Subaru Impreza: Einst Rallye-Crack, heute Sicherheits-Champ

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Von Klaus H. Frank

Es sind Geschwister, aber keine Zwillinge – der Subaru XV und der Subaru Impreza haben große Ähnlichkeiten, sind aber auf eine komplett andere Zielgruppe ausgerichtet. Den Subaru XV, der vor wenigen Wochen in die Showrooms der Händler rollte, ist ein SUV, bevorzugt von einer Klientel, die wegen topografischer oder klimatischer Umstände eher einen allradgetrieben SUV mit hoher Bodenfreiheit bevorzugt. Der Impreza hingegen ist eine klassische, kompakte Limousine, beliebt vor allem bei jungen Leuten im Alter von 25 bis 29 Jahren, so sagen dies Umfragen. In seiner fünften Generation ist das Design deutlich gefälliger ausgefallen, ohne dass der Impreza jedoch zum Hingucker aufgestiegen wäre. Seine Rallye-Vergangenheit ist ihm nicht anzusehen – also keine Verunstaltung der harmonischen Konturen durch überdimensionierte Schweller oder Spoiler. Die Seitenlinie steigt leicht nach hinten an, die Dachlinie fällt coupé-haft ab – das ist schick. Auffallend ist die riesige, weit nach unten gezogene Heckscheibe, die für einen fantastischen Blick nach hinten sorgt.

Bei den Motorisierungen gibt’s keine Überraschungen:  Der Impreza rollt mit einem 1,6-Liter- und einem 2,0-Liter-Benziner auf die Straße. Der kleinere Boxer leistet 114 PS (0 auf 100 in 11,8 Sek., Spitze 180 km/h, Verbrauch 6,4 Liter). Er ist zwar keine Ausgeburt an Temperament, aber seine Spritzigkeit reicht aus für Stadt und Land. Das größere Triebwerk ist mit 156 PS deutlich souveräner, lädt zum Cruisen ein. Mit ihm sprintet der Impreza in 9,8 Sekunden auf 100 und erreicht eine Spitze von 205 km/h. Der Normverbrauch liegt hier bei 7,8 Litern. Beide Motoren sind ausschließlich mit einer CVT-Automatik (Lineartronic) kombinierbar, die sieben Gänge simuliert. Wer nicht allzu hektisch mit dem Gasfuß werkelt, wird mit dem stufenlosen Getriebe durchaus zufrieden sein. Wer das Gaspedal aber gern spontan bis zum Bodenblech durchdrückt, der lernt das typische CVT-Problem kennen: der Motor heult auf, aber die Beschleunigung hinkt hinterher. Dennoch: Der nervende Gummiband-Effekt hält sich jetzt beim Impreza ziemlich in Grenzen. Außerdem können die Gänge auch per Hand über Schaltwippen am Lenkrad (nur beim Zweiliter-Motor) oder mit dem Automatikwählhebel gewechselt werden. Das funktioniert am besten.

Wirklich ansehnlich ist der geräumige Innenraum geraten, bei dem auch die Hinterbänkler ausreichend Kniefreiheit besitzen. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Materialien sehr wertig, Hartplastik ist gottseidank Mangelware. Die Bedienung geschieht hauptsächlich über das Touchscreen, Knöpfe sind weitgehend eliminiert.

Wie schon beim XV-Bruder wird auch beim Impreza die hervorragende Sicherheit von Subaru-Deutschland-Geschäftsführer Christian Amenda hervorgehoben. 5 Sterne beim Euro-NCAP-Test sprechen für sich. Aber auch der japanische Crashtest, bei dem der Impreza mit 199,7 von 200 möglichen Punkten das beste Ergebnis aller Zeiten erreichte. Erstaunlich, so Christian Amenda, dass die Fahrgastzelle den Frontalaufprall eines 2,5-Tonnen schweren Unfallgegners bei Tempo 90 nahezu ohne großen Schaden überstanden hat.

