Niedecken im Škoda Superb auf Jubiläumstour

Wolfgang Niedecken und Škoda sind seit fast sechs Jahren ein Team. Seinerzeit hat sich der Bandleader für die tschechische Marke entschieden, weil er das Business-Class-Gefühl der Autos so sehr schätzt. Um genauer zu sein: Eigentlich hatten ihn seine Töchter Joana und Isis auf die Qualitäten von Škoda aufmerksam gemacht, weil sie in den Autos hinten so gut sitzen konnten. Seitdem hält der Bob Dylan vom Rhein und ECHO-Preisträger Škoda die Treue und ist meist im Superb unterwegs. So auch jetzt  bei der Jubiläumstour ,40 Jahre BAP‘. Wolfgang Niedecken reist im Škoda Superb Combi zu seinen Konzerten. Niedecken: „So komme ich immer entspannt und fit ans Ziel.“

Bis Ende des Jahres geben die Kölschrocker über 40 Konzerte in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg. An die Geburtsstunde von BAP erinnert sich Niedecken, der Mann, der im Januar die neue BAP-CD ,Lebenslänglich‘ veröffentlicht hat und vor kurzem 65 Jahre alt geworden ist, als wäre sie gestern gewesen. Tatsächlich war diese Geburtsstunde  am Vormittag des 19. Juni 1976 kurz nach 10 Uhr, als sich Rainer, Saxophonist der ehemaligen Schülerband, bei seinem Freund Wolfgang telefonisch meldete, um ihm mitzuteilen, dass er einen kleinen Bauernhof im Rhein-Sieg-Kreis geerbt hatte. Im dortigen Hühnerstall könne man nach fünfjähriger Pause und gründlicher Renovierung die unterbrochene Amateurmusikerkarriere gut wieder aufleben lassen. Gesagt getan. BAP nahm seinen Anfang.

Wie gestern erinnert sich Wolfgang Niedecken allerdings nicht wegen des Anrufs von Rainer an die Gründung von BAP, sondern deshalb, weil die deutsche Fußball-Nationalmannschaft tags zuvor in aussichtsloser Position durch vier Wundertore der Kölner Spieler Heinz Flohe und Dieter Müller doch noch 4:2 gegen Jugoslawien gewann und sich mit diesem Sieg für das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft qualifizierte. Bundestrainer Helmut Schön hatte die beiden erst spät aufs Spielfeld geschickt. Ganz Köln war damals aus dem Häuschen und Wolfgang Niedecken auch. Im Hochparterre des Fußballfans an der Teutoburger Straße in der Kölner Südstadt soll es nach dem Sieg hoch her gegangen sein. Dass der Titelverteidiger und amtierende Weltmeister Deutschland die Fußball-Europameisterschaft im Finale in Belgrad schließlich im Elfmeterschießen mit 7:5 gegen die Tschechoslowakei verlieren würde, konnte an diesem Abend niemand ahnen.

Nach zahlreichen Auftritten bei Bürgerinitiativen und in Jugendzentren gelang BAP und Niedecken 1981 mit dem Titel ,Verdamp lang her‘ endgültig der überregionale Durchbruch. In den Folgejahren avancierte die Truppe mit Songs wie ,Kristallnaach‘, ,Alles em Lot‘ oder ,Aff un zo‘ zu einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Rockbands. Sie spielte sogar vor begeisterten Fans in China, Nicaragua und der UdSSR. Ob die begeisterte Menge die Texte, mit denen Niedecken aus seinem Leben erzählt, verstanden hat? Wohl kaum. Niedecken und BAP haben sich seit der ersten Stunde der Kölner Mundart verschrieben. Ob ,Arsch huh, Zäng ussenander‘, ,Ne schöne Jrooß‘ oder ,Nix wie bessher?‘ – BAP singt alle Songs auf Kölsch. Für die Musiker und den Kölner ist Kölsch eben eine Weltsprache. Für andere Menschen eher nicht.

Parallel zu seinen musikalischen Erfolgen engagiert sich Wolfgang Niedecken bis heute im Rahmen seines Rebound-Projekts für die Reintegration ehemaliger Kindersoldaten in Uganda, Ruanda und Ostkongo. 2013 zeichnete ihn Bundespräsident Joachim Gauck dafür mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse aus.

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