Im VW Amarok schlägt jetzt das Herz des Audi Q7

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Seit 2009 ist er auf dem Markt und kommt mittlerweile auf über 455 000 produzierte Fahrzeuge. Dennoch hat sich Volkswagen zu einer Neuausrichtung des Amarok entschieden – zumindest in Europa. Hier wird der Pick-up ab Ende September nur noch mit einem V6-Diesel und als Doppelkabine ausgeliefert. Die Neupositionierung als Premiumfahrzeug im Segment geht einher mit einem Facelift, einer Aufwertung des Innenraums und aktuellem Infotainment inklusive Smartphone-Einbindung und Onlinediensten.

Das neue Herz des Amarok stammt aus dem Audi Q7 und wurde für die speziellen Anforderungen im Nutzfahrzeugbereich modifiziert. Der Kunde hat die Wahl zwischen 163 PS, 204 PS und 224 PS. Die unterste Leistungsstufe ist nur als Sechs-Gang-Handschalter und wahlweise mit Heck- oder zuschaltbarem Allradantrieb erhältlich und die mittlere nur mit zuschaltbarem Allradantrieb, dafür aber wahlweise auch mit Acht-Stufen-Automatik. Den Topmotor gibt es nur mit permanentem Allrad und ausschließlich mit Automatik.
Äußerlich ist der neue Modelljahrgang am Kühlergrill mit neugestalteter Frontschürze und den nun eckigen Nebelscheinwerfern zu erkennen. Innen wurde die obere Hälfte des Armaturenbretts komplett neu gestaltet. Während die Ausstattung Trendline den professionellen Nutzwert widerspiegelt, steht die neue Ausstattung Aventura für den neuen und lifestyleorientierteren Ansatz des Amarok. Er verfügt serienmäßig unter anderem über 20-Zoll-Räder, Bi-Xenonscheinwerfer und Schwellerrohre. Dazwischen rangieren dann noch Comfortline und Highline.
Gut ist es auch um den neuen Herzschlag bestellt. Der 3.0 TDI liefert maximale Drehmomente von 450, 500 und 550 Newtonmeter im Bereich zwischen 1400 und 2750 Umdrehungen in der Minute, beim 163-kW-Modell mit Overboost kurzfristig sogar bis zu 600 Nm bei nochmals 15 kW mehr Leistung. Dabei darf die Spitzenmotorisierung sogar für sich in Anspruch nehmen, mit einem Normverbrauch von 7,6 Litern je 100 Kilometer die verbrauschsgünstigste Ausgabe des V6 zu sein.
Die Acht-Stufen-Automatik, aus dem Hause ZF ist top, spricht sehr sensibel an und schaltet blitzschnell einen Gang hoch, sobald der Fuß vom Gas genommen wird. Der Motor arbeitet leise und lässt sein Potenzial nur beim Beschleunigen erklingen, wo er seinen Hubraum und die Zylinderzahl stolz in die Welt hinausposaunt – schließlich reichen für den Standardsprint weniger als acht Sekunden. Ein Lob verdient auch die präzise Lenkung. Hinten sitzen Mitfahrer erstaunlich bequem. Zwar ist die Rückenlehne recht steil, die Beinauflage und der Kniewinkel dafür für einen Pick-up außerordentlich großzügig.

Der Amarok ist bei aller emotionaler Neuausrichtung im Inneren seines Herzens ein Arbeitstier geblieben. Eine Differnzialsperre sowie der Offroad-Modus mit Bergan- und abfahrhilfe und speziellem Gelände-ABS sorgen für einen artgerechten Auftritt. Die Steigfähigkeit liegt bei 100 Prozent bzw. 45 Grad – bei voller Beladung. Eine Untersetzung bleibt auf Wunsch dem Handschalter vorbehalten, der Wandler der Automatik kann nach Ansicht von VW gut darauf verzichten.
Mit einer Länge von 5,25 Metern und einer Breite von 2,23 Metern (inklusive Spiegel) erfüllt der Amarok alles, was von einem klassischen Pickup erwartet wird. Die neue, in Wagenfarbe lackierte Sportsbar des Launchmodells Amarok Aventura, verlängert optisch die Doppelkabine des Amarok nach hinten und überdeckt zugleich einen kleinen Teil der 2,52 Quadratmeter großen Ladefläche in der Cargo-Box. Weiterhin sind für die Cargo-Box des Amarok verschiedene Stylingbars und Abdeckungen genauso erhältlich wie Laderaumbeschichtungen oder Hardtops. Auf die Ladefläche des viertürigen Amarok passt weiterhin eine Europalette quer, und – je nach Ausstattungsvariante – sind Nutzlasten von über einer Tonne möglich. Zudem wird der neue Amarok in einigen Varianten künftig bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast ziehen können.
Markteinführung des VW Amarok V6 ist Ende September. Zunächst kommt der Aventura zum Basispreis von 55 365 Euro (brutto), das Einstiegsmodell startet im zweiten Quartal 2017 ab 30 607 Euro.
Technische Daten VW Amarok V6 Aventura: Länge x Breite x Höhe (in m): 5,25 x 2,23 (inkl. Spiegel) x 1,83, Motor: V6-Diesel, 2967 ccm, Turbo, Leistung: 165 kW / 224 PS bei 3000–4500 U/min.
Max. Drehmoment: 550 Nm bei 1400–2750 U/min., Höchstgeschwindigkeit: 193 km/h, Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 7,9 Sek. , ECE-Durchschnittsverbrauch: 7,6 Liter, CO2-Emissionen: 199 g/km (Euro 6), Pritschenmaß (in m): 1,53 x 1,62, Ladekantenhöhe: 780 mm, Böschungswinkel: 29 Grad vorn und 24 Grad hinten, Rampenwinkel: 23 Grad, Steigfähigkeit: 100 Prozent, Max. Anhängelast: 3500 kg, Preis: 55 365 Euro. (ampnet/jri)

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