Audi Q5: Die Assistenten sind das i-Tüpfelchen

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Von Klaus H. Frank

Der Markt der SUV in Deutschland wächst und wächst, wird allmählich etwas unübersichtlich. Ende 2018 zählte eine Fachzeitschrift 115 Modelle – mittlerweile dürften noch ein paar hinzugekommen sein. Eine beindruckende SUV-Palette besitzt auch Audi, und mit dem Q5 ein Modell, das auf der Wunschliste der SUV-Liebhaber ganz weit oben steht. Im Gegensatz zu den Ingolstädter SUV-Monstern Q7 und Q8 ist er auf der einen Seite groß genug als Familienauto, aber auf der anderen auch handlich genug, um im Großstadtverkehr noch einen Parkplatz zu ergattern. Audis kompakte Modelle Q3 und Q2 sind mittlerweile der Renner bei Paaren ohne Kinder.

Der Q5, der im Jahre 2008 sein Debut feierte und dem damaligen Platzhirsch BMW X3 zu Leibe rücken sollte, hat im Jahr 2017 ein umfangreiches Update erhalten, ohne dass dabei wesentlich in das zeitlose Design eingegriffen wurde. Auffallend der dominante Grill und die Matrix-LED-Scheinwerfer (710 Euro). Der Vorgänger wurde rund 1,5 Millionen Mal verkauft. Der Q5 ist im Vergleich zum Vorgänger leicht gewachsen und jetzt 4,66 Meter lang, 1,89 Meter breit, 1,66 Meter hoch, der Radstand ist auf 2,82 Meter verlängert. Die Wesentlichste Veränderung hat der Q5 beim Produktionsstandort erfahren: Er wird nun nicht mehr in Ingolstadt, sondern in San José Chiapa in Mexiko produziert.

Um den Q5 etwas näher unter die Lupe zu nehmen, orderten wir für unseren Fahrbericht den Q5-TDI mit 286 PS – und das Auto ist, wie angesichts der Leistung vermutet werden kann, eine Wucht. Ein Blick auf das Drehmoment bestätigt dies ebenso wie ein erster Sprint des im Vergleich zum Vorgänger um 90 Kilo leichteren Q5: 620 Newtonmeter zwischen 1500 und 3000 Touren wirken beim Tritt auf das Gaspedal fast wie die Zündung eines Raketenantriebs – und das in einem SUV. Die Beschleunigung auf 100 in nur 5,8 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit von 237 km/h sprechen für sich, obwohl das Leergewicht immer noch bei 1845 Kilo liegt. Eindrucksvoll, wie sanft die Achtgang-Automatik die Gänge wechselt. Und erstaunlich, wie sparsam sich der Q5 mit dem sehr kultivierten Sechszylinder bewegen lässt. Nach Norm gibt Audi den Durchschnittsverbrauch mit 5,7 Litern an. Dass diese Angabe sehr optimistisch ist, zeigt unser Testverbrauch, der bei 8,2 Litern liegt. Im Alltag muss mit einem Verbrauch zwischen acht und Zehn Litern gerechnet werden.

Wer Platz nimmt im – vorne wie hinten – großzügig dimensionierten Q5 fühlt sich Anhieb wohl. Die hohe Qualität der Materialien und deren präzise Verarbeitung sowie der geschmackvolle Materialmix machen unmissverständlich deutlich: Der Audi Q5 ist ein Premium-Fahrzeug. Praktisch, dass sich die Rückbank längs verschieben lässt, was die Variabilität des Kofferraumvolumens (550 bis 610 Liter) deutlich erhöht. Wird die Lehne umgelegt, passen 1550 Liter rein.

Der Audi  Q5 besitzt alle fleißigen Heinzelmännchen, die dem Fahrer das Leben hinterm Steuer etwas einfacher machen. Aber in der Regel arbeiten sie nicht umsonst, sondern wollen gut bezahlt werden. Preislich heftig zu Buche schlägt das Paket Technologie selection mit 3250 Euro. Es beinhaltet unter anderem das MMI Navigation Plus mit MMI touch und das virtuelle Cockpit plus mit dem volldigitalen hochauflösendem 12,3-Zoll-Farbdiplay. Weiter eingeschlossen sind dort alle Gadgets, die für die Generation iPhone ein „Muss“ sind: Apple Carplay und Co. bauen damit stets eine Verbindung zum Handy auf. Auch ein WLAN-Hotspot ist an Bord. Oder aber unser Lieblings-Assistent ACC plus, der stolze 1320 Euro kostet, aber eine ungeheure Erleichterung ist. Damit hält der Q5 stets konstanten Abstand zum Vorausfahrenden, bremst selbsttätig und gibt auch Gas. Es kann sogar bis in den Stand abbremsen und automatisch wieder anfahren. Das System nutzt die Signale der beiden Frontkameras und ist von 0 bis 250 Stundenkilometer aktiv, funktioniert jedoch nur mit dem Automatikgetriebe S tronic. Ordentlich Geld sparen kann derjenige, der sich die  Verkehrsschilderkennung für 300 Euro leistet. Sie nämlich übernimmt das angezeigte Tempolimit in den Tempomaten und reduziert das Tempo ganz automatisch auf die Geschwindigkeit, die das Verkehrsschild anzeigt. Damit fühlt sich der Fahrer eventuell etwas entmündigt, sollte sich jedoch darüber freuen, dass praktisch keine Geschwindigkeitsübertretungen mehr möglich sein sollten. Wird das Limit aufgehoben, fährt der Audi wieder mit der vorher eingestellten Geschwindigkeit weiter.

