T-Cross: Mehr als ein hochbeiniger Polo

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2019 steigt auch VW in das Wachstums-Segment der kleinen SUV ein. Der T-Cross trägt Technik des VW Polo, wirkt aber deutlich erwachsener – wie eine erste Probefahrt im noch getarnten Vorserienmodell zeigt.
An SUV mangelt es dem Volkswagen-Konzern nicht, allein die Kernmarke VW deckt mit T-Roc, Tiguan (Allspace) und dem Touareg bereits ein breites Spektrum ab. 2019 bauen die Wolfsburger trotzdem unten noch mal an – mit dem T-Cross. Der beruht, wie der VW Polo, auf der kleinsten Ausführung des flexiblen „Modularen Querbaukasten“. Diese Wunderwaffe der Entwickler ermöglicht es ihnen, mit überschaubarem Aufwand viele verschiedene Modelle mit quer eingebautem Motor auf die Räder zu stellen.

Auch der bekannte T-Roc stützt sich darauf. Der neue T-Cross wird mit 4,11 Meter Außenlänge zwar kleiner, trotzdem könnte mancher Kunde des größeren T-Modells schwach werden und auf den knuffigen jungen Bruder wechseln. Eine solche Kannibalisierung will VW natürlich vermeiden, lieber soll der T-Cross mit Peugeot 2008 oder Opel Crossland X konkurrieren. Also wird Wolfsburg den T-Cross völlig anders positionieren als den T-Roc.

Tritt letzterer als sportlicher Lifestyle-SUV für jene an, denen ein VW Golf zu brav ist, kommt der Neuling als praktisches Familien-Autochen daher. Obwohl er ja kleiner ist, aber das muss man global sehen: In Indien, wo er künftig auch gebaut werden soll, dürfte er als Traumauto für die wachsende Mittelstand gelten; und in China und Brasilien wird der T-Cross mit leicht verlängertem Radstand zum People-Mover.

Auch in Deutschland soll er mit den normalen 2,58 Metern Radstand so eine Art kleines Raumwunder für Paare oder Familien mit einem Kind darstellen. Dafür ist die Rückbank serienmäßig verschiebbar, man kann also wählen zwischen einem gut nutzbaren Kofferraum, ordentlichen Knieraum im Fond – oder einem Kompromiss aus beidem. Kuscheln sich Babies oder Kleinkinder in ihren Sitz oder eine Reboard-Schale, ist sogar beides möglich.

Dass der T-Cross natürlich trotzdem kein Raumriese ist, spürt man am ehesten an der Breite und der nicht gerade üppigen Ellbogenfreiheit, die in etwa jener des VW Polo entspricht. Trotzdem fühlt der Fahrer sich im T-Cross wie in einem deutlich erwachseneren Auto. Das liegt vor allem an der höheren Sitzposition, einem Haupt-Argument für viele SUV-Käufer: Aus vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit plus höherer Karosserie ergeben sich 112 Millimeter mehr Gesamthöhe – und eine um zehn Zentimeter geliftete Sitzposition.

Das ist beim Fahren spürbar. Der Fahrer ist gefühlt mit einem größeren Auto unterwegs. Das Fahrwerk federt, wie es sich für ein SUV gehört, nämlich komfortabel, geschmeidig und durchaus langstrecken-tauglich. Damit harmoniert der getestete Benzinmotor mit drei Zylindern und 115 PS, der den Alltagsverkehr locker und mit kongenialer Unterstützung des optionalen Doppelkupplungs-Getriebes meistert. Nur an Steigungen geht ihm etwas die Puste aus. Wer da mehr Reserve wünscht, kann zum Vierzylinder mit 150 PS greifen. Am unteren Ende der Auswahl stehen ein Benziner und Diesel mit jeweils 95 PS; beide werden in Deutschland wohl eher keine Verkaufsschlager.

Alle Motoren treiben nur die Vorderräder an; eine Allrad-Version ist derzeit ebenso wenig geplant wie eine Hybrid- oder gar Elektrovariante. Doch sonst strotzt der T-Cross vor High-Tech: LED-Rücklichter gibt’s serienmäßig, ebenso die Assistenzsysteme für Abstand, Spurführung und Fußgänger-Crash-Bremse.

Und gegen Aufpreis und in den teureren Ausstattungslinien sind unter anderem Front-LED, noch viel mehr Assistenzsysteme und das für diese Klasse grandiose virtuelle Cockpit lieferbar. Überhaupt lässt sich der Innenraum wirklich schick und im modischen Bicolor-Look aufrüsten.

Was die ganze kleine Pracht kosten soll, hat VW noch nicht kalkuliert – schließlich wird der Wagen erst im Herbst 2018 offiziell enthüllt und rollt ab 2019 zu den Kunden. Am Wettbewerb orientieren wolle man sich, verspricht VW, und verheißt damit einen Basispreis von knapp unter 18.000 Euro. Dass die meisten Käufer sich angesichts der vielen netten Extras wohl kaum zügeln können und mehr als 20.000 oder 25.000 Euro ausgeben werden, gehört zum Konzept. Viel Auto fürs Geld bleibt es auch dann. (Marcus Efler / mid)

Technische Daten: Fünftüriges SUV, Länge 4.107 mm; Höhe 1.558 mm; Radstand 2.578 mm; Kofferraumvolumen (bei aufgestellter Sitzbank) 455 Liter; 5 Sitzplätze. Benzin-Motoren: 95, 115, 150 PS; Diesel-Motor 95 PS; Frontantrieb; Preis ab etwa 18.000 Euro.

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