Der Kona: Hyundais Saubermann

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Alternative Antriebe wie Elektromotor, Hybrid und Brennstoffzellen-Aggregat sind noch immer nicht alltäglich. Doch vor allem asiatische Hersteller haben technologisch die Nase weit vorn. Hyundai punktet jetzt mit dem neuen elektrifizierten Kona sowie dem Wasserstoff-Auto Nexo. Hyundai ist der weltweit einzige Hersteller, der alle alternativen Antriebe in Serienfahrzeuge einbaut, betont Markus Schrick, Hyundai-Chef Deutschland auf der Fahrzeugpräsentation in Oslo. Dort machen wir die Probe aufs Exempel.

Die Elektro-Version des Kona ist das neueste Mitglied in der Hyundai-Familie alternativer Automobile und das erste Elektro-SUV im B-Segment. Durch vergrößerte Reichweite und andere Optimierungen der Fahrzeugtechnik tritt hier ein weiteres Stück Normalität in die Welt des elektromobilen Fahrens ein. Schon beim ersten Start fällt die Dynamik des Antriebs auf. Das elektrische Kompakt-SUV erweist sich als ausgesprochen spritziges Auto mit Beschleunigungswerten, die für diese Fahrzeugklasse ungewöhnlich sportlich sind.

Mit 100 kW/136 PS oder 150 kW/204 PS Leistung kommt am Steuer der Fahrspaß nicht zu kurz. Und bis zu 482 Kilometer Reichweite nach dem neuen WLTP-Zyklus führen zu einer achtbaren Langstreckentauglichkeit. Dafür sorgt in der 150-kW-Version eine Batteriekapazität von 64 Kilowattstunden. Auch in der Einstiegsvariante muss man sich nicht vor längeren Fahrten scheuen: Die Speicherkapazität der Akkus beträgt 39,2 kWh. Damit sind Reichweiten von immerhin noch bis zu 312 Kilometern drin.

In beiden Modellen arbeitet ein Permanentmagnet-Synchronelektromotor, dessen Leistung über ein einstufiges Reduktionsgetriebe auf die Vorderräder übertragen wird. Die Speicherung übernehmen platzsparend im Unterboden positionierte Lithium-Polymer-Akkumulatoren, die über einen serienmäßigen Batterieheizer zügig auf Betriebstemperatur gebracht werden. Ihre Stärken sind eine kompakte Bauweise, ein nur gering ausgeprägter Memory-Effekt und schnelle Ladezeiten.

Auf diese Weise dauert es nur 54 Minuten, um die Stromspeicher an einer 100-kW-Schnellladestation, wie sie sich beispielsweise entlang der Autobahnen finden, zu 80 Prozent aufzuladen. Steht eine 50-kW-Station zur Verfügung, nimmt der Ladevorgang 75 Minuten in Anspruch. Die Zeit für einen vollständigen Ladezyklus an einer für die heimische Garage geeigneten Wallbox beläuft sich auf rund achteinhalb Stunden bei der 100-kW- und knapp 14 Stunden in der 150-kW-Variante.

Die spürbare Durchzugskraft entsteht durch das maximale Drehmoment von 395 Newtonmeter, das prinzipbedingt von Beginn an zur Verfügung steht. So gelingen Überholmanöver auch aus niedrigen Geschwindigkeiten in Windeseile. Die 150-kW-Variante benötigt für den Zwischenspurt von 80 auf 120 m/h nur 4,8 Sekunden. Bei der 100-kW-Ausgabe fallen 7,3 Sekunden an. Ähnlich flott geht es aus dem Stand bis auf Tempo 100 voran. Nach 7,6 (150 kW) und 9,7 (100 kW) Sekunden ist die Beschleunigungsprüfung bereits beendet.

Die Preisliste beginnt bei 34.600 Euro für die 100 kW-Version in der Basis-Ausstattung „Trend“ und reicht bis zu 45.600 Euro für den 150-kW-Athleten in der höchsten Ausstattung „Premium“. Nun ist ein Elektroauto für Städter mit Etagenwohnung ohne eigene Garage nicht ganz optimal, da man dann komplett auf öffentliche Ladestationen angewiesen ist. Anders ist das in der Königs-Klasse der alternativen Antriebe: der Brennstoffzelle. Hier tankt man Wasserstoff so schnell wie konventionelle Fahrzeuge Benzin oder Diesel.

