Das Erfolgsgeheimnis des Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid

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Von Klaus H. Frank

Allmählich kommen auch die deutschen Hersteller mit ihren Elektrofahrzeugen, Hybriden, Plug-in, etc. „aus dem Quark“  – Zeit wird’s auch, nachdem etliche Importeure vorgemacht haben, wie es gehen kann. Zum Beispiel Mitsubishi: Große Bewunderung ruft bei der japanischen Marke der Plug-in-Hybrid Outlander (PHEV) hervor, der auch im vergangenen Jahr wieder der meistverkaufte Plug-in-Hybrid in Europa war. Seit 2013 hat Mitsubishi mehr als 125 000 Einheiten davon auf den Markt gebracht – das ist eine wahrhaft stolze Zahl.

Was ist das Erfolgsgeheimnis des Outlanders PHEV? Abgesehen von seinem robusten, aber gefälligen SUV-Design überzeugt er mit fortschrittlicher Technologie, hoher Alltagstauglichkeit und einem vernünftigen Preis.

Die Technik: Im Outlander PHEV stecken drei Motoren. Ein 2,4-Liter Benziner mit 135 PS, ein Elektromotor für die Hinterachse mit 96 PS und ein Elektromotor für die Vorderachse mit 82 PS – das ergibt eine Systemleistung von 220 PS. Der Benziner arbeitet nach dem Atkins-Prinzip, was bedeutet, dass er im Niedrig- und Teillastbereich einen  höheren Wirkungsgrad als ein normaler Ottomotor hat, aber weniger Verbrauch und Emissionen besitzt. Da die beiden E-Motoren Vorder- und Hinterachse antreiben, besitzt der  Outlander logischerweise Allradantrieb (Super All Wheel Control) und macht damit auch im Gelände (Bodenfreiheit 19 Zentimeter) eine relativ gute Figur. An einen echten Allradantrieb mit Sperren kommt er damit jedoch nicht ran.

Der Benziner läuft ausgesprochen kultiviert und leise, dient in erster Linie dazu, als Generator Strom für die Batterien zu produzieren, die dann die E-Motoren antreiben. Eher sekundär ist seine Aufgabe, den Outlander direkt in Fahrt zu bringen. Nur wenn hohe Leistungen gefragt  sind, z. B. an steilen Steigungen oder beim Kick-Down, schaltet sich der Benziner zu, um dann die Vorderachse direkt anzutreiben. Dieses System bedeutet (ähnlich wie beim Range Extender), dass die Batterien niemals leergelutscht werden können, da ständig Strom nachgeliefert wird. Und zwar nicht nur durch den Generator sondern auch durch Rekuperation. Wie stark damit Strom zurückgeführt wird, lässt sich über Paddles am Lenkrad (die sind nicht zum Schalten da) in fünf Stufen einstellen. Wer sich dabei clever anstellt und mit der höchsten Rekuperationsstufe fährt, der kann die Bremse nahezu vergessen, denn der Outlander wird beim Gaswegnehmen richtig stark verzögert – neudeutsch heißt das „one-pedal-drive“.

Das Fahren:  Nach dem Druck auf den Startknopf hört man, dass man nichts hört, denn das Fahrzeug startet immer elektrisch. Nach Drücken des Gaspedals rollt der Outländer geräuschlos an und bleibt solange still, bis mehr Leistung gefordert wird und der Benziner helfen muss – bis 65 km/h fährt der Outlander ausschließlich elektrisch. Das Zuschalten des Verbrenners geschieht kaum spür- oder hörbar.

Die 220 PS Systemleistung machen dem Zweitonner dann ausreichend Dampf. Dank 211 Nm Drehmoment beschleunigt er in 10,5 Sekunden von 0 auf 100 und läuft 170 km/h schnell. Im rein elektrischen Fahrbetrieb schafft der Outlander eine Spitzengeschwindigkeit von 135 km/h. Die theoretische Reichweite insgesamt liegt bei 800 Kilometern. Rein elektrisch sind nach NEFZ maximal 54 Kilometer möglich,  nach WLTP 45 Kilometer. Der WLTP-Wert ist relativ realistisch. Im Test sind rein elektrisch gefahren (gemischt auf Landstraße und in der Stadt) zwischen 35 und 45 Kilometer drin. Auf der Autobahn sind jedoch schon nach etwa 30 Kilometern zügiger Fahrt die Batterien „down“. Rein elektrisches Fahren ist dann nicht mehr möglich. Der Durchschnittswert für den Verbrauch ist bei mehr als Tempo 130 in der Regel zweistellig – normal für einen Zweitonner diesen Kalibers.

