Es läuft rund bei Carthago

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Carthago, Hersteller von Premium-Reisemobilen, steht gut da. Mit einer Umsatzsteigerung um 16,6 Prozent auf 350 Millionen Euro im vergangenen Geschäftsjahr können sich Inhaber Karl-Heinz Schuler und seine rund 1300 Mitarbeiter über einen „sehr erfreulichen Ertrag“ freuen. 5200 Reisemobile der Muttergesellschaft und der Tochtermarke Malibu wurden neu zugelassen, das sind 15 Prozent mehr als im Vorjahr. Das kann Begehrlichkeiten bei expansionswilligen Wettbewerbern wecken. Mit einem Eigenkapitalanteil von 70 Prozent dürfte sich das erfolgreiche Unternehmen jedoch vor möglichen Übernahmeversuchen souverän schützen können. Für die kommende Saison wird das Modellprogramm behutsam und unter Berücksichtigung der Kundenwünsche erneuert.

So ergänzt ein neuer Kastenwagen bei Malibu das Angebot. Der Van Charming GT krönt die bei rund 45 000 Euro startende Baureihe, die es auf immerhin 1800 Einheiten gebracht hat. Ein großes, doppeltes Panoramafenster über den Vordersitzen ist das markante Kennzeichen des 6,36 Meter langen Campers. Der Dachstaukasten vorne entfällt, statt dessen dienen seitliche Fächer zur Einrichtung der Bordbibliothek.

Wie in allen Baureihen stand bei der Überarbeitung der Leichtbau im Vordergrund, um bis zu 80 Kilogramm haben die Vans und Reisemobile abgespeckt, was die Zulademöglichkeiten verbessert und vielen Modellen die Einhaltung der magischen 3,5-Tonnen-Grenze erlaubt. Alle rollen auf Basis des Fiat Ducato, Modifikationen an dessen Chassis und – bei den Kastenwagen – auch am Aufbau, helfen unter anderem beim Gewichtsparen.

Ein besonders kompakter Grundriss findet sich in integrierter Form als I 141 LE in den Baureihen C-Tourer und C-Compactline, der ebenfalls maximal 3,5 Tonnen wiegt. Auf erneut 6,36 Metern Länge gibt es zwei Einzel-Längsbetten im Heck, Küche und Waschraum in Wagenmitte sowie eine Sitzgruppe für vier Personen. Clever gestaltet ist das sogenannte Vario-Bad, bei dem die Rückwand samt Waschbecken als Spritzschutz über die Kassetten-Toilette geschwenkt wird und so eine geräumige Duschkabine entsteht. Die Preisliste beginnt hier bei etwa 78 000 Euro.

Bei den integrierten Liner-Serien präsentiert Carthago eine neue Frontpartie mit querliegenden Streben im Kühlergrill, der Chic C-Line bekommt außerdem ein neues Heck aus einer doppellagigen GfK-Form, die bei gleichbleibenden Innenraummaßen die Außenlänge um 13 Zentimeter verkürzt. Ebenfalls neu ist die patentierte TV-Wand bei den Modellen mit Queensbett, die das Schlafzimmer vom Wohnbereich abtrennt und den Flachbildschirm direkt am Fußende des Betts positioniert. Größere Bäder bei den XL-Versionen mit Doppelachse und Handtuchwärmer im Hygieneabteil sind weitere Neuerungen.

Zwar sei Carthago beim Innenraumdesign eine eher konservative Marke, so Bernd Wuschack, Geschäftsführer des Reisemobilbauers in Aulendorf bei Ravensburg, es finden sich dennoch vermehrt moderne Bicolor-Einrichtungen an Bord. Gerne werden Holzrahmen mit hellen Farbflächen der Klappen und Türen kombiniert, was für eine warme und freundliche Atmosphäre sorgt. Bei der Ausstattung wünschen sich die Kunden zunehmend einen Backofen für die Küche, der hat einen Dunstabzug als Sonderausstattung bereits überholt.

Für den Doppelboden hat die Marke ein Staukastensystem entwickelt, das passgenau in den jeweiligen Abteilungen des Kellers Platz findet und nicht nur Ordnung in die Ausrüstung bringt, sondern die Ladung auch vor dem Verrutschen schützt. Den Monitor der Rückfahrkamera ordnet Carthago künftig links neben dem Lenkrad an, damit der Blick beim Zurücksetzen nicht allzu weit zwischen dem Außenspiegel und dem Bildschirm wandern muss. Die Basispreise der Premium-Mobile bleiben nahezu konstant, die Anpassungen nach oben liegen je nach Modell zwischen 0,2 und 0,7 Prozent. (ampnet/mk)

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