Spaßgarantie im Frischluft-Smart

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Klein knuffig und perfekt für Sonnenanbeter, die in der Stadt wohnen – das Smart Fortwo Cabrio ist klein, aber oho. Und im Alltag zeigt sich Deutschlands Liliput-Cabrio ziemlich erwachsen.

Enges Parkdeck, ein Business-Transporter für neun Personen rangiert und rangiert. Eine Minute, zwei, fünf. Nach einer gefühlten Ewigkeit hat es der Fahrer geschafft, unfallfrei auszuparken und den Parkplatz zu verlassen. Darüber können Smart-Fahrer nur schmunzeln – solche Probleme gibt’s im Alltag nicht für den Knuffigen aus Stuttgart. Die Ausfahrt aus dem Parkhaus quittieren zwei Frauen im Café gegenüber mit einem wohlwollenden Lächeln. Aha, der Kleine hinterlässt offenbar einen guten ersten Eindruck.

Aber auch auf den zweiten Blick und vor allem bei der Testfahrt in die Eifel macht das Smart Fortwo Cabrio eine gute Figur – zumindest solange, bis man das Bremspedal bis zum Boden durchtritt. Denn dann macht sich der 1,87 Meter kurze Radstand, der in engen Straßen Gold wert ist und für einen Wendekreis von rund sieben Metern sorgt, drastisch bemerkbar. Das Auto wird unruhig und hinterlässt auch bei geübten Fahrern ein mulmiges Gefühl in der Magengrube. Dabei muss es einem nicht Angst und Bange werden, denn der Ernstfall ist noch lange nicht eingetreten. Wenn es brenzlig würde, beruhigt es außerdem ungemein, dass die Tridion-Sicherheitszelle alle Crashtests mit Bravour gemeistert hat.

Im Normalbetrieb und sogar bei etwas flotterer Fahrweise leistet auch das Fahrwerk hervorragende Arbeit. Die kurvigen Eifel-Straßen sorgen für ausgeprägten Fahrspaß. Die 4,2 Liter Normverbrauch sind allerdings auch bei zurückhaltender Fahrweise nicht zu schaffen, etwa zwei Liter mehr müssen einkalkuliert werden. Das 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe twinamic bietet zwei Fahrprogramme – „Comfort“ und „Dynamic“ und schaltet in beiden Programmen kaum merkbar und ruckfrei durch die Gänge.

Wenn das Wetter passt, lässt sich das Verdeck per Knopfdruck in wenigen Sekunden in zwei Stufen nach hinten schieben, so dass – Stufe 1 – ein großes Schiebedach für Frischluft sorgt oder der Smart – Stufe 2 – zum Voll-Cabrio wird. Nur die seitlichen Dachholme müssen dann per Hand abmontiert werden. Wer darauf verzichtet, schmälert das Cabrio-Vergnügen allerdings kaum. Zwölf Sekunden dauert das rein elektrische Öffnen des Daches. Ratsam ist der Kauf eines Windschotts, das vermindert die Luftverwirbelungen.

Die stärkere Motoren-Variante mit 66kW/90 PS erweist sich im Test als äußerst agil und stellt klar, dass der Smart mehr ist als ein Stadt-Flitzer. Vielleicht möchte man keine 1.000-Kilometer-Strecke fahren – dafür sind größere Autos einfach komfortabler. Unmöglich und ungenießbar wäre aber auch die echte Langstrecken-Fahrt nicht. Und wer sich in seinem Reisegepäck beschränken kann, der wird wenig Unzulänglichkeiten feststellen, wenn der Wochenend-Trip bevorsteht. Denn der Kleine kommt in der aktuellen Generation ziemlich erwachsen daher. (Mirko Stepan, mid)

Plus: handlich, elektrisch öffnendes Dach

Minus: kleiner Gepäckraum, relativ hoher Preis

Technische Daten Smart Fortwo Cabrio 66 kW Twinamic: Zweitürige Cabrio-Limousine mit Heckantrieb, Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern: 2,70/1,66/1,55/1,87, Leergewicht: 995 kg, Zuladung: 230 kg, Gepäckraumvolumen: 260 – 340 l, Tankinhalt: 28 l. Motor: Dreizylinder-Turbobenziner, Hubraum: 898 ccm, Leistung: 66 kW/90 PS bei 5.500 U/min, max. Drehmoment: 135 Nm bei 2.500 U/min, Beschleunigung 0 – 100 km/h: 11,7 s, Höchstgeschwindigkeit: 155 km/h, Normverbrauch: 4,2 Liter Super je 100 km, CO2-Emissionen: 97 g/km, Preis: ab 16.550 Euro.

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