Erster Test mit dem I.D. R Pikes Peak

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Der I.D. R Pikes Peak hat die ersten Testfahrten für den „Pikes Peak International Hill Climb“ auf der Originalstrecke im US-Bundesstaat Colorado erfolgreich absolviert: Fahrer Romain Dumas zeigte sich von der Performance des rein elektrisch betriebenen Rennwagens beeindruckt. Da es sich bei der Strecke zum 4.302 Meter hoch gelegenen Gipfel um eine öffentliche Straße handelt, stand sie dem Team nur für drei Stunden zur Verfügung. Für die Vorbereitung der weiteren Testläufe und des Rennens am 24. Juni hat Volkswagen Motorsport einen festen Stützpunkt in Colorado Springs bezogen.

„Die Nachrichten aus Colorado sind sehr positiv: Wir liegen mit den Vorbereitungen des I.D. R Pikes Peak im Plan und können uns nun auf die Feinabstimmung konzentrieren“, erklärt Volkswagen Motorsport-Direktor Sven Smeets. „Das ist das Ergebnis einer ganz starken Mannschaftsleistung, zunächst hier in Deutschland und nun von unserem Team vor Ort in den USA. Wenn wir unsere Arbeit weiterhin konzentriert und motiviert fortsetzen, stehen unsere Chancen gut, am 24. Juni eine neue Bestmarke für E-Fahrzeuge zu setzen.“

Bei den ersten Tests in den USA konzentrierte sich das Team vor allem auf die Fahrwerkabstimmung, Reifentests sowie die optimale Nutzung von Batterieladung und die Energie-Rückgewinnung beim Bremsen. „Das perfekte Energiemanagement ist einer der Schlüsselfaktoren für einen erfolgreichen Angriff auf den Rekord in der Kategorie der ElektroFahrzeuge“, erklärt François-Xavier Demaison, Technischer Direktor Volkswagen Motorsport und als Projektleiter für den I.D. R Pikes Peak verantwortlich. „Die erste Testfahrt am Pikes Peak ist erfolgreich verlaufen. Das zeigt, dass unsere Computer-Simulationen und auch die Testfahrten in Europa auf den Punkt getroffen haben.“

Dumas zeigte sich nach dem Test begeistert. „Der I.D. R Pikes Peak ist das beste Auto, mit dem ich jemals diesen Berg hinaufgefahren bin. Beschleunigung und Kurvengeschwindigkeiten sind wirklich beeindruckend, dazu ist das Auto sehr komfortabel: Dank des Elektroantriebs muss ich nicht schalten, sondern kann mich ganz auf die Linie konzentrieren“, erläuterte der Franzose. „Aber natürlich bleibt immer Raum für Verbesserungen. Wir werden bei den noch anstehenden Testfahrten die Abstimmung weiter verfeinern“, blickte Dumas schon auf die kommenden arbeitsintensiven Tage und Wochen in den USA voraus. „Ich kenne die Strecke am Pikes Peak zwar inzwischen in jedem Detail. Aber ich fahre dort zum ersten Mal ein Rennauto mit Elektroantrieb. Im Cockpit des I.D. R Pikes Peak lerne ich mit jedem Meter dazu.“

Bei der 96. Auflage des berühmtesten Bergrennens der Welt hat Volkswagen Pilot Dumas am 24. Juni die Marke von 8.57,118 Minuten im Visier – seit 2016 der Rekord für Elektro-Fahrzeuge auf der 19,99 Kilometer langen und mit 156 Kurven aufwartenden Strecke. Dies entspricht einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 134 km/h. Der I.D. R Pikes Peak geht die Herausforderung mit einer Systemleistung von 500 kW (680 PS) an, verteilt auf je einen Elektromotor an Vorder- und Hinterachse. „Zum ersten Mal muss ich mir keine Sorgen um einen Leistungsverlust in großer Höhe machen“, beschreibt Dumas die Vorteile des Elektroantriebs gegenüber herkömmlichen Verbrennungsmotoren. Diese büßen aufgrund der geringeren Sauerstoffkonzentration in der Höhenluft schon beim Start auf 2.862 Metern im Vergleich zur Meereshöhe beinahe 30 Prozent der Leistung ein. Mit jedem gefahrenen Kilometer in Richtung Ziellinie verstärkt sich der Effekt der dünnen Luft. Elektromotoren arbeiten dagegen kontinuierlich effizient.

Andere Faktoren sind dagegen für alle Teilnehmer identisch. „Man hat nur einen einzigen Versuch“, stellt Dumas klar. „Wenn dabei nur das Geringste schiefgeht, ist zumindest ein neuer E-Rekord kaum noch realistisch.“ Schiefgehen kann bei einem fast 20 Kilometer langen Bergrennen, bei dem 1.440 Meter Höhenunterschied zwischen Start und Ziel liegen, eine ganze Menge. „Wie immer im Motorsport gilt die Regel: Um Erster zu werden, musst du erst einmal ins Ziel kommen“, sagt der Franzose.

Dabei spielt auch die Witterung eine entscheidende Rolle. „Um einen Rekord zu fahren, braucht man auch Glück mit dem Wetter“, erläutert Dumas. Immerhin wurde der Pikes Peak International Hill Climb in der Vergangenheit wegen Nebel, Eisbildung, Schnee und Hagel schon abgebrochen oder verkürzt. Durchschnittlich schneit oder hagelt es im Gipfelbereich an 18 von 30 Tagen im Juni. Und auch mit plötzlich einsetzendem Regen und überfrierender Nässe müssen die Piloten unter Umständen fertig werden. Im Zielbereich beträgt die Durchschnittstemperatur im Juni gerade einmal null Grad Celsius. (autour24)

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