Das Laden: In der Praxis ist wegen des kalten Winterwetters die Reichweite bei rein elektrischer Fahrweise schwer einzuschätzen und begrenzt. Wir laden deshalb täglich die Batterien, die im Fahrzeugboden stecken und das Kofferraumvolumen damit nicht einschränken, an der Haushaltsteckdose nach. Das dauert für eine komplette Ladung etwas fünfeinhalb Stunden und kostet dann „Pi mal Daumen“ etwa vier Euro, wenn man das auf 100 Kilometer Fahrt umrechnet . An einer Schnellladestation mit CHAdeMO-Anschluss kann die 300 V Lithium-Ionen-Batterie mit 80 Zellen und einer Kapazität von 13,8 kW/h in nur 25 Minuten zu 80 Prozent aufgeladen werden. Wer es geschickt anstellt, sich nur in der Stadt oder deren Umland bewegt, für den ist Tanken ein seltenes Ereignis. Im Alltag sind so bei einem vorsichtigen Gasfuß durchaus 1000 Kilometer zu schaffen, bis der 45 Liter Tank wieder gefüllt werden muss. Der Norm-Verbrauch nach WLTP wird vom Hersteller mit zwei Litern pro 100 km/h angegeben, nach dem alten NEFZ-Zyklus sind es 1,8 Liter.

Besonders praktisch: Der Qutlander Plug-in Hybrid kann selbst auch als Stromquelle genutzt werden. Im Innenraum sind zwei 230-Volt-Steckdosen installiert, mit denen zum Beispiel Pedelecs geladen werden können, die der Outlander auf dem Fahrradträger mitschleppt. Oder auch George Clooneys  stylische Nespresso-Maschine fürs Picknick kann in Gang gesetzt werden. Die Leistungsabgabe je Steckdose liegt bei bis zu 1500 Watt.

Der Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid wird in den Ausstattungsstufen Basis, Plus und Top angeboten. Die Ausstattung ist gut, auch in der Basisversion, denn schon hier hat er serienmäßig unter anderem Klimaautomatik, Rückfahrkamera, Sitzheizung, DAB-Empfang sowie Licht- und Regensensor an Bord. Für die Basis-Version beginnt der Listenpreis bei 37 990 Euro. Da Staat und Hersteller die Elektromobilität fördern (6.500 Euro Elektromobilitätsbonus von Mitsubishi und 1500 Euro Umweltbonus vom Staat), wird der Outlander PHEV Wagen 8000 Euro billiger. Das heißt, er kostet nur noch 29 990 Euro. Das ist enorm günstig und macht den Mitsubishi zu einem Schnäppchen in diesem Segment. Die nächsthöhere Version „Plus“ kostet nach Liste 44 990 Euro (nach Förderung knapp 36 990 Euro), die Version „Top“ kostet ohne Förderung 49 990 Euro nach Abzug der Prämien 41 990 Euro. In dieser Variante ist nahezu alles serienmäßig, außer der Metalliclackierung (650 Euro) und dem Navi mit Touchscreen, Radio und CD-Player (600 Euro).

Fazit: Ein preisgünstiges und umweltschonendes Fahrzeug, mit voller Alltagstauglichkeit, kostengünstig nutzbar, vor allem in der Stadt und ihrem Umland, aber auch für die Langstrecke geeignet.

Technische Daten Mitsubishi Outlander Plug-in Hybrid: L x B x H (in  Metern): 4,70 x 1,80 x 1,71.Radstand : 2,67 Meter. Vierzylinder-Benziner, 2360 Kubikzentimeter. Leistung: 100 kW / 135 PS bei 4500 U/min. Max. Drehmoment: 211 Nm bei 4500 U/min. E-Frontmotor: 60 kW / 82 PS, 137 Nm, E-Heckmotor: 70 kW / 95 PS , 195 Nm. Höchstgeschwindigkeit: 170 km/h (135 km/h elektrisch), Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 10,5 Sek. Elektr. Reichweite nach. NEFZ: 54 km, nach WLTP 45 km.  ECE-Durchschnittsverbrauch: 1,8 Liter, nch WLTP 2,0 Liter. Stromverbrauch je 100 km: 14,8 kWh. CO2-Emissionen: 40 g/km. Leergewicht (Version Top):  2015 kg. Gepäckraumvolumen (Top): 451–1590 Liter. Basispreis: 29 990 Euro, Top-Version 41 990 Euro.

 

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