Fiat 500X Lounge – schicker Italo-Crossover im City-Look

 

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Begegnet einem im Straßenverkehr der Fiat-Crossover 500X Lounge, hat man den Eindruck, ein eher kleines schnuckeliges Auto vor sich zu haben – da erscheint der Golf der aktuellen 7er Serie auf den ersten Blick wesentlich größer. Die Überraschung ist perfekt, macht man sich die Mühe, beide Autos einmal nachzumessen. Der Golf ist 4255 Millimeter lang und 1799 Millimeter breit. Der Fiat hat eine Länge von 4248 mm und eine Breite von 1796 mm (jeweils ohne Spiegel). Lediglich ein Unterschied im Millimeterbereich. In der Höhe überragt der Fiat mit 1600 mm den Golf sogar um 148 mm. Ein ausgewachsenes Auto also, alles andere als ein Kleinwagen.

Wahrscheinlich assoziiert so mancher das Aussehen des 500X im Retro-Look gedanklich mit der kleinen Knutschkugel der 50er Jahre. Falsch gedacht: Das Platzangebot im 500X fällt vorne durchaus üppig aus und auch für die Heckpassagiere ist ausreichend Beinfreiheit vorhanden. Der mittlere Sitz auf der Hinterbank sollte jedoch für den Nachwuchs reserviert bleiben. Das Gepäckabteil liegt mit 350 Liter etwas unter dem Durchschnitt vergleichbarer Fahrzeuge, lässt sich aber durch Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücklehnen auf etwa 1000 Liter erweitern.

Die Verarbeitung des durchaus hochwertigen Interieurs ist sauber. Das etwas reichlich verarbeitete Plastik im Cockpit wird durch Applikationen im gebürstetem Aluminium-Look an Mittelkonsole und Türgriffen aufgewertet. Die Armaturentafel ist in Karosseriefarbe lackiert. Schick gestylt ist das unten leicht abgeflachte Lenkrad in Techno-Leder. Erstaunlich, wie viel Ruhe im Innenraum herrscht. Störende Geräusche werden durch Polsterungen an der Oberseite der Armaturentafel, eine zusätzliche Isolationsschicht auf der Innenseite der Windschutzscheibe und Akustik-Reflektoren an den Dachsäulen gedämmt.

Die Fiat 500X kann als Allradler oder Frontriebler geordert werden. Wir fuhren die effizientere frontgetriebene Version, die von einem 1,6-Liter-Vierzylinder-Turbodieselmotor mit 120 PS angetrieben wird. Die Kraftübertagung übernimmt ein präzise schaltendes manuelles Sechsgang-Getriebe. Das maximale Drehmoment von 320 Nm bei 1750 U/min sorgt für ausreichend Durchzugskraft und bringt viel Fahrfreude. Den Sprint auf 100 km/h erledigt der 500X in 10,5 Sekunden, bei 186 km/h wird die Endgeschwindigkeit erreicht.

Der werkseitig angegebenen kombinierte Normverbrauch von vier Litern muss großzügig nach oben korrigiert werden. Der tatsächliche Testverbrauch lag nach 1700 flott gefahrenen Kilometern bei 6,2 Litern. Immerhin hat der nach Euro 6 eingestufte Fiat 500X mit dem 1.6 Liter 16V MultiJet-Motor lediglich einen CO2-Ausstoß von 109 g/km und kann deshalb zu den umweltschonendsten Fahrzeugen in diesem Segment eingestuft werden.

Mit dem Fiat Mood Selector, ein Drehknopf auf der Mittelkonsole, können drei Fahrprogramme angewählt werden: Auto“ für den optimalen Kompromiss von Komfort, Kraftstoffverbrauch und CO2-Emissionen. „Sport“ für Freunde des eher forschen Fahrstils. „Allwetter“ für höchstmögliche Sicherheit bei schwierigen Straßenverhältnissen. Ganz klarer Favorit für uns ist das Sportprogramm. Die Fahrwerksabstimmung ist hier betont sportlich eingestellt. Da kommen keine Zweifel über die Beschaffenheit des Straßenzustandes auf. Schlaglöcher und Querrinnen werden kompromisslos an den Piloten weitergeleitet. Aber es macht durchaus Spaß zu versuchen, die Störenfriede per Druck auf das Gaspedal zu „überfliegen“. Das Fahrverhalten bleibt auch nahe des Grenzbereichs in schnell gefahrenen, engen Kurven durchaus kontrollierbar.

Für perfektes Info- und Entertainment steht das vielseitige Uconnect-System. Die meisten Funktionen zu Entertainment, Navigation und Kommunikation können sowohl über den 6,5 Zoll-Touchscreen als auch über die Multifunktionstasten am Lenkrad, mit Sprachsteuerung oder drahtlos per Bluetooth-Verbindung gewählt werden. Mit dem Farb-Touchscreen sind alle Hauptfunktionen des Systems zugänglich. Dazu gehören Analog- oder Digitalradio (DAB+) sowie alle gängigen Multimediaquellen wie MP3-Player, iPod, iPhone und andere Smartphones, die über USB-Port, AUX-in-Eingang oder Bluetooth mit dem System verbunden sind. Alle Funktionen können auch über die Fernbedienung am Lenkrad angesteuert werden, ohne dass der Fahrer die Hände vom Lenkrad nehmen muss.

Das neue UconnectTM LIVE System erlaubt dem Fahrer durch die Integration seines Smartphones ebenfalls den Zugriff auf viele Applikationen direkt über das Bordsystem. So steht man, etwa über Facebook oder Twitter, immer in Kontakt mit Freunden oder Geschäftspartnern. Das System bietet außerdem den Zugang zu mehr als 10.000 Internet-Radiostationen. Darüber hinaus verkürzen Nachrichten in Echtzeit via Reuters oder aktuellste Staumeldungen und Wetterprognosen durch den Service TomTom Live die Fahrt.

Zum Preis: Billig geht anders! Bei einem Basispreis von 24 200 Euro ist zwar schon einiges an Sonderausstattung enthalten. Wer jedoch mit diversen Assistenz-Systemen aus der Liste der Sonderausstattung liebäugelt, der landet schnell mal – wie beim Testwagen – bei 28 260 Euro.

Zum Glück gibt es für den kleinen Geldbeutel preisgünstigere Alternativen wie den Fiat 500X POP zum Einstiegspreis von 16 950 Euro. Dafür fällt allerdings die Ausstattungsliste sehr kurz aus und man muss auf eine schwächere Motorversion zurückgreifen. (autour24/uli)

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