Mitsubishi ASX: Erfolg kennt kein Alter

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Von Klaus H. Frank

Obwohl er bereits seit acht Jahren über unsere Straße rollt, ist sein Ende nicht abzusehen. Der Mitsubishi ASX verkauft sich trotz seines Alters (Autozyklen dauern in der Regel nicht länger als acht Jahre) immer noch prächtig – und so lange dies anhält, sehen sich die Japaner offensichtlich nicht genötigt, etwas Neues nachzuschieben. Vor allem in Deutschland findet der ASX wie immer viele Freunde. Im vergangenen Jahr war er mit etwas mehr als 12 000 Einheiten das zweitbeliebteste Modell von Mitsubishi, gleich nach dem Space Star. Und auch dieses Jahr läuft’s prächtig, denn der ASX hat im ersten Halbjahr mit 1161 Einheiten erneut den zweiten Platz hinter dem Space Star (1369) eingenommen und sogar den brandneuen Eclipse Cross überflügelt, der mit 1154 Exemplaren auch hervorragend läuft – wie zur Zeit eigentlich alles bei Mitsubishi.

Beim Mitsubishi ASX passt alles, nichts nervt

Die guten Zahlen machen neugierig. Deshalb wollen wir dem ASX in einem Test etwas näher auf den Zahn zu fühlen – und zwar den 1.6 ClearTec als Fronttriebler in der besten Ausstattungsversion Top. Wir müssen gleich anfangs zugeben, der Erfolg des relativ kompakten SUV (4,36 Meter lang) kann eigentlich an nichts Spezifischem festgemacht werden – alles passt, nichts nervt. Und sicherlich hat er durch das Facelift im vergangenen  Jahr deutlich an Attraktivität gewonnen – aber das allein kann es nicht sein, dass er in der Mitsubishi-Hitparade beständig Platz zwei einnimmt.

Sehen wir uns das Design an. Der ASX besitzt, wie auch Outlander und Eclipse Cross, das schmucke Familiengesicht Dynamic Shield. Keine Frage, diese neue Front, ein Zusammenspiel von Stoßfänger, Chromspangen und LED-Tagfahrlicht, verleiht dem ASX ungeheure Präsenz, lassen ihn fast genauso auffällig daherkommen, wie seine größeren Brüder – das zählt. Im Innenraumdesign hingegen fällt der ASX weder positiv noch negativ aus dem Rahmen. Wir finden Softtouch-Oberflächen, genauso wie Hartplastik,  Klavierlack- und Chromeinlagen.  Und skeptische Millenials können sich dank des Infotainment-Systems mit Smartphone-Anbindung sogar an absolut Zeitgeistigem erfreuen. Im Großen und Ganzen erinnert die Innenraum-Ausstattung sehr an den Outlander – was durchaus positiv zu sehen ist.

Einzige Sonderausstattung: Metallic-Lack für 570 Euro

Überhaupt: Die Ausstattung ist erstaunlich umfangreich. Wir finden ein tolles Rockford-Premium-Soundsystem mit digitalem Radioempfang, 710 Watt Leistung und  acht Lautsprechern sowie 25-Zentimeter-Subwoofer im Kofferraum. Ferner Klimaautomatik, Xenon-Scheinwerfer mit Wide-Vision-Technologie, Ambientebeleuchtung, Navigationssystem mit dynamischer Routenführung und Siebenzoll-Touchscreen, Tempomat, einen elektrisch einstellbaren Fahrersitz, Sitzheizung vorn, Lederbezüge, ein schlüsselloses Zugangssystem und einen Startknopf. Als einzige Sonderausstattung finden wir in der Preisliste für 570 Euro eine Metallic-Perleffektlackierung. Assistenten, die mittlerweile zuhauf in der Mehrzahl aller Pkw fleißig mitarbeiten, sind beim ASX zuhause geblieben. Spurhalteassistent, Toter-Winkel-Warner, Querverkehrswarner, Verkehrsschilderkennung etc. gibt es auch nicht gegen Aufpreis. Das Alter von acht Jahren fordert hier seinen Tribut.

Dank des relativ großen Radstands von 2,67 Metern (wie VW Tiguan) kommen über die Platzverhältnisse im Innenraum keine Klagen auf. Auch zu viert sitzen die Passagiere noch luftig, ein Gefühl, das vor allem durch ein riesiges Panoramadach (das sich leider nicht öffnen lässt) noch verstärkt. Der Kofferraum hat Durchschnittsmaße. Normal schluckt er 419 Liter, bei umgeklappten Rücksitzlehnen sind es 1219 Liter – das reicht für den kleinen Urlaub.

Der Mitsubshi ASX ist ein gutmütiges Auto

Auch als Fronttriebler überzeugt der ASX mit seinen Fahreigenschaften. Abgesehen von der üblichen leichten Untersteuer-Neigung fährt der ASX sehr gutmütig und stellt seinen Fahrer nie vor unlösbare Probleme – es sei denn, der möchte die Grenzen der Physik austricksen. Das Triebwerk, ein 1,6-Liter-Benziner mit 117 PS reißt uns zwar nicht vom Hocker, hält den ASX (mit Fünfgang-Handschaltung) aber dennoch gut auf Trab, weil es gerademal 1335 Kilogramm bewegen muss. In 11,5 Sekunden befördert der Saugmotor den ASX auf 100 und schafft eine Spitze von immerhin 183 km/h. Damit lässt es sich auch gut auf der Autobahn leben. Den Verbrauch von 5,7 Liter nach Norm schafft allerdings nur der Sanftfüßige auf der Landstraße bei Tempo 80. Im Testbetrieb mit gleichmäßigen Anteilen von Autobahn, Landstraße und Stadt genehmigt sich der ASX 6,5 Liter.

Stellt sich abschließend die Frage, warum der in die Jahre gekommene ASX nach wie vor so erfolgreich ist? Nun, natürlich spielt der Preis eine Rolle. Wo schon gibt’s einen komplett ausgestatteten SUV für 27 490 Euro (Basispreis 19 490 Euro). Und wo ist ein acht Jahre altes Auto immer noch so schick? Und – ganz wichtig – wo ist ein Auto im Rentenalter immer noch so zuverlässig. Im TÜV-Report wird der ASX über den grünen Klee gelobt: „Würden alle Autos beim TÜV so vorfahren, hätten die Prüfer sicher mehr Freizeit“, kommentiert der „TÜV Report 2018“ mit Blick auf das Abschneiden des japanischen Modells bei der Kfz-Hauptuntersuchung (HU). Der ASX gilt dort als Musterschüler. Es gäbe sicherlich noch weitere Pluspunkte aufzuführen über diesen ASX, der sicherlich nicht unbedingt aufregend ist, aber dank seiner Zuverlässigkeit auch kaum aufregt. (autour24/khf)

Technische Daten Mitsubishi ASX 1.6 ClearTec 2WD Top: Fünfsitziges SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Meter: 4,36/1,81/1,64/2,67, Leergewicht: ab 1335 kg, Tankinhalt: 63 l, Kofferraumvolumen: 419 – 1219 l. Motor: Vierzylinder-Benziner, Hubraum: 1590 ccm, Leistung: 86 kW/117 PS bei 3.600/min, maximales Drehmoment: 154 Nm bei 4000/min, 0-100 km/h: 11,5 s, Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h, 6-Gang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Durchschnittsverbrauch: 5,7 l, CO2-Ausstoß: 132 g/km, Abgasnorm: Euro 6, Preis: ab 27.490 Euro.

 

 

 

 

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