Caravan-Salon: Mekka der Camper und Caravaner

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Der Caravan-Salon, nach Bekunden der Veranstalter die größte Messe für Freizeitfahrzeuge der Welt, erlebt seine 57. Auflage. Vom 25. August bis zum 2. September werden die Ausstellungshallen in Düsseldorf wieder zum Mekka der Camper und Caravaner, 130 Marken zeigen rund 2100 Fahrzeuge, insgesamt präsentieren mehr als 600 Anbieter ihre Produkte. Die wollen sich wiederum gut 200 000 Besucher ansehen, erwarten die Messeleitung und der Ausrichter, der Caravaning Industrieverband Deutschland CIVD.

Anders als bei anderen Ausstellungen bleibt die Zahl der Aussteller und der Besucher aktuell konstant, zeigt sogar leichten Zuwachs. Dabei startete die Publikumsmesse 1962, damals noch in Essen beheimatet, mit bescheidenen 61 Ausstellern und gerade mal 35 000 Besuchern.

Die Entwicklung gestaltete sich rasant. Das mag unter anderem daran liegen, dass der Caravan Salon eine Verkaufsausstellung ist, auf der sich Interessenten direkt zum Messe-Schnäppchenpreis das Objekt ihrer Begierde sichern können. Vor allem aber ist es nach Ansicht des CIVD die neu entdeckte Lust am Reisen unter eigener Regie, abseits vom Pauschaltourismus und den reißenden Strömen der Erholungssuchenden. So verzeichnet die Messe-Statistik des Salons 1978 zum ersten Mal mehr ausgestellte Reisemobile als Wohnwagen. Daran hat sich bis heute nichts geändert, der Bestand an Reisemobilen in Deutschland lag am 1. Januar 2018 bei 486 898 Exemplaren der verschiedensten Kategorien. Die Marke von einer halben Million ist bereits geknackt, nachdem von Januar bis Mai 2018 stattliche 28 752 selbstfahrende Campingmobile neu zum Verkehr zugelassen wurden. Was einer Steigerung um 14,6 Prozent im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2017 entspricht.

Die noch langlebigeren Caravans haben zum 1. Januar 2018 einen Bestand von 654 073 Einheiten erreicht, sie konnten in den ersten fünf Monaten um 12 614 Exemplare zulegen. Der Durchschnittspreis eines Caravans ist im Vergleich zu 2016 um 3,1 Prozent gestiegen und liegt bei 19 914 Euro. Die Reisemobile haben um 3,4 Prozent zugelegt, ein Fahrzeug kostet durchschnittlich 71 431 Euro. Die Verteilung auf die einzelnen Reisemobil-Kategorien hat sich im Lauf der Jahre deutlich geändert. Dominierten noch in den 1990er Jahren die Alkovenmodelle, gefolgt von Mobilen in integrierter Form, so liegen aktuell die ausgebauten Kastenwagen mit einem Anteil von 42,8 Prozent vorn. Es folgen die Teilintegrierten, die das Original-Fahrerhaus des Basisfahrzeug nur sanft umschließen, mit 33,7 Prozent und die Integrierten mit 16,3 Prozent. Alkovenmobile landen auf dem vorletzten Platz, gefolgt nur von den Pick-ups und Spezialaufbauten, die es auf 0,3 Prozent bringen.

35 Prozent der Salon-Gäste sind Erstbesucher, so Joachim Schäfer, der die Messe seit 2009 erfolgreich leitete und sich nun in den Ruhestand verabschiedet. Viele von ihnen wollen vor einer endgültigen Kaufentscheidung Urlaub auf Probe im Haus auf Rädern machen, das Vermietgeschäft steigt mit zweistelligen Zuwachszahlen. Deshalb findet sich neu aufgenommen in der so genannten Starterwelt (Halle 18), in der sich Neukunden von Herstellern und unabhängigen Beratern Informationen und Tipps holen können, ein eigener Bereich, der sich ausschließlich um das Thema Vermietung dreht.

Daniel Onggowinarso, Geschäftsführer des CIVD, erwartet bis Ende Juni 31 000 neue Reisemobile und 15 000 Caravans auf den Straßen. Für das Jahr 2018 rechnet der Branchenverband mit einem Wachstum von zehn Prozent und schließt die Gesamtzahl von 70 000 Freizeitfahrzeugen bis zum Jahresende nicht aus.

Partnerregion des Caravan-Salons ist in diesem Jahr die französische Region Nouvelle Atlantique, die mit ihren Departements Vendee und Loire Atlantique die gesamt französische Atlantikküste von Saint-Nazaire im Norden bis Biarritz kurz vor der spanischen Grenze abdeckt. Sie empfiehlt sich mit endlosen Sandstränden und den langen, wilden Wellen des Ozeans für Surfer, Kiter und andere Wassersportler. Die gut ausgebaute Infrastruktur für Camper auf zahllosen, perfekt organisieren Plätzen und malerische Orte im Landesinneren laden zum unbeschwerten Urlaub in einer der traditionsreichsten Feriendestinationen Frankreichs ein. Und obendrein locken die renommierten Chateaus des Medoc oder Saint Emilion mit ihren großen, klassifizierten Gewächsen, auch wenn die Preise der aufwendig ausgebauten Weine nicht jeden für einen Einkauf begeistern kann. In den malerischen Altstadtgassen der regionalen Metropole Bordeaux lassen sich weniger hochpreisige Rebensäfte entspannt genießen, die Cité du Vin, ein architektonisch außergewöhnlich gestaltetes Gebäude mit einem museumspädagogisch überzeugenden Konzept, überrascht selbst Weinkenner mit immer neuen Erkenntnissen. (ampnet/mk)

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