Kalawy – eine Oase des Friedens am Roten Meer

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Von Klaus H. Frank

Ägypten ist als Urlaubsland wieder im Kommen. Außerordentlich beliebt sind Resorts direkt am Roten Meer, unter anderem auch deshalb, weil dort die Sicherheitslage relativ unbedenklich ist. Eine Top-Destination ist der TUI Magic Life Club Kalawy.

Amun ist erleichtert – in doppeltem Sinne. Endlich konnte er sein Trinkgeld in Scheine tauschen. Meist waren es Ein- oder Zwei-Euro-Münzen, die seine Hosentaschen ausbeulten und die gesamte Hose unangenehm nach unten zogen. Geradezu glückselig ist er nun, kann mit dem gesparten Bakschisch und seinem Lohn aus dem TUI Club Magic Life Kalawy am Wochenende endlich wieder heim nach Safaga fahren, denn Frau Amany und die Kinder warten schon sehnlich auf ihn. Zuhause ist das Geld knapp, wie bei den meisten Familien in Ägypten, die vom Tourismus abhängig sind. Aber Amun hat Glück. Sein Job ist es, die Liegen und Sonnenschirme am Strand zu verteilen. Und da fällt neben dem normalen Lohn immer ein bisschen Trinkgeld ab – vor allem wenn der freundliche Amun augenzwinkernd die erste Reihe am Roten  Meer verspricht. Der Blick auf die Lagune mit dem sanft abfallenden Strand ist dort wie aus dem Bilderbuch. Heller Sand, türkisfarbenes Wasser, strahlend blauer Himmel. Kein Lüftchen regt sich. Es ist heiß, das Wasser angenehm warm – auch jetzt in den etwas kühleren Monaten am Jahresanfang. Urlaub hier kann nur gut werden.

Der TUI Club Magic Life Kalawy liegt knapp hundert Kilometer südlich von Hurghada – von München aus in etwa zweieinhalb Stunden mit dem Flieger zu erreichen. Die Fahrt mit dem Taxi vom Flughafen in den Club dauert zwischen ein- bis eineinhalb Stunden – je nachdem, wie halsbrecherisch der Fahrer seinen Toyota über die Wüstenstraße prügelt. Links und rechts von der Straße gibt’s nichts  zu sehen. Nur Sand und nochmal Sand – und Unmengen von Dreck. Das Umweltbewusstsein scheint wie so oft in südlichen Ländern gegen Null zu tendieren. Die Straße ist durchgängig gesäumt von Abfall, Müll und Bauschutt. Eine Schande. Unverständlich, warum nicht wenigstens ein paar hundert Meter von der Straße entfernt hin und wieder tiefes ein Loch in den Sand gebuddelt und der ganze Dreck dort versenkt wird. Sicher ist das keine Ideallösung – aber dann schaut‘s wenigstens nicht so fürchterlich aus. Diese Straße von Hurghada Richtung Süden ist alles andere als eine einladende Visitenkarte für dieses wunderschöne Land der Pharaonen.

Nach der Ankunft im Club jedoch ist alles vergessen – Urlauber wähnen sich wie im Paradies. Blitzsauber ist die Anlage, mit viel Grün und von üppig wachsenden Blumen und Sträuchern übersät. Wohin der Blick auch fällt: Eine ganze Heerschar von Bediensteten putzt, pflanzt, streicht. Der überwiegend deutschen Klientel gefällt das. Auffallend ab dem ersten Moment: Das Personal ist unglaublich hilfsbereit, freundlich und aufgeschlossen. Keine Frage bleibt unbeantwortet, kein Wunsch unerfüllt. Alle haben ein Lächeln im Gesicht. Gastfreundschaft, wie sie sein soll. Phänomenal.

Es ist viel Platz hier mitten im Nichts. Deshalb macht sich der Club richtig breit, liegt riesengroß in der Wüste. Auf 117 000 Quadratmetern verteilt sich die Anlage mit einem Hauptgebäude und 14 Nebengebäuden, in denen 537 komfortable Zimmer untergebracht sind. Die Anlage ist meist ausgebucht, aber niemand tritt dem anderen auf die Füße – es verläuft sich alles. Tags plantschen die meisten in einem der fünf Pools oder treiben Sport, solange die Sonne nicht zu unbarmherzig vom Himmel brennt. Sport & Fitness nämlich ist ein großes Thema im TUI Magic Life Club Kalawy. Neben Yoga oder Boxen, Aqua Spinning und Trampolin springen gibt’s ungezählte Möglichkeiten, die abends in den Restaurants angefressenen Speckpölsterchen am Tag wieder los zu werden. Ganz egal, ob auf dem Tennis-, Fußball- oder Beachvolleyballplatz. Und klar: Vieles hat mit Wasser zu tun, denn der Club liegt schließlich direkt am Meer. Windsurfen, Stand-up-paddling, Wasserpolo  – müßig, alles aufzuzählen. Über mangelnde Gelegenheit, sich zu bewegen, kann sich hier niemand beschweren. Und wer sich nicht selbst bewegen will, der lässt sich bewegen – bei einem Strandritt auf dem Rücken von Pferden oder auf dem wabbeligen Höcker eines Kamels. Und wem das zu viel an frischer Luft ist, der setzt sich auf ein Quad, heizt in Kolonne durch die Wüste, schluckt kiloweise Sand und atmet stinkende Auspuffgase – wer’s braucht…

