Airbags: Takata in ernsten Schwierigkeiten

AR-305049856.jpg&MaxW=900Foto: Takata

Der japanische Zulieferers von Airbags Takata steckt in immer größer werdenden Schwierigkeiten meldet die „automobilwoche“. Bis zu 40 Millionen weitere Airbags müssten überprüft werden. Zur Begründung verwies die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA auf anhaltende gravierende Sicherheitsmängel. Es bestehe das Risiko, dass die Airbags zu heftig auslösen und dabei Teile der Verkleidung durch den Innenraum schleudern. Weltweit sollen elf Todesfälle und Dutzende Verletzte auf das Konto des Defekts gehen. Die meisten Unfälle passierten in den USA.

Schon vor der jetzt bekannt gegebenen Ausweitung war der Rückruf der größte der US-amerikanischen Geschichte. Betroffen sind zahlreiche Hersteller, vor allem japanische wie Honda und Toyota, aber auch deutsche wie VW, Audi, Daimler und BMW. Was der Rückruf Takata kosten wird, ist noch nicht bekannt.

Der NHTSA zufolge sind bereits knapp 29 Millionen Airbags aufgrund des Problems zurückgerufen worden. Der neue Rückruf beginnt jetzt und soll bis Ende 2019 dauern.

Auslöser der Probleme ist Erkenntnissen der NHTSA zufolge eine Mischung aus Alterung, klimatischen Einflüssen und hohen Temperaturen. Eine Zersetzung in den Airbags kann demnach dazu führen, dass sie bei einem Unfall zu heftig auslösen. „Wissenschaftliche Daten zeigen eindeutig, dass die Gasgeneratoren (im Airbag) mit der Zeit unsicher werden, wenn sie Feuchtigkeit und Temperaturschwankungen ausgesetzt sind“, sagte NHTSA-Chef Mark Rosekind.

In Europa seien keine Probleme aus diesen Gründen bekannt, erklärt laut „automobilwoche“  der Takata-Sprecher. Intensiven Tests zufolge seien hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit über viele Jahre hinweg die Hauptgründe für die „vereinzelt aufgetretenen Fehlfunktionen“ gewesen. „Dies sind klimatische Verhältnisse, die in großen Teilen Europas so nicht existieren.“

Die Rückrufe haben Takata in ernste Schwierigkeiten gebracht. Werke in Deutschland sollen aber trotz anders lautender Berichte nicht geschlossen werden, wie der Sprecher bestätigte: „Es gibt derzeit keinerlei Überlegungen zu einem Stellenabbau oder einer Schließung von Werken in Deutschland.“ Das Unternehmen weitet seine Produktion sogar massiv aus, um die defekten Airbags ersetzen zu können. „Wir können derzeit weltweit 1,5 Millionen Module pro Monat zusätzlich produzieren, um die Rückrufe abzuarbeiten“, sagte Takata-Europa-Chef Claus Rudolf (48) der „automobilwoche“ im März. (autour/khf)

 

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