Mercedes-Benz V-Klasse erhält ein leichtes Facelift

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209 000 verkaufte Exemplare seit 2014 und die jüngsten Kunden der Marke? Ein fescher Kleinwagen mit Lifestyle-Genen? Ein flinkes Cabrio? Keineswegs. Bei Mercedes-Benz nimmt das größte Modell im Programm diese Tugenden in Anspruch. Die V-Klasse zählt zu den beliebtesten Großraumlimousinen und konnte im vergangenen Jahr gar mit 64 000 Neuwagenverkäufen einen Allzeitrekord aufstellen. Dennoch ist es in der Mitte des Modellzyklus Zeit für eine Überarbeitung des Vans, der bis zu acht Sitzplätze vorhält und auch als Camping-Version mit dem Namen Marco Polo auf die Reise geht.

Optisch fällt wenig auf. Markant ist allein die geänderte Frontpartie, die nun von einem großen Lufteinlass unterhalb des Kühlergrills dominiert wird. Das ließ sich kostengünstig mit einem neuen vorderen Stoßfänger realisieren, teure Blecharbeiten wurden vermieden. Optional wird der über die ganze Breite reichende Einlass von einer Chromspange eingerahmt, das macht den Auftritt der V-Klasse ebenso edel wie wuchtig. Stämmig wird der Großraumvan außerdem durch die ebenfalls auf Wunsch montierten 19-Zoll-Leichtmetallräder, satt steht er damit auf der Straße. Innen gibt es gegen Aufpreis neue Liegesitze im Fond, die gerade im Dienst als VIP-Shuttle schon in China anspruchsvolle Kunden begeistert haben sollen. Sie lassen sich klimatisieren und elektrisch fast bis in die Horizontale bewegen, dazu gibt es eine Massagefunktion, die auf langer Strecke den Rücken entspannt.

Mehr hat sich unter der knappen Haube ereignet. Die neuen Dieselmotoren aus der OM-654-Familie, die bereits in anderen Mercedes-Baureihen wie der E-Klasse Dienst tun, sollen nun auch im Van für mehr Leistung, geringeren Verbrauch und niedrigere Geräuschentwicklung sorgen. Die Vier-Zylinder-Selbstzünder mit zwei Litern Hubraum bilden mit den Leistungsklassen 190 PS und 239 PS (140 kW und 176 kW) im V 250 d und V 300 d die Motorisierungsspitze, das aktuelle Einstiegsaggregat mit 163 PS (120 kW ) im V 220 d war bisher schon im Programm und steht nun ab 36 990 Euro in der Preisliste. Die frühere Basisversion V 200 d wurde ersatzlos gestrichen.

Im V 250 d bringt es der Diesel auf 440 Newtonmeter Drehmoment, im V 300 d liegen maximal 500 Nm an. Kurzzeitig stellt diese Maschine sogar 30 Nm mehr bereit, um Überholvorgänge flinker zu erledigen. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gelingt den hinterradgetriebenen Versionen in 9,5 und 7,9 Sekunden, wird der Van mit Allradantrieb bestellt, verlängert sich die Sprintzeit um 0,7 und 0,4 Sekunden. 205 und 220 km/h erreichen der V 250 d und der V 300 d als Höchstgeschwindigkeit, auch hier senkt der Traktionsgewinn durch den Allradantrieb das mögliche Höchsttempo um jeweils 6 km/h.

Als Verbrauchswerte nennt Mercedes für beide Motoren 5,9 bis 6,3 Liter Diesel auf 100 Kilometer, was einer CO2 Emission von 154 bis 165 Gramm pro Kilometer entspricht. Der Allradantrieb 4Matic steigert den Konsum auf 6,5 bis 6,8 Liter Treibstoff. Alle Motorversionen arbeiten mit Speicherkatalysator sowie Harnstoffeinspritzung und erfüllen die Abgasnorm Euro 6 d-Temp.

Diese beiden stärksten Motorvarianten sind künftig mit dem automatischen Wandlergetriebe 9G-Tronic kombiniert, das neun Übersetzungsstufen anbietet und den vorherigen Automaten mit sieben Stufen ablöst. In der Basisversion überträgt ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe die Kräfte. Neu an Bord sind der aktive Bremsassistent, der die V-Klasse bis zum Stillstand bremst, sollte eine Kollision drohen. Sein Debüt gibt außerdem der Fernlichtassistent Plus, der eine Blendung entgegenkommender Fahrer durch gezieltes Abschalten einzelner Segmente in den LED-Scheinwerfern vermeidet. Beibehalten werden die drei Ausstattungslinien Exclusive, Avantgarde und die sportliche AMG-Line.

Die Käufer einer V-Klasse gehören zu den jüngsten Kunden von Mercedes-Benz. Drei Viertel von ihnen sind weniger als 55 Jahre alt. Dieses Klientel wird als aktiv, freizeitorientiert und sportinteressiert charakterisiert, schätzt demnach das üppige Raumangebot und den variablen Innenraum. Im Kofferraum des Vans finden je nach Sitzkonfiguration weiterhin 610 bis 4630 Liter Gepäck Platz. Außerdem gilt diese Gruppe als technikaffin und ökologisch sensibel. Anfang März, auf dem Genfer Automobilsalon, wird Mercedes daher gleich die Studie einer rein elektrisch angetriebenen Variante der V-Klasse mit dem Namen Concept EQV vorstellen, die, anders als das schon elektrisch angetriebene Nutzfahrzeug E-Vito auf gleicher Basis mit höherer Reichweite und schnelleren Ladezeiten auch langstreckentauglich sein soll. (ampnet/mk)

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