Toyota Corolla: Der Zuverlässige ist zurück

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Von Heinrich Rohne

 Der Toyota Corolla ist zurück! Als Auris-Nachfolger – angeboten als Fünftürer, Kombi („Touring Sports“), Stufenheck und Hybrid gleich in zwei Versionen. Eigentlich hatte ja keiner den Schritt vom Corolla zum Auris im Jahr 2006 so richtig verstanden: Warum sollte man auch einen Namen aufgeben, der jedem ein Begriff war und der für die legendäre Toyota-Zuverlässigkeit stand? In den Pannenstatistiken lag der Japaner schließlich immer auf den vordersten Plätzen. Doch Auris war wohl einfach der modernere Name, der zudem das leicht angestaubte Image von Toyota wegblasen sollte. Was offenbar nicht den gewünschten Erfolg brachte. Denn jetzt ist der Auris nach nur zwei Modellgenerationen Geschichte, und Toyotas Vertreter der Kompaktklasse wird wieder Corolla heißen.

Werfen wir zunächst einen Blick auf das Äußere: Toyotas Kompakter jetzt bereits in der elften Generation  wächst vier Zentimeter in die Länge, das kommt dem Radstand zugute. Außerdem ist der Corolla gegenüber dem Auris vier Zentimeter niedriger. Das Design wirkt dadurch insgesamt gestreckter und geduckter. Besonders die Front hebt sich vom Vorgänger ab: Der Grill ist größer geworden und mit einem feineren Gitter verkleidet. Die neuen Scheinwerfer und Rückleuchten sind serienmäßig mit LED-Technik ausgestattet. Außerdem sind die Frontansichten der drei Modelle alle etwas unterschiedlich gestaltet worden.

Und innen? Auf den ersten Blick wirkt das Interieur sauber verarbeitet und gefällt mit moderner Optik. Die virtuellen Instrumente sehen nicht nur gut aus, sondern lassen sich auch gut ablesen. Die Bedienung gelingt problemlos. Typisch Toyota, möchte man sagen. Fast schon schrill ist der aufgesetzte Acht-Zoll-Monitor, der aber einen weniger schwungvollen Rahmen hat als im Crossover C-HR. Auch die sehr gut ins Auto integrierte Sitzposition sowie die deutlich konturierten Sitze wirken im bürgerlich brav geltenden Auto unerwartet sportiv. Auch ein Ergebnis der akribischen Analyse in Bezug auf die Kritik der Kaufinteressenten: Die Rückbank bietet jetzt spürbar mehr Freiraum als die des Auris. Selbst der Kofferraum ist üppig genug – so sind beispielsweise im Kombi mindestens 598 Liter (maximal 1.606 l) drin. Der Fünftürer bietet immerhin noch 361-1.024 Liter Raum, in der Limousine sind es 471 Liter.

Auch eine Folge der Analyse: Zusätzlich zum ganz auf Sparsamkeit optimierten 1.8 Hybrid mit 122 PS und dem 1,2-Liter-Turbobenziner mit 116 PS (einen Diesel gibt es nicht mehr) offerieren die Japaner mit dem neuen Toyota Corolla nun auch einen 2.0 Hybrid mit satten 180 PS. Bereits innerorts und bei langsamer Fahrt agiert dieser Mix aus Verbrennungsmotor und Elektroantrieb erheblich souveräner als die bisherigen Hybrid-Modelle Prius, C-HR und Auris. Das oft kritisierte Aufheulen des Verbrenners selbst bei geringer Beschleunigung tritt nur noch in stark abgeschwächter Form auf. Und wenn man dann einmal die Muskeln der Topversion spielen lassen kann, verbreitet der neue Corolla auch jenes Temperament, das sein Design im Stillstand verheißt. Der 2.0 Hybrid wird zwar nicht zum Sportwagen, doch er muss sich vor vergleichbarer Konkurrenz keineswegs verstecken. Das gilt für die Fahrleistungen (180 km/h Spitze und 7,9 von 0-100 km/h) – und erst recht für das Fahrverhalten. Denn das neue Modell steht auf der neuen, TNGA-basierten GA-C-Plattform. Dieses ausgesprochen verwindungssteife Chassis reduziert unerwünschte Geräuschquellen und optimiert Lenkpräzision sowie Fahrwerksgeometrie. Heißt: Der Japaner lenkt trotz des langen Radstands von 2,70 Metern spontan ein und fährt mit beachtlich hoch angesiedelten Reserven um die Kurve. Keine störenden Regeleingriffe, kein unnötiges Untersteuern, sondern ein präzises und mustergültig neutrales Eigenlenkverhalten bestimmen das Bild. Klasse. Der Einsatz von Doppelquerlenkern, ein um zehn Millimeter abgesenkter Schwerpunkt und neuartige Dämpfer (optional sogar mit adaptiver Regelung) haben sich gelohnt. Sogar bei moderatem Tempo vermittelt der neue Toyota ein verblüffend hohes Maß an Fahrfreude sowie einen in dieser Klasse sehr guten Abrollkomfort.

Abgerundet wird der überzeugende Auftritt des neuen Corolla von einem umfangreichen Arsenal an Sicherheits-Features sowie Nettigkeiten wie einer elektrischen Heckklappe beim Touring Sports. Auch ein Head-up-Display ist zu haben. Zudem ist der Corolla mit den neuen „Connected Services“ in Sachen Konnektivität auf dem Stand der Zeit. Da darf natürlich auch eine induktive Smartphone-Ablage, das das Telefon kabellos mit Strom versorgt, nicht fehlen.

Fazit: Toyota überrascht nicht nur mit der Rückkehr zum Namen Corolla, sondern auch mit einem ungeahnt fahraktiven sowie komfortablen Chassis. Die Preise für die Corolla-Modelle starten bei 20.990 Euro (für den Benziner als Fünftürer). Der Einstieg in die Hybrid-Welt geht erst bei 27.290 Euro los – allerdings auch bedingt durch eine höhere Ausstattung. Für die Kombis sind jeweils Aufpreise von 1.200 Euro, für die Limousinen von 700 Euro fällig. (autour24/hr)

 

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