Allerdings sind Wasserstoff-Fahrzeuge noch teuer, nicht zuletzt aufgrund der notwendigen Verwendung des Edelmetalls Platin. Aber die Industrie arbeitet bereits erfolgreich an der Reduzierung des Platin-Anteils und anderer Faktoren, die Wasserstoff-Autos teuer machen. Der aktuelles Hyundai Nexo kostet stolze 69.000 Euro plus 3.500 Euro fürs Premium-Paket. Für so viel Geld gibt es auf dem Markt konventioneller Fahrzeuge natürlich Premium satt. Nun ist es Hyundai hoch anzurechnen mit solch innovativer, aber auf dem Markt noch sperriger Zukunftstechnik überhaupt in Serienproduktion zu gehen.

Das Cockpit des Nexo wirkt schon allein aufgrund seiner vielen Tasten futuristisch. Die Mittelkonsole erinnert an ein kleines Mischpult im Tonstudio oder eine Steuerungs-Einheit auf der Brücke vom Raumschiff Enterprise. Fahren lässt sich der Nexo wie ein Elektroauto, was nicht wundert, ist doch der Motor selbst rein elektrisch. Die Technologie bietet gleich eine ganze Reihe von Vorteilen, die insbesondere die Alltags- und Langstreckentauglichkeit unterstreichen:

Der für den Elektroantrieb notwendige Strom wird in den Brennstoffzellen an Bord hergestellt und macht lange Pausen an einer Ladesäule überflüssig – stattdessen reicht der H2-Vorrat von 6,33 Kilogramm für eine Reichweite von 756 Kilometern. Als einzige Emission gibt der Nexo Wasserdampf an die Umwelt ab, fährt also ganz ohne Abgase. Wurde der mitgeführte Wasserstoff zudem mit Hilfe erneuerbarer Energien produziert, ist der Nexo nicht nur lokal, sondern generell absolut CO2-neutral unterwegs – den Produktionsprozess mal außer Acht gelassen.

Der Nexo ist als echter Saubermann unterwegs: Denn der für die Stromerzeugung notwendige Sauerstoff wird aus der Umgebungsluft angesaugt und anschließend zu 99,9 Prozent von Feinstaubpartikeln gereinigt wieder abgegeben – der Hyundai Nexo vermeidet also nicht nur eine Schädigung von Umwelt und Klima, sondern liefert einen aktiven Beitrag für bessere Luft. Aufgrund des relativ hohen Preises ist der Nexo freilich kein Fahrzeug für den Massenmarkt. Doch was nicht ist, kann ja noch werden. Bis dahin dürften sich Elektrofahrzeuge wie der Kona wachsender Beliebtheit beim Kunden erfreuen. (Lars Wallerang, mid)

Technische Daten Hyundai Kona Elektro 150 kW Premium: Fünftüriges Kompakt-SUV, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Millimetern: 4.180/1.800 (ohne Außenspiegel)/1.565/2.990 Wendekreis: 10,60 m; Leergewicht: 1.760 kg, Zuladung: 352 kg, Kofferraumvolumen: 332-1.114 l. Antrieb: Permanentmagnet-Synchronelektromotor (Wechselstrom), vorne eingebaut; Leistung: 150 kW/204 PS, Drehmoment: 395 Nm, Höchstgeschwindigkeit: 167 km/h, 0 – 100 km/h: 7,6 Sekunden, Front-Antrieb, Verbrauch: 14,3 kW/100 km, Akku-Kapazität: 64 kWh, Reichweite nach WLTP: 482 km, Preis: 45.600 Euro.

1 Kommentar

  1. Unverständlicherweise gibt es zum Hyundai KONA EV icht einmal eine Anhängerkupplung. Habe einen Fahrradträger und einen leichten Anhänger für kurze Fahrten und wollte den Hyundai KONA EV schon kaufen, da sagte mir der Verkäufer, dass es zu diesem SUV keine Anhängerkupplung gibt. Vielleicht hat der Erzeuger darauf vergessen?! Schade für die möglichen Kunden.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here