Retro Classics Cologne geht in die zweite Runde

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Nach einem glänzenden Start im vergangenen Jahr geht die RETRO CLASSICS COLOGNE heuer vom 15. bis 18. November sogar einen Tag länger in die zweite Runde. Mehr als 450 Aussteller und 1500 Fahrzeuge erwarten die Besucher bei der „kleinen Schwester“ der größten Messe für Fahrkultur, der Stuttgarter RETRO CLASSICS, am Donnerstag und am Totensonntag jeweils ab 13 Uhr und an den Tagen dazwischen von 9 bis 18 Uhr.

Sammler, „Schrauber“ und Oldtimer-Fans erwarten in den Kölner Messehallen auf rund 40 000 Quadratmetern ehrwürdige Veteranen und US-Straßenkreuzer ebenso wie Youngtimer, exklusive NEO CLASSICS-Fahrzeuge und Zubehör. Daneben gibt es hochinteressante Sonderschauen wie „Fahrendes Volk“ mit Exponaten aus der Kölner Technikgeschichte – in großzügiger Atmosphäre und optimaler Infrastruktur: In den zentral gelegenen, elf Meter hohen Hallen 6 und 9 gibt es Tageslicht und die Parkplätze sind praktisch nur wenige Schritte entfernt!

Für Händler, Restauratoren, Werkzeugausstatter, Versicherungen und Clubs bietet die RETRO CLASSICS COLOGNE eine ideale Plattform. Dabei wird auch der steigenden Nachfrage im Bereich sogenannter NEO CLASSICS Rechnung getragen. Neben einer Zweitauflage der beliebten Ausstellung „Kölner Zweiräder“ gibt es weitere spannende Themenfelder. Ein Highlight der RETRO CLASSICS COLOGNE ist auch die Allianz Retro Night am Eröffnungstag ab 18.30 Uhr: Bei guter Musik, kulinarischen Genüssen und einem bunten Unterhaltungsprogramm lässt es sich in entspannter Atmosphäre herrlich fachsimpeln. Für Spannung sorgen dagegen am Samstag die Bietergefechte der Classicbid-Auktion, wenn ab 15 Uhr vor den Augen der Zuschauer automobile Träume „unter den Hammer“ kommen.

Auf der RETRO CLASSICS COLOGNE wird aber auch ein Stück fast vergessener Industriegeschichte wieder lebendig: 1864 gründeten Nicolaus August Otto und Eugen Langen in Köln die erste Motorenfabrik der Welt und ab 1877 produzierte das in „Gasmotoren-Fabrik DEUTZ AG“ umfirmierte Unternehmen „Ottos neuen Motor“  – heute noch bekannt als Ottomotor. Anfang des vergangenen Jahrhunderts war die Stadt außerdem führend in Sachen E-Mobilität: Noch bis 1920 fuhren sämtliche städtischen Fahrzeuge mit Strom, sogar die Feuerwehr!

Horst Nordmann vom Veteranen Fahrzeug Verband e.V. betont: „Köln war ein Zentrum von Ingenieuren, die sich mit Mobilität befassten“. In der Sonderschau „Fahrendes Volk“ zeigt der begeisterte Sammler und Archivar,  welch tiefgreifenden Einfluss die Motorisierung auf Arbeit, Freizeit und Wohlstand einer ganzen Region hatte. Neben umfassendem Bild- und Filmmaterial aus dem Archiv des bundesweit aktiven Verbandes sind auch verschiedene Personen- und Nutzfahrzeuge zu sehen – darunter historische Motorradgespanne und zwei noch nie gezeigte Schlepper der in Köln-Dünnwald ansässigen Firma Betz. In den großen Tagen des Kölner Rad- und Rennsports mit den legendären Stadtwaldrennen kamen in den zwanziger Jahren die schnellsten Motorrad-Rennfahrer fast alle aus Köln.

Eine Sonderschau kann auch an „50 Jahre Stutz Motor Car of America“ erinnern – denn  der Investment-Banker James O’Donnell belebte 1968 die legendäre Automarke Stutz wieder, die in Indianapolis ab 1911 Automobile produzierte. Nach  Erfolgen mit leistungsstarken Roadstern verlegte sich deren Gründer Harry C. Stutz, jedoch Mitte der Zwanziger jedoch aufs Hochpreissegment, verlor dann das Rennen um die Kundengunst gegen Konkurrenzmarken wie Cadillac, Lincoln  oder Packard und schließlich wurde das Unternehmen 1939 aufgelöst.

Insgesamt 14 Exponate spannen einen weiten Bogen von den ersten Fahrzeugen bis zu den etwa 600 „neuen Stutz“ der Siebziger und Achtziger, die nicht zuletzt auch von Stars wie Elvis Presley, Frank Sinatra oder Curd Jürgens und von Super-Stuntman Evel Knievel oder Boxweltmeister Muhammad Ali. Gefahren wurden. Von jedem Standardmodell hat Stutz-Experte Peter H. Madle zumindest ein Exemplar nach Köln gebracht: „In Europa ist dies das erste Mal, dass man eine solche Anzahl und Vielfalt an Stutz-Fahrzeugen bei einem Event bestaunen kann!“

Text und Fotos: Karl Seiler

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