Strom zwar nicht explizit ausgewiesen – stecken aber in der häuslichen Stromrechnung.

Wer aber ohne häuslichen Ladeanschluss oder etwas großräumiger bzw. länger unterwegs ist, der kommt ohne öffentliche Ladesäulen nicht aus. Normale AC-Ladesäulen haben mindestens den europaweit normierten Stecker des Typ 2 und ihr dreiphasiger Wechselstrom wird durch das Ladegerät in Gleichstrom umgewandelt. Bei „schnellen“ DC-Ladesäulen – nur jede Zehnte der aktuell 14.000 in Deutschland vorhandenen Strom-Tankstellen – wandelt ein leistungsstarker Gleichrichter den Wechselstrom aus dem Stromnetz in Gleichstrom um. Der fließt dann direkt in den Akku und mit einer Leistungsspanne von 24 kW bis zu (künftig) 350 kW erzielt man deutlich kürzere Ladezeiten.

Die Dauer eines Ladevorgangs hängt von der maximalen Ladeleistung (kW) und der Batteriekapazität (kWh) ab. Teilt man die Kapazität durch die Ladeleistung, ergibt sich die ungefähre Ladedauer in Stunden. Tatsächlich dauert der Vorgang aber meist ein wenig länger, da die Ladeleistung mit steigendem „Füllstand“ reduziert wird.  Die halbe Ladung (von 30 bis 80 Prozent) einer 35 kWh-Batterie (z.B. im VW e-Golf) dauert so bei 22 kW etwa 35 Minuten.

Abgerechnet wird der bezogene Ladestrom (wenn er nicht der Einfachheit halber kostenlos ist) bisher ausschließlich nach Ladezeit (bei der Telekom z.B. 2 bis 6 Cent/Minute) oder pro Ladevorgang (z.B. beim Charge&Fuel Card Tarifmodell von Volkswagen mit AC Wechselstrom 5,90 Euro und mit DC Gleichstrom 8,40 Euro pro Ladevorgang oder bei innogy an DC-Stationen 6,95 Euro für Vertragskunden und 7,95 Euro für spontanes Laden per Direct Payment).

Abhängig von Ladeleistung, Batteriekapazität und jeweiligem „Füllstand“ ergeben sich so unterschiedliche Preise für die Kilowattstunde – die der Kunde bisher erst bei der Abrechnung erfährt. Die Bezahlmöglichkeiten an öffentlichen Stromtankstellen variieren dabei je nach Modell und funktionieren mittels Vertrag bei einem Mobilitätsanbieter, über eine Kundenkarte (von der es in Deutschland etwa 300 gibt), mit einer Grundgebühr oder per Prepaidkarte. Künftig sollen auch (wieder) Bargeld, webbasiertes Bezahlen per Smartphone, Kreditkarten, Online-Bezahldienste wie PayPal, Giropay oder  Paydirect und Sofortüberweisung möglich sein.

Eichrecht und Preisangabenverordnung bringen nun ab dem 1. April 2019 den Verbrauchern mehr Sicherheit und Transparenz bei der Abrechnung, denn der Strom muss dann nach Kilowattstunden gemessen werden. Eichrechtskonformität verlangt, dass die Messgeräte die Ergebnisse dem jeweiligen Ladevorgang zuordnen, in geeigneter Form darstellen und gegen Verfälschung absichern. Zusätzlich müssen die Messergebnisse prüfbar sein. Somit ist in der Zukunft gewährleistet, dass Kunden genau das bezahlen was Sie tatsächlich geladen haben und dies auch nachvollziehen können.

Die Preise werden dadurch zwar etwas übersichtlicher, im Ergebnis aber kaum günstiger. Wenn aus „Telekom Ladestrom“ nun „Get Charge“ wird, fallen weiterhin an 13.400 öffentlichen Ladepunkten keine monatliche Grundgebühr und kein Mindestumsatz an – aber nur an 5.000 Ladepunkten bei den „bevorzugten Partnern“ Allego, Fastned*, Innogy, Ionity, ComfortCharge, ChargeCloud, Bosch, Digital Energy Solutions (DES), LastMileSolutions, Stadtwerke Lindau, Enio und EVH gelten als Preis pro Kilowattstunde 0,29 Euro für Wechselstrom und 0,39 Euro für Gleichstrom. An allen anderen Ladepunkten, z.B. chargeIT, DB Energie, EnBW, has.to.be, inno2grid, Ladenetz und Plug’n Charge kostet Normal- oder Schnellladen einheitlich 0,89 Euro pro Kilowattstunde. (Text und Fotos: Karl Seiler)

 

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