Suzuki Vitara: Dreizylinder und reichlich Assistenten

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Von Heinrich Rohne

 1988 brachte Suzuki den Vitara einst auf den Markt. Die Baureihe ist damit mittlerweile also schon mehr als 30 Jahre alt und kommt damit ins H-Kennzeichen-Alter. Ein Grund zum Feiern für die Japaner. Genau das tun sie, indem sie die aktuelle, seit 2015 erhältliche Generation des Kompakt-SUVs auffrischen.

Auffälligste optische Änderung ist der Kühlergrill mit fünf Schlitzen und vertikalen Chromstreben, der das neue Erkennungszeichen aller Suzuki-SUVs werden soll. Auch am unteren Lufteinlass finden sich nun Chromapplikationen. Am Heck installiert Suzuki jetzt LED-Leuchten und einen neu geformten Unterfahrschutz. Hinzu kommen zwei neue Metallic-Lacke: Solar Yellow Pearl und Ice Grayish Blue.

Innen fallen die Instrumente und die Uhr mit neuer Gestaltung auf. Der 4,2-Zoll-LCD-Bildschirm zwischen Tacho und Drehzahlmesser informiert nun nicht nur über die Arbeit des Allradsystems, sondern zeigt nun auch die Hinweise der neuen Verkehrszeichenerkennung an. Der Kunststoff des Armaturenbretts ist nun weicher als zuvor und wird ergänzt mit neuen silbernen Akzenten, die sich auch an den Türen und auf der Mittelkonsole wiederfinden. Für die Topausstattung Comfort+ gibt es neue Sitzbezüge, auch die zwischen den vorderen Sitzen angebrachte Mittelarmlehne mit integriertem Staufach ist den höheren Linien vorbehalten. Dafür ist das Panorama-Glasdach künftig nicht mehr nur in Verbindung mit dem Comfort+-Paket zu haben, sondern mit allen Ausstattungslinien und Motorisierungen. Allerdings schränkt das Dach den Platz etwas ein, denn für größere Beifahrer könnte es auf der Rückbank etwas ungemütlich werden, da diese sehr hoch angebracht ist und das Glasdach die Kopffreiheit einschränkt. Dagegen kann sich die Größe des Kofferraums mehr als nur sehen lassen – 375 bis maximal 1.120 Liter  sind für einen Kompakt-SUV recht ordentlich.

Und was steckt unter der Haube? Neben dem altbekannten 1,4-Liter-Turbobenziner mit 140 PS (der 1,6-Liter-Diesel wurde ersatzlos gestrichen), nutzt Suzuki das Facelift, um dem Vitara ein neues Basistriebwerk zu spendieren. Anstelle des alten 1,6-Liter-Vierzylinder-Saugbenziners mit 120 PS tritt nun der aus anderen Suzuki-Modellen bekannte Einliter-Turbobenziner. Der Dreizylinder leistet 111 PS. In Verbindung mit der manuellen Fünfgangschaltung liegt das maximale Drehmoment bei 170 Newtonmetern. Der Dreizylinder dreht zwar munter hoch, doch wird der Vitara dadurch immer noch nicht zu einem Sportwagen. So vergehen zwölf Sekunden bis zur 100 km/h-Marke.Deutlich länger benötigt der Japaner, wenn die mit 175 km/h angegebene Höchstgeschwindigkeit erreicht werden soll. Dafür liegt der Normverbrauch bei  5,7 Liter/100 Kilometer.

Ein Highlight des Fahrzeugs ist der bei Suzuki Allgrip genannte Allradantrieb. Es lässt dem Fahrer die Wahl zwischen vier Modi, von „Auto“ über „Sport“ bis zu „Snow“ und „Lock“. Während „Snow“ sich selbst erklärt und „Lock“ nur fürs Gelände gedacht ist, dürfte „Auto“ fast immer die richtige Wahl sein. Hier werden zunächst nur die Vorderräder angetrieben, erst wenn es an Grip mangelt, wird bis zu 50 Prozent der Kraft an die Hinterachse weitergeleitet. In der Einstellung „Sport“ wird beim Anfahren und bei Beschleunigungen mehr Kraft an die Hinterachse geleitet. Das funktioniert alles einwandfrei, man merkt die Routine des Herstellers in Sachen Four-Wheel-Drive.

Stark zugelegt hat Suzuki bei den elektronischen Assistenzsystemen. Die Japaner bieten erstmals im Vitara ein Spurhaltewarnsystem sowie Müdigkeits- und Verkehrszeichenerkennung an. Totwinkelwarner und Ausparkassistent, der beim Rückwärtsfahren querende Fahrzeuge erkennt, sind erstmals überhaupt in einem Suzuki-Modell erhältlich. Außerdem wurde der Notbremsassistent modernisiert. Er basiert nicht mehr auf Radartechnologie, sondern arbeitet mit Mono-Kamera und Laser-Sensor und erkennt dadurch nicht nur Autos, sondern auch Fußgänger.

Die Preise ziehen im Zuge des Facelifts etwas an. Das Basismodell kostet jetzt mindestens 18.650 Euro – 660 mehr als der alte 1,6-Liter. Die Topversion Vitara 1.4 Boosterjet Allgrip Comfort+ ist ab 28.350 statt zuvor 26.790 Euro zu haben.

Fazit: Preiswert, mit moderner Technik – der Vitara ist ein praktisches, unaufgeregtes Alltagsauto mit ausreichend Kraft unter der Haube. (autour24/hr)

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