Opel Corsa Turbo – Wolf im Schafspelz

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Von Klaus H. Frank

Wer liebt sie nicht, diese Wölfe im Schafspelz – unscheinbar, aber „gefährlich“. Spaß machen sie aber nur dann, wenn man selbst am Steuer sitzt und anderen, drängelnden Autofahrern zeigen kann, dass sie mit ihrer protzigen Karre die schlechteren Karten gezogen haben.

Ein solcher Wolf im Schafspelz ist der Opel Corsa Turbo. Optisch ein ganz normaler Corsa – ohne Schnickschnack. Kein Mensch würde vermuten, dass unter der Haube immerhin 150 temperamentvolle Pferdchen galoppieren. Und die haben es in sich: In nur 8,9 Sekunden katapultieren sie den ziemlich großen Kleinwagen, der immerhin stolze 4,02 Meter misst und 1274 Kilo wiegt, auf Tempo 100 – ein klasse Wert. Um das zu leisten, will der Corsa allerdings Drehzahlen sehen. Kein Problem. Der Vierzylinder dreht bis 5800 Touren hoch – dann ist die volle Leistung da. Und auch darunter ist der Rüsselsheimer Blitz ein Kracher, denn das Maximaldrehmoment von 220 Nm liegt zwischen 3000 und 4500 U/min. an. Da ist es dem Schaltfaulen durchaus erlaubt, bei normaler Fahrt mal ein, zwei Gänge des 6-Gang-Handschalters zu überspringen. Kraft genügend ist immer vorhanden – bis zur Endgeschwindigkeit, die bei 207 Stundenkilometern liegt.

Der Corsa Turbo kann aber nicht nur schnell und giftig, er kann auch brav. Obwohl das Fahrwerk ziemlich straff abgestimmt ist, lässt es sich auch gemütlich dahinbummeln, womit der Spritverbrauch dann ziemlich nah am Normverbrauch von 5,7 Litern liegt. Im Test schluckte der Corsa allerdings 8,2 Liter im Schnitt, was sicherlich den vielen schnellen Autobahnfahrten geschuldet ist. Ganz generell: Zeigt man dem Vollblüter die Peitsche und hält die Drehzahlen im 5000er-Bereich, dann kann der Verbrauch schon mal um die zehn Liter pendeln. Da hört der Spaß dann auf.

Bei den Fahreigenschaften erfüllt der Corsa Turbo perfekt unsere Ansprüche. In Kurven gibt sich der Corsa sehr gutmütig, untersteuert nur leicht, hat kaum Wankbewegungen und verzögert dank der Bremsen aus dem OPC-Modell ganz hervorragend. Die Lenkung des Fronttrieblers ist präzise, gibt genügend Rückmeldung über den Zustand der Fahrbahn.

Auch im Alltagsnutzen schlägt sich der Corsa Turbo ganz prima, fährt klaglos vier Personen von A nach B und kann mit einem Kofferraumvolumen von 280 und 1000 Litern auch kleinere Transportaufgaben übernehmen. Und schick und modern ist er auch. Womit er vor allem bei Frauen punktet und sich zu einem ihrer Lieblinge in diesem Segment hochstilisiert hat. Konnektivität ist hier vor allem das Schlagwort, was heutzutage aber weder bei Mann und Frau zu vernachlässigen ist: Das IntelliLink-Infotainment-Systems holt die Smartphone-Welt von Apple iOS genauso wie von Android-Geräten auf den (etwas zu tief sitzenden) Sieben-Zoll-Farbdisplay und macht den Corsa zum super-vernetzten Kleinwagen.

Der Fahrer kann Apps wie BringGo zur Navigation sowie Stitcher und Tune-In für weltweiten Radio- und Podcastempfang nutzen und via Siri Eyes Free-Sprachsteuerung mit Apple iOS-Geräten SMS diktieren oder sich E-Mails vorlesen lassen. Das System erkennt Verkehrsschilder und warnt akustisch und optisch vor einem drohenden Fontaufprall. Der hervorragend verarbeitete und mit wertigen Materialien ausgestattete Corsa kann sogar ganz selbsttätig einparken – wie ein Großer. Natürlich darf auch ein Spurhalte- und Fernlichtassistent nicht fehlen oder auch die Beheizbarkeit des Lenkrads und der Frontscheibe  – fast alles natürlich gegen Aufpreis. Hier sei nur der Basispreis des dreitürigen Opel Corsa Turbo Innovation genannt. Der liegt bei 18 075 Euro. (autour24)

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