Durch Dänemark – abseits der Transit-Route

 

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„Ihr wollt wirklich einen Abstecher durch Süd- und Mitteljütland machen“ fragte der dänische Journalisten-Kollege Jens-Peder Rasmussen zurück, als wir ihn um Tipps für eine kurze Reisemobil-Tour nach Dänemark baten – „sonst werde ich immer nur gefragt, wie man möglichst schnell als Transit-Reisender Richtung Schweden oder Norwegen kommt“.

Der Ausdruck „Abstecher“ stammt aus der niederländischen Seemannsprache und „een afsteker maken“ bedeutet, für eine kurze Fahrt ein kleines Beiboot vom Schiff abzustoßen. So wichen wir bewusst von der Hauptroute nach Norden ab und unser „kleiner Ausflug während einer Reise“ folgte dabei der „perfekten Route“, die der kompakte MARCO POLO Reiseführer für Dänemark detailliert empfiehlt. Flensburg verließen wir dann Richtung Tønder, folgten bis Ringkøbing der Nordseeküste, wandten uns nach Osten bis Aarhus und kehrten dann über die Autobahn E 45 nach Deutschland zurück.

Im  Wattenmeer-Nationalpark Nordfrisiske Øer fuhren wir zusätzlich auf die in Sichtweite von Sylt gelegene Insel Rømø und genossen es, mit dem Reisemobil zwischen Strandseglern und Wanderern auf den Strand fahren zu dürfen. Mandø erreichten wir über eine nur bei Ebbe nutzbare Schotterstraße und sparten so die Benutzung der hochbeinigen Traktorbussen. Møgeltønder bietet eine der schönsten Dorfstraßen des Landes. Schloss Schakenborg als Besitz von Kronprinz Joachim, die Altstadt von Ribe, der Hafen von Esbjerg und der Damm an der Seeseite des Ringkøbing Fjords waren ebenso sehenswert. Auf dem Weg nach Aarhus – die zweitgrößte Stadt Dänemarks und berühmt für ihr Kunstmuseum AroS – lohnte noch ab Silkeborg der kleine Umweg durch das Mitteljütländische Seenhochland.

Treue Dienste als Reisegefährt leistete der VANTANA von Hobby, ein mit Doppelbett, Seitenwaschraum, Küchenzeile und Sitzgruppe komfortabel ausgestatteter Fiat Ducato Kastenwagen. Mit genau sechs Meter Länge und nur 2,05 Meter Breite ließ er sich durch Ortschaften ebenso gut steuern wie über Landstraßen – für die 80 km/h Höchstgeschwindigkeit gilt. Der 96 kW/130 PS starke 2,3-Liter-Multijet-Diesel begnügte sich im Durchschnitt mit neun Liter Kraftstoff je 100 Kilometer und ermöglichte es mühelos, mit dem 3,5 Tonnen schweren Reisemobil die auf Autobahnen erlaubten 110 oder 130 km/h zu halten.

Dänemark hat 454 klassifizierte Campingplätze, die alljährlich durch den Campingrådet, eine Arbeitsgemeinschaft aus Eigentümer- und Verbraucherorganisationen mit bis zu fünf Sternen bewertet werden. Für Übernachtungen benötigt man einen Camping Key Europe. Dieser Ausweis im Scheckkartenformat ist vorab im Internet unter www.daenischecampingplätze.de oder auch erst vor Ort für etwa 15 Euro erhältlich, gilt für die ganze Familie und wird auch in den meisten europäischen Ländern anerkannt.

Grundsätzlich ist es in Dänemark nicht erlaubt, am Straßenrand, auf Parkplätzen oder am Strand zu campen. Für Reisemobile bieten rund 180 Plätze unter dem Begriff „Quick Stop“ von 20 Uhr abends bis 10 Uhr morgens günstige Abstellmöglichkeiten. Darin ist neben der Übernachtung für zwei Personen oft auch der Austausch von Brauch- gegen Frischwasser eingeschlossen und Restaurants sind häufig in fußläufiger Entfernung. Vor und während einer Reise gibt es schließlich eine Fülle weiterer Informationen unter www.visitdenmark.de.

Text und Fotos: Karl Seiler

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