Selbstredend, dass die Fahreigenschaften genial sind, ist unser Q5 doch mit dem serienmäßigen Allradantrieb von Audi, dem quattro-Antrieb ausgestattet. Und den hat Audi in neuester Generation weiter verbessert und mit einer Ultra-Technologie ausgestattet. Diese Technologie erlaubt es, dass der komplette Hinterachs-Antriebsstrang entkoppelt werden kann, wenn der Fahrbahnzustand keinen Allradantrieb erfordert. Das spart ordentlich Sprit. Ganz generell überwacht die quattro-Strategie kontinuierlich den Fahrzustand und verteilt das Antriebsmoment situationsabhängig auf die Vorder- und Hinterachse.

Einerseits perfekten Komfort, anderseits beste Eigenschaften im Gelände bietet der Q5 wenn er eine adaptive Luftfederung (1950 Euro) besitzt. Sie bügelt die Straßen glatt, ganz gleich ob Bodenwellen, Querrillen oder Schlaglöcher den Weg pflastern. All das schluckt die Luftfederung ohne Murren. Damit liegt die Karosserie des Audi Q5 grundsätzlich 22 Millimeter tiefer, als die Varianten mit Stahlfederung. Auf Asphalt ist es mit Luftfederung ein höchst komfortables Dahingleiten und im Gelände ist sie enorm hilfreich, da die Bodenfreiheit damit um ein paar Zentimeter erhöht wird.

Ein wahrhaft futuristisches System ist der prädiktive Effizienzassistent. Hier passt das System die Geschwindigkeit an die Situation oder Topographie, an Tempolimits und den vorausfahrenden Verkehr an. Dabei greift der prädiktive Effizienzassistent auf Streckendaten der Navigation zurück und gibt dem Fahrer Tipps, wann es sinnvoll sein könnte, vom Gas zu gehen, damit der Motor in den Segelmodus wechseln kann. Dann nämlich wird der Antriebsstrang komplett von Fahrwerk abgekoppelt. Das hilft beim Kraftstoffsparen. Die Hinweise erscheinen optisch im Display vor Kurven oder Kreuzungen vor einem Kreisverkehr, vor Gefällen, Ortschaften oder bei einem Tempolimit.

Wie gesagt, die Assistenzsysteme machen das Leben hinterm Lenkrad lichter, treiben aber den Preis nach oben. Unser Testfahrzeug kostet ohne Sonderausstattung 57 150 Euro. Mit all den vielen Assistenten und hilfreichen Goodies wie beispielsweise Head-up-Display (980 Euro), Leder-Feinnappa mit Rautensteppung (1400 Euro) oder auch kleineren Posten wie mehrfarbiges Ambiente-Licht (390 Euro)  erhöht sich der Preis jedoch auf 80 875 Euro. (autour24)

Technische Daten Audi Q5 sport TDI quattro tiptronic: Fünftüriges SUV mit quattro-Allradantrieb. Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern: 4.66/1.89/1.66/2.82, Leergewicht 1845 kg, zul. Gesamtgewicht: 2240 kg, Kofferraumvolumen: 550 – 1.550 Liter, Tankinhalt 65 Liter, AdBlue 12 Liter. Motor: V6-Zylinder-Turbodiesel, Hubraum: 2967 ccm, Leistung: 210 kW/286 PS bei 3.750 bis 4.000 U/min, maximales Drehmoment: 620 Nm ab 1.500 Touren. Beschleunigung 0 bis 100 km/h: 5,8 s, Höchstgeschwindigkeit: 237 km/h, Normverbrauch: 5,7 Liter Diesel je 100 km, CO2-Ausstoß: 157 g/km, Preis: ab 57.150 Euro.

 

 

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