Focus Turnier – Ford hat seinen Bestseller noch besser gemacht

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Von Klaus H. Frank

Was bei Volkswagen der Golf, ist bei Ford der Focus – also ein Bestseller. Und so liefern sich die beiden Kompakt-Klassiker schon über Jahre hinweg einen harten Wettbewerb, bei dem der Wolfsburger in der Gesamtbetrachtung meist die Nase vorne hat. Der Kölner hingegen fährt ihm schon immer meilenweit davon, wenn es um die Fahrdynamik geht. Das ist auch beim neuen Focus so, wie wir vor wenigen Wochen schon bei der Vorstellung der fünftürigen Limousine erfahren konnten. Heute aber wollen wir uns auf den Kombi des Focus konzentrieren, der bei Ford traditionell Turnier heißt. Und dieser Turnier ist für die Kölner ein extrem wichtiges Auto, macht er schließlich 75 Prozent des gesamten Focus-Absatzes aus. Insgesamt hat Ford vom Focus 16 Millionen Einheiten verkauft. Mehrfach  war er das meistverkaufte Fahrzeug der Welt.

Wie schon die Limousine, ist der Turnier ein komplett neues Auto, bei dem vor allem der Alltagsnutzen im Mittelpunkt steht. Der Ford Focus Turnier ist in der Länge um mehr als zehn Zentimeter auf 4,67 Meter gewachsen, womit er rund 30 Zentimeter länger ist als die kompakte Limousine. In der Breite hat er unwesentlich um zwei Millimeter zugelegt, in der Höhe ist er um zwei Zentimeter flacher als der Vorgänger.

Der Radstand ist 5,2 Zentimeter länger, was den Turnier optisch kürzer und kompakter erscheinen lässt, obwohl der Innenraum nun mehr Platz bietet. Die Kniefreiheit in der zweiten Reihe ist mit 81 Zentimetern ganz ausgezeichnet, ebenso der Blick nach draußen, da die C-Säule beim Neuen etwas nach hinten gewandert ist. Das Gepäckraumvolumen von 575 bis 1653 Litern stufen wir als ganz vorbildlich für einen kompakten Kombi ein. Angenehm ist die relativ tief liegende Ladekante. Nur 63 Zentimeter müssen Koffer, Bierkästen oder Schweres aus dem Möbelmarkt hoch gewuchtet werden – der Rücken wird’s danken. Die Rücksitze sind vom Kofferraum aus via zwei Hebel umklappbar und schaffen eine ebene Ladefläche, die elf Zentimeter länger ist als beim Vorgänger. Praktisch sind Verzurr-Ösen, Haken zum Aufhängen von Einkaufstaschen und eine  12-Volt-Steckdose.

Die meist optionalen Assistenten haben im Focus mittlerweile die Zahl 30 erreicht. Unbedingt erwähnt werden muss der Ausweich-Assistent, der bei einem drohenden Unfall als aktive Lenkunterstützung dient. Lenkt der Fahrer zum Ausweichen nach links oder rechts, so berechnet das System in Sekundenbruchteilen die zusätzliche Lenkunterstützung für das Ausweichmanöver – das gab’s noch nie in dieser Klasse.

Fahren im Stop & Go-Verkehr vereinfacht der neue Ford Intelligent Drive Assist, der eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, einen Fahrspur-Piloten und einen Stau-Assistenten mit Stop & Go-Funktion in sich vereint. Was kann dieses System? Reduziert das vorausfahrende Auto seine Geschwindigkeit bis zum Stillstand – etwa im Stau –, dann bremst das eigene Fahrzeug selbsttätig ab und fährt automatisch wieder an, sobald auch der Vorausfahrende wieder losfährt. Zeitungslesen im Stop & Go-Verkehr ist also kein Problem. Klasse finden wir eine Warnung vor Geisterfahrten. Über die Frontkamera und mit Informationen aus dem Navigationssystems, warnt das System optisch und aktustisch, wenn der Fahrer die Einfahrt-Verbotsschilder übersehen hat und offensichtlich in falscher Richtung auf die Autobahn auffahren will. Auch Einparken kann der Focus – und zwar ganz alleine. Das System parkt das Fahrzeug parallel oder quer zur Fahrtrichtung ein. Der Fahrer muss lediglich Gas, Bremse und Ganghebel bedienen, während das System die Lenkung übernimmt.

Auch die Konnektivität steht beim Focus im Fokus. Das ab Ausstattung Titanium und ST-Line serienmäßig integrierte „FordPass Connect-Modem“ verwandelt das Auto in einen mobilen WLAN-Hotspot für bis zu zehn Endgeräte gleichzeitig. Und nicht nur für „Millennials“ wird Vernetzung immer bedeutsamer. Etwa jeder achte Kunde wünscht sich heute bereits – Tendenz steigend –, dass sein Auto über einen mobilen Internetzugang verfügt. Und für 20 Prozent – also für jeden fünften Autokäufer – wäre der mobile Internetzugang sogar ein Grund, die Marke zu wechseln.

Der Turnier ist in sechs Ausstattungsvarianten lieferbar: Trend, Cool & Connect, Titanium, ST-Line sowie Vignale. Und für Anfang 2019 ist ein Focus Active geplant, ein Crossover mit drei Zentimeter höherer Bodenfreiheit. Er läuft seit dem 12. November im Ford Werk Saarlouis/Saarland vom Band und kann ab sofort als 5-türige Limousine sowie als Turnier (Kombi) bestellt werden. Preis: ab 25.300 Euro. Im Jahr 2020 will Ford dann auch elektrisch fahren – allerdings nur mit einem Mild-Hybrid. Erstmals gibt’s eine Achtgang-Automatik und ein Head-up-Diaplay.

Das Motorenprogramm des Turnier ist identisch mit dem der Limousine. Bei den Ottomotoren ein 1,0-Liter-Dreizylinder mit wahlweise 85, 100 oder 125 PS, ein 1,5-Liter-Dreizylinder mit 150 oder 182 PS (beide mit Zylinderabschaltung). Bei den Dieselaggregaten kann gewählt werden zwischen einem 1,5-Liter-Vierzylinder mit 95 oder 120 PS und einem 2,0-Liter-Vierzylinder mit 150 PS. Alle Ford Focus-Motoren erfüllen die Emissionsklasse Euro 6d-TEMP auf Basis des neuen WLTP-Testverfahrens.

In der Einstiegsvariante „Trend“ mit dem 85 PS EcoBoost-Benziner und 6-Gang-Schaltgetriebe ist der neue Ford Focus Turnier ab 19 900 Euro erhältlich. Die Limousine startet bei  18 700 Euro. Der Mehrpreis für den Turnier beträgt generell 1 200 Euro. Das absolute Topmodell in der Vignale-Version mit 150 PS und 8-Gang-Automatik liegt bei 32 900 Euro. (autour24/khf)

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