Enorm wichtig ist der symmetrische Allradantrieb und der tief eingebaute Boxermotor (er sorgt für einen niedrigen Schwerpunkt), die gemeinsam für Spurstabilität und Sicherheit auch auf sehr schwierigem Untergrund sorgen.  Und dann ist da noch das System Eyesight, das etliche Assistenten in sich vereint und so ein engmaschiges Sicherheitsnetz strickt. Eyesight besitzt einen großen Vorteil gegenüber den Systemen der meisten anderen Hersteller, die Kamera, Radar oder Mikrowellen nutzen. Denn das Subaru-System funktioniert rein optisch mit zwei Kameras, die links und rechts vom Innenspiegel sitzen und ein Stereo-Bild erzeugen.

Wie ein  Augenpaar überwachen diese zwei Objektive das Geschehen auf der Straße, indem sie dreidimensionale Farbbilder aufnehmen und diese mit einer hervorragenden Bilderkennung, die fast so leistungsfähig ist wie das menschliche Auge, verarbeitet. Das bringt, wie der ADAC bestätigt, eine hohe Detailgenauigkeit bei der Datenerfassung. Anhand der Bilder der Kamera, die Form, die Geschwindigkeit und den Abstand anderer Verkehrsteilnehmer ermittelt, kann es Autos, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger erkennen. Sobald EyeSight eine Gefahr ausmacht, warnt es den Fahrer und bremst mit dem Notbremsassistenten falls nötig, um einen Unfall möglichst zu verhindern

Ein dicker Pluspunkt ist die Platzierung der Kameras im Fahrzeuginneren. Besonders bei winterlichen Straßenverhältnissen besteht deshalb keine Gefahr, dass die Linsen verschmutzen und damit total funktionsunfähig werden. Das kommt bei anderen Autoherstellern ja öfter mal vor.

Wenn dem Impreza auch seine Rallye-Vergangenheit optisch nicht anzusehen ist, so ist dennoch viel Positives in das neue Modell eingeflossen, vor allem was die Fahreigenschaften betrifft. Souverän, gutmütig und leicht beherrschbar zieht der Allradler präziser als je zuvor durch Kurven, ist handlich und agil, was vor allem an der direkten Lenkung und der guten Steifigkeit zuzuschreiben ist. Auffallend gering  ist die Wankneigung, dank stärkerer Stabilisatoren.

Wer zum Subaru Impreza 2.0 greift, trifft sicherlich eine gute Wahl. Es ist ein Auto, das in Sachen Sicherheit keinen Vergleich zu scheuen braucht und auch von der Leistung her voll überzeugt. Dank sehr guter Serienausstattung und dem obligatorischen Allradantrieb ist der Subaru Impreza natürlich auch kein Billigheimer. Mit der Zweiliter-Maschine müssen in der Basisversion bereits 26 980 Euro auf den Tisch des Händler geblättert werden. Mit dem kleinen Triebwerk wird’s günstiger. Damit kostet der Impreza nur noch 21 980 Euro. (autour24)

Technische Daten Subaru Impreza 2.0i Sport Lineartronic: Länge x Breite x Höhe (m): 4,46 x 1,78 x 1,48. Radstand 2,67 m. 4-Zylinder-Boxermotor, 1995 ccm, Direkteinspritzung, Leistung: 115 kW / 156 PS bei 6000 U/min, Max. Drehmoment: 196 Nm bei 4000 U/min. Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,8 Sek. ECE-Durchschnittsverbrauch: 7,0 Liter. CO2-Emissionen: 159 g/km (Euro 6). Leergewicht / Zuladung: min. 1424 kg / max. 1920 kg. Kofferraumvolumen: 385–835 Liter. Max Anhängelast: 1200 kg. Basispreise: 21 980 Euro (1,6i) und 26 980 Euro (2.0i)

 

 

 

 

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