Porsche hat neuen Cayenne enthüllt

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Mehr als eine Dreiviertelmillion Cayenne wurden seit dem Start der Porsche-Baureihe im Jahr 2002 gebaut, etwa 500.000 seit 2009 von Generation Nummer zwei. Es ist offensichtlich: Der Sport-Geländewagen ist ein wichtiges Familienmitglied der Stuttgarter – und das soll mit der dritten Auflage zumindest so bleiben. Nach der mit Orchesterklängen und von Tänzern untermalten Weltpremiere auf dem Dach des Porsche-Museums startete der Vorverkauf. Der Einstiegspreis: 74.828 Euro.

Auch wenn Porsche-Chef Oliver Blume betont, Generation Nr. 3 sei „komplett neu entwickelt“, muss man schon genau hinschauen, um die Veränderungen gegenüber dem Vorgänger zu erkennen. Kühlergrill und Stoßstange wurden leicht modifiziert, die Lufteinlässe sind jetzt größer, das Fahrzeug ist einen Tick niedriger, breiter und etwas länger, die Grafik der Seitenscheiben soll mehr Dynamik vermitteln. So richtig auffällig ist aber eigentlich nur das durchgehende, unter Glas liegende Leuchtenband am Heck des neuen Cayenne, das für einen stämmigeren Auftritt sorgt. Das Innenraumangebot blieb annähernd gleich, durch den Längenzuwachs auf jetzt 4,92 Meter wuchs das Kofferraumvolumen um 100 auf 770 Liter, maximal lassen sich bei umgeklappten Rücksitzen 1.710 Liter Gepäck unterbringen.

Viel einschneidender sind die nicht auf den ersten Blick erkennbaren Neuheiten. Etwa die Verwendung von Leichtbauteilen für Karosserie und Fahrwerk, die zu einer Gewichtseinsparung von bis zu 65 Kilo führten. Oder der überarbeitete Allradantrieb, die Mischbereifung mit mindestens 19 Zoll großen Rädern und natürlich die zum Marktstart angebotenen Motoren. Die zwei aufgeladenen Sechszylinder-Benziner leisten in der Basisversion 250 kW/340 PS und in der mindestens 91.964 Euro teuren S-Variante 324 kW/440 PS, ein Zuwachs von 40 und 20 PS. Die Fahrleistungen: 0 bis 100 km/h in 6,2 und 5,2 Sekunden, Spitze 245 und 265 km/h, Normverbrauch ab 9,0 und 9,2 Liter. Serienmäßig kommt eine Achtgang-Tiptronic zum Einsatz. Optional bietet Porsche eine Hinterradlenkung, eine Luftfederung und eine Wankstabilisierung. Schließlich soll der neue Cayenne ja ebenso gut im Gelände wie auf der Lang- und der Rundstrecke sein. „Größer kann der Spagat zwischen Sport und Komfort nicht ausfallen“, so Oliver Blumes Einschätzung.

Dass der Cayenne dringenden Nachholbedarf in Sachen Vernetzung und Digitalisierung hatte, ist offensichtlich. Das neue Cockpit mit riesigem 12,3-Zoll-Touchscreen, der wie ein Smartphone bedient werden kann, und die „sensitive“ Bedienfläche rund um den Schalthebel bringen den Geländesportler auf den aktuellen Stand, wie ihn zuletzt der Panamera vorgegeben hat. Die Phalanx der Assistenzsysteme ist erwartungsgemäß groß, die Sprachsteuerung umfasst jetzt auch Klimatisierung und Sitzheizung. Online-Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen ist serienmäßig, Startbildschirm und Hauptmenü können den persönlichen Wünschen angepasst werden – mit bis zu sechs individuell konfigurierbaren Profilen für Interieur-Einstellungen, Licht, Fahrprogramme und Assistenzsysteme.

Das Thema Diesel wurde bei der offiziellen Weltpremiere nicht mit einem Wort erwähnt, der Porsche-Chef kündigte lediglich weitere Derivate an, und noch leistungsstärkere und effizientere Varianten, etwa einen Plug-in-Hybrid. Porsche wird also, wie bei allen Baureihen üblich, nach und nach das Komplettangebot ausrollen. Die nächste Motorisierung, der Turbo, soll schon auf der IAA in Frankfurt stehen. Marktstart für den neuen Cayenne ist im Dezember. (Rudolf Huber,mid)

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