Seat Ibiza Cupra: Die „Grinse-Kiste“

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Von Klaus H. Frank

Wer diesem Auto entsteigt, dem ist ein permanentes Grinsen ins Gesicht gemeißelt. Spontan fragt jetzt wohl jeder: Ist’s ein Ferrari, ein Porsche oder ein Aston Martin? Nichts dergleichen. Ein Seat ist es. Ein kleiner noch dazu. Ein Ibiza. Und wie das? Nun, dieser Seat trägt den Beinamen Cupra. Und das bedeutet, dass in ihm Gene aus dem Tourenwagensport, CupRacing genannt, schlummern. Und damit wird der Ibiza zum wilden Stier.

192 PS leistet der 1,8-Liter-Turbo, ein temperamentvolles Triebwerk, das bei ambitionierten Hobby-Rennfahrern für reichlich Adrenalin-Ausschüttung sorgt. Kein Wunder, denn die kleine Rennsemmel beschleunigt von 0 auf 100 in nur 6,7 Sekunden und schafft eine Spitzengeschwindigkeit von 235 km/h. Da bekommt die „normale“ Klientel des Ibiza („Liebling der Frauen“) schweißnasse Hände und Gänsehaut. Ganz enorm auch die Durchzugskraft: 320 Newtonmeter liegen zwischen 1450 und 4200 Touren an – da werden Überholvorgänge auch im hohen Gang kein nervenaufreibendes Vabanque-Erlebnis. Der Benziner zieht so kraftvoll durch, als wär‘s ein Diesel. Keine Frage, der Ibiza Cupra spielt in der automobilen Champions League der kleinen Kompaktsportler.

Technikfreaks fragen, wie haben die Ingenieure die Leistung des Cupra so weit nach oben gepusht? Es ist das Zusammenspiel von sehr vielen Faktoren, wie etwa konsequenter Leichtbau des Triebwerks, Thermomanagement, hoher Einspritzdruck oder Verringerung der inneren Reibung. Besonders wichtig: Zusätzlich zur Benzindirekteinspritzung FSI nutzt der 1.8-Liter-Turbo eine indirekte Einspritzung – sie injiziert den Kraftstoff dort, wo er besonders intensiv mit der Luft verwirbelt wird. Das bringt nicht nur mehr Leistung sondern senkt auch den Durst und reduziert den Partikel-Ausstoß.

Nach Norm verbraucht der Ibiza sechs Liter, wer ihn jedoch mit schwerem Gasfuß über die Landstraßen prügelt, der muss kurzfristig auch mal mit einem zweistelligen Wert rechnen. Im Test summierte sich der Verbrauch auf 8,2 Liter. Das ist durchaus akzeptabel für das kleine Kraftpaket.

Und wie verhalten sich die 192 Vollblüter, wenn sie allein die Vorderachse antreiben? Nun, ohne die elektronische Quersperre XDS würde der Ibiza Cupra beim Ampel-Start dicke schwarze Gummistreifen auf den Asphalt radieren und die Antriebsräder würden kräftig an der Lenkung zerren. Die Sperre jedoch verhindert dies, sorgt für Traktion und verbessert vor allem das Handling in schnell gefahrenen Kurven. Sie bremst das kurveninnere Vorderrad ab, wenn der Cupra über die Vorderachse Richtung Kurvenaußenrand schiebt und hält ihn auf Kurs. Über den Fahrmodus-Schalter lässt es sich steuern, wie stark XDS eingreifen soll. Im Cupra“-Modus verändert sich dann nicht nur die Kennung des Differentials sondern auch die des Triebwerks, das deutlich bissiger wird und sonorer klingt. Die Lenkung arbeitet dann wesentlich spitzer und präziser, Dämpfer und Lenkung werden straffer. Das ESP ist zwar nicht komplett abschaltbar, greift aber sehr spät ein – sehr angenehm bei einer sportlichen Fahrweise. Der Ibiza Cupra kann aber auch komfortabel: Im Normal-Modus eignet er sich (dank des bärigen Drehmoments schon knapp über der Leerlaufdrehzahl) zum schaltfaulen Cruisen. Ein wahrhaft gelungener Spagat zwischen Alltagsnutzen und sportlichem Auftritt. Geschaltet wird das Sechsgang-Getriebe ausschließlich per Hand – das geht recht knackig und ohne lange Schaltwege.

Äußerlich ist der Dreitürer an schwarz lackierten Außenspiegeln, dem schwarzen Kühlergrill, breiteren Stoßfängern am Heck und durch den mattschwarzen Diffusor mit trapezförmiger Auspuffblende zu erkennen. Innen gefällt uns vor allem das kleine, unten abgeflachte Lenkrad (aus dem Leon). Auf den relativ sportlich ausgeformten Sitzen mit gutem Seitenhalt fühlen wir uns wohl. Der Kofferraum schluckt 292 Liter.

Logisch, dass der Ibiza in Sachen Konnektivität voll auf der Höhe der Zeit ist. „Seat Full Link“ integriert neben MirrorLink die Funktionen von Apple Car Play sowie von Android Auto. So können die Fahrer bei voller Konzentration auf den Straßenverkehr dennoch online sein und die jeweiligen Funktionen bequem und sicher über den Touchscreen des Ibiza steuern.

Der Seat Ibiza Cupra kostet 23 060 Euro. Ein fairer Preis für ein vollständiges Paket an Sicherheits- und Komfortelementen. Außerdem gibt’s 17-Zoll-Leichtmetallräder, Bi-Xenon-Scheinwerfer mit Kurvenlicht und LED-Tagfahrlicht, LED-Heckleuchten, Climatronic, Geschwindigkeitsregelanlage und dunkel getönte Seiten- und Heckscheiben. Vom unbezahlbaren Spaßfaktor ganz zu schweigen. (autour24)

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