Und dann ist da natürlich dieses spektakuläre Hausriff, das über einen fast 100 Meter langen Steg trockenen Fußes zu erreichen ist. Als bekennender Warmduscher, der unter 28 Grad in kein Wasser steigt, muss ich mich darauf verlassen, was Taucher und Schnorchler erzählen. Bei klarem Wasser beträgt die Sicht oft mehr als 20 Meter – und zu sehen sind farbenprächtige Korallenbänke, blau gepunktete Rochen, Clownfische, Muränen, ja selbst Schildkröten. Natürlich gibt es auch Haie, harmlose Riffhaie, niemand muss also fürchten, dass ihm ein Stück aus den Rippen gebissen wird.

Es ist entspannend und manchmal auch amüsant, den ganzen Tag dösend auf der Liege das süße  Nichtstun zu genießen und unweigerlich mitzubekommen, was unter dem Sonnenschirm nebenan passiert. Familie Hartmann aus dem Westfälischen zum Beispiel hat Zoff, weil Gatte Herbert bei seinem Mittagsschläfchen so tierisch schnarcht, dass im Umkreis von 30 Metern kein anderer ein Auge zu machen kann. Und Schuld daran, so zetert Gattin Elfriede, ist Herberts dicke Wampe, resultierend aus den Unmengen kulinarischer Köstlichkeiten, die er mindestens dreimal täglich in sich hineinstopft. Es ist ihm ja nicht zu verdenken, denn das Essen hier im Club zählt zum Besten, was in ganz Ägypten zu bekommen ist. Ganz unabhängig von den vier Spezialitäten-Restaurants, die einmal pro Woche besucht werden können und erlesene „haute cuisine“ aus aller Welt präsentieren, ist das Hauptrestaurant „Magico“ mein ganz großer Favorit und der absolute Hammer. Im täglichen Rhythmus wechseln über jeweils zwei Wochen hinweg die kulinarischen Themen, bieten leckere Köstlichkeiten von Fisch, Rind oder Geflügel, frischestem Gemüse und Obst, raffiniert gewürzt und von ungeahnter Vielfalt, phantasievoll dekoriert oder effektvoll präsentiert, wie etwa der komplette Haxen eines Kamels. Der Nachtisch ist eine Vergewaltigung der guten Vorsätze – hier muss der Feinschmecker einfach mehrfach zum Buffet traben. Peinlich zwar und alles andere als gut für die schlanke Linie – aber es schmeckt halt so wahnsinnig gut. Und wer dann nach einer Woche Kalawy wieder verlässt, ohne drei Kilo zugenommen zu haben, der hat die fantastische  Arbeit der Köche und seiner Mitarbeiter sträflich missachtet.

Wer nach einem opulenten Abendessen einen Absacker wünscht, hat keine Probleme in einer der insgesamt sechs Bars sich einen Mojito, Margerita, Pina Colada oder sonst was mixen zu lassen. Und wem dann noch nach ein bisschen mehr Stimmung ist, für den ist „Showtime“ angesagt. Sechsmal pro Woche gibt’s ein Entertainment-Programm vom Feinsten. Nicht wie in etlichen anderen Urlaubsorten strickt das Hotelpersonal ein amateurhaftes Klimbim-Programm zusammen, nein, hier sind Profis am Werk. Mit diesen Shows können die jungen, meist aus russischen Akrobatikschulen kommenden Artisten und Sänger auch auf größeren Bühnen auftreten. Respekt. Und da Nachtschwärmer zu später Stunde hier in der Wüste nicht „um die Häuser ziehen“ können, gibt’s die „Wunderbar“ – die hat nämlich 24 Stunden, Tag und Nacht, geöffnet.

Natürlich stellt sich bei einer Reise nach Ägypten stets die Frage: Ist das Land eigentlich sicher? Denn weiterhin ist der Ausnahmezustand verhängt und es gilt eine Teilreisewarnung des Auswärtigen Amts. Aber wo gibt es schon perfekte Sicherheit, muss gefragt werden? Es gibt sie nicht auf dem Weihnachtsmarkt in Berlin, genauso wenig wie in der U-Bahn vor Brüssel oder dem Bistro in Paris. Dennoch wird hier in der Anlage kaum jemand zu finden sein, der sich unsicher fühlt. Der Magic Life Club in Kalawy fühlt sich fast ein bisschen so an, wie eine Oase des Friedens. In dem sich alle, einheimische Bedienstete und ausländische Gäste, freundschaftlich und respektvoll begegnen, die unterschiedlichen religiösen Ansichten tolerieren und nichts sehnlicher für dieses wundervolle Land wünschen – als Frieden.

Info: Buchbar ist der TUI Magic Live Club in jedem TUI Reisebüro oder auch direkt im Internet. Eine Woche all inclusive kostet zum Beispiel mit Flug ab München im April im Doppelzimmer 976 Euro pro Person. (autour24)

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