BMW hat seinen 2er gepimpt

Diese Diashow benötigt JavaScript.

BMW hat sich die 2er-Baureihe vorgeknöpft und dezent, aber erkennbar überarbeitet. Außen scheinen LED-Leuchten mit neuer Signatur, innen steht der Fahrer noch stärker im Mittelpunkt als bisher. Also mehr Peeling statt Facelift.

Manchmal lohnt es sich, genau hinzuschauen. Beim überarbeiteten BMW 2er Cabrio und Coupé zum Beispiel. Wer nur einen schnellen Blick im Vorbeigehen auf die Kompakten mit den perfekt abgestimmten Proportionen wirft, dem wird die Veränderung – die Überarbeitung – kaum auffallen. Neu sind die LED-Scheinwerfer, die es optional auch als adaptive Leuchteneinheit gibt. Neu sind ebenso die Rückleuchten, ebenfalls in LED-Technik. Auch die Lufteinlässe in der Frontschürze sind etwas anders gestaltet als bisher. Drei neue Außenfarben hat BMW im Programm: Mediterranean Blue, Seaside Blue und Sunset Orange. Die Farben zeigen, wo die Reise hingehen soll. Coupé und Cabrio sollen Glücksgefühle vermitteln, wie die Urlaubsreise ans Meer.

Innen fallen sofort die neu gestalteten schwarzen Rundinstrumente ins Auge und bei höheren Ausstattungen die Ziernähte auf dem Armaturenbrett. Das Cockpit ist stärker auf den Fahrer ausgerichtet, Bedienbarkeit und Übersichtlichkeit sind ausgezeichnet. Zudem hat BMW neue Sitzbezüge ins Programm genommen, etwa die schicke Lederausstattung Dakota Cognac. Neu ist auch der Touchscreen sowie die Möglichkeit, Smartphones induktiv zu laden. Mittels WLAN-Hotspot können bis zu zehn Geräte eine Internetverbindung aufbauen.

Bei der Präsentation in Garching steht zum einen das 220d Cabrio mit 140 kW/190 PS bereit. Der durchzugsstarke Diesel ist eine reine Freude. Das 2,0-Liter-Aggregat schickt 400 Newtonmeter Drehmoment an die Hinterräder (das Coupé ist in dieser Motorenvariante auch als Allradler zu haben) und lässt in Sachen Fahrdynamik keine Wünsche offen. Wer sich dann noch zusätzlich für das adaptive Fahrwerk mit Fahrerlebnisschalter für 1.100 Euro extra entscheidet, kann wählen, ob es eher gemütlich oder sportlich zugehen soll – bis hin zu einem giftigen Hecktriebler im Sport-Plus-Modus. In allen Varianten vermittelt das Cabrio Fahrspaß, selbst wenn die Stoffhaube geschlossen ist und die äußerst sorgfältige Geräuschdämmung die Außenwelt abschottet.

Nach dem Cabrio steht die zweite Testfahrt an und schnell ist klar: Der offene 2er ist in diesem Vergleich das Vernunftauto. Denn das Coupé ist die Performance-Variante, der M240i xDrive. 250 kW/340 PS leistet der Sechszylinder-Turbo, mit dem die Fuhre in 4,4 Sekunden Tempo 100 erreicht. 500 Newtonmeter Drehmoment sind gewaltig, der M ist eine Fahrmaschine. Die Schaltwippen am Lenkrad sind zusammen mit der Automatik 8-Gang-Steptronic Serie und anders als bei vielen anderen Autos absolut empfehlenswert. Zwar ist auch der Automatik-Fahrbetrieb äußerst sportlich ausgelegt, aber selber Schalten bringt noch mehr Spaß, weil sich besser mit der Drehzahl spielen lässt. Das M-Sportfahrwerk ist äußerst straff ausgelegt, der M klebt förmlich auf der Straße, und auch hier gilt: wer den Sport-Plus-Schalter betätigt, der sollte wissen, wie mit dem Gaspedal umzugehen ist. Sonst wackelt das Sport-Coupé ungewollt mit dem Hintern. 51.100 Euro kostet der Spaß. Mindestens.

Für beide Varianten des 2er – Cabrio und Coupé – hat BMW Drei-, Vier- und Sechszylinder-Motoren im Programm mit einem Leistungsspektrum zwischen 100 kW/136 PS und 250 kW/340 PS. Im BMW 2er Coupé besteht die Auswahl aus neun Antriebsvarianten, im BMW 2er Cabrio sind es acht. Für den 2er mit und ohne festes Dach sind sowohl Sechsgang-Handschaltgetriebe als auch Automatik 8-Gang-Steptronic zu haben. Die Käufer haben also die freie Wahl, ob sie sich für Frischluft oder Überdachung entscheiden und dabei den Harten oder den Zarten bevorzugen. Vernünftig ist der 220d, der nicht nur zart sein kann. Allerdings kann der auch teuer werden. Im Testwagen steckte Sonderausstattung für rund 19.000 Euro.

Mirko Stepan / mid